Beobachter-Leserin Marguerite Müller ärgert sich über die Tierschutzstiftung Vier Pfoten. Sie hat ein Schreiben erhalten mit einem Spendenaufruf. Für 30 Franken kann man heimatlose Hunde gegen Tollwut impfen lassen. Mit 50 Franken unterstützt man die Kastration von Streunern und dämmt die Überpopulation ein, heisst es. Beigelegt ist ein Paar Winterhandschuhe als Geschenk.

Für Müller, die eigentlich anders heisst, ist das ärgerlich. «Dass bereits vor einer Spende derart aufwendige Werbegeschenke verschickt werden, verstehe ich nicht. Meines Erachtens ist dies ein fragwürdiger Umgang mit Spendengeldern – insbesondere wenn diese Mittel eigentlich dem Tierschutz zugutekommen sollten», sagt sie dem Beobachter.

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«Spenderinnen und Spender erwarten einen verantwortungsvollen Umgang mit den anvertrauten Mitteln.»

Marguerite Müller, Tierschutz-Unterstützerin

Sie ist nicht die einzige Unterstützerin der Stiftung, die sich über das Geschenk ärgert, wie der Beobachter weiss. Müller sagt: «Spenderinnen und Spender erwarten einen verantwortungsvollen Umgang mit den anvertrauten Mitteln.» 

78 Prozent fliessen in Stiftungszwecke 

Auf die Geschenke angesprochen, teilt Vier Pfoten mit: «Wir verstehen gut, dass beigelegte Geschenke wie die erwähnten Winterhandschuhe bei einzelnen Empfängerinnen und Empfängern Fragen auslösen können.» Erfahrungen zeigten aber, dass viele Menschen diese Aufmerksamkeiten schätzten und dass sie zu höheren Spendeneingängen führten.

Und: Der finanzielle Aufwand für solche Beilagen sei bewusst gering gehalten und stehe «in einem klaren Verhältnis zum erzielten Nutzen». Der überwiegende Teil aller Spenden fliesse weiterhin direkt in die Projekte der Organisation – nämlich 78 Prozent der Spendengelder.

An Marguerite Müller schreibt Vier Pfoten, sie könne gerne mitteilen, wenn sie künftig keine Geschenke mehr erhalten wolle.