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IntegrationSie wollen Arbeit, nicht Sozialhilfe

Viele Flüchtlinge finden auch nach Jahren keine sicheren Jobs und bleiben abhängig von Sozialhilfe. Das birgt sozialen Sprengstoff. Was hilft?

Sie würden gerne arbeiten, finden aber keinen Job. Die Arbeitsintegration in der Schweiz funktioniert mehr schlecht als recht.
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Schöne Geschichten beginnen manchmal mit einem Miss­erfolg. Wochenlang versuchte Garagist Paul Wermuth, eine Stelle zu besetzen. Weder ein Inserat im «Amtsanzeiger» noch der Aufruf auf Facebook hatten Erfolg. In seiner Verzweiflung stellte Wermuth vor seiner Garage in Sumiswald eine Tafel auf: «Automechaniker gesucht, 80 bis 100 Prozent».

Zwei Wochen später stand Teklit Redae in der Werkstatt, ein anerkannter Flüchtling aus Eritrea mit Ausweis B. Es war sein erstes Bewerbungs­gespräch, ein Pfarrer hatte ihn ver­mittelt. «Davor hatte ich 120 Bewerbungen geschrieben, ohne Erfolg», ­berichtet Redae.

Man müsste den Schatz nur heben

«Natürlich hatte ich Vorurteile», sagt Garagist Wermuth. «Schliesslich sieht man im Fernsehen nur Bilder, wie man in Afrika in uralten Kisten rumfährt.» Dass ein afrikanischer Mechaniker hiesigen Standards genügt, war für ihn nur schwer vorstellbar. Doch Teklit Redae war in einem Programm der Caritas Bern auf seine beruflichen Fähigkeiten hin getestet worden und zwei Monate bei einer BMW-Vertretung gewesen – wo er ein hervorragendes Arbeitszeugnis erhalten hatte.

Wermuth war vom ersten Moment an beeindruckt. «Teklit löcherte uns mit Fragen. Er wollte einfach alles wissen.» So erfuhr der erstaunte Garagist, dass der Eritreer in der Heimat eine dreijährige Ausbildung bei Toyota absolviert und sich danach drei Jahre zum Autodiagnostiker hatte weiterbilden lassen. Weil er nach vier Jahren in der Schweiz auch passabel Deutsch spricht, fackelte Wermuth nicht lange: Seit dem 1. November hat er einen neuen Angestellten. Der Garagist ist vom Skeptiker zum stolzen Chef geworden: «Dich lass ich sicher nicht mehr gehen», sagte er kürzlich zu ­Redae. «Du kannst ja mehr als ich.» Es gibt nur ein Problem. Teklit Redaes Geschichte steht in krassem Gegensatz zu dem, was viele Flüchtlinge in der Schweiz erleben. Zehn Jahre nach der Ankunft hat nur jeder zweite anerkannte Flüchtling und nur jeder vierte vorläufig Aufgenommene einen Job.

Flüchtlinge durchlaufen meist eine zittrige Karriere – mit ständigen Wechseln zwischen Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit und Integrationsmassnahmen. Ein Durchschnittsflüchtling arbeitet Teilzeit, temporär oder auf Abruf. Die meisten erledigen einfache Hilfsjobs in einer Tieflohnbranche: Gastronomie, Pflege, Detailhandel, Reinigungsbranche. Nach zehn Jahren verdient ein anerkannter Flüchtling im Mittel 1600 bis 3100 Franken pro Monat. Das ist im Vergleich zu vor­läufig Aufgenommenen viel. Deren Verdienst liegt nach zwei Jahren zwischen 1000 und 2400 Franken – und sinkt dann. Wegen ihres unsicheren Auf­enthaltsstatus erhalten sie oft nur Temporärjobs. Nach zehn Jahren verdienen sie im Mittel nur gut 1000 Franken im Monat.

«Verwaltet, transferiert, isoliert»

Wenn Politiker sagen, die Schweiz leiste einen guten Job bei der Integration, ist das wohl freundlich gemeint. Richtig ist: Die Arbeitsintegration funktioniert mehr schlecht als recht.

«Die Asylsuchenden werden verwaltet, transferiert, ihre Vergangenheit wird gelöscht (Diplome und Berufs­erfahrung werden nicht anerkannt), sie leiden unter sozialer Isolation und ­sehen ihre Zukunft ungewiss bis ­düster», schreibt die Luzerner Sozialwissenschaftlerin Eva Mey, Mitautorin ­einer der besten Studien zur Integra­tionsfrage. Ihre Bilanz: «Der Schweizer Arbeitsmarkt bietet Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen kaum Chancen auf eine existenzsichernde Erwerbsintegration.»

Wenn 10'000 Flüchtlinge nicht arbeiten, steigen die Sozialhilfekosten um vier Prozent pro Jahr, hat die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) ausgerechnet. Bei 50'000 Flüchtlingen ohne Arbeit werden die Sozialhilfekosten dauerhaft um 20 Prozent steigen. Ein erschreckendes Szenario, aber angesichts von rund 35'000 Asylanträgen allein in diesem Jahr kein unrealistisches, wie ein Blick zurück in die letzten fünf Jahre zeigt: Von den 42'000 Menschen, die seit 2010 das Bleiberecht erhielten, sind fast 28'000 ohne Job. Darunter leiden alle: die Flüchtlinge, die nicht für sich selber sorgen können, und die Steuerzahler, die immer mehr Sozialbeiträge zahlen müssen.

Kritiker wie der Freiburger Wirtschaftsprofessor Reiner Eichenberger fordern deshalb mehr Billigstjobs. Die hohen Löhne und die Regulierung des Arbeitsmarkts behinderten eine schnelle Integration. «Anders als in der Sozialhilfe haben sie mit niederschwelligen Jobs die Chance, sich schnell zu entwickeln», sagte er ­kürzlich im Beobachter. Der Arbeitsmarkt für einfache Tätigkeiten müsse dereguliert werden.

Das klingt einleuchtend. Nur gibt es längst eine ganze Reihe von Massnahmen, die den Berufseinstieg erleichtern, ohne gleich alle sozialen Mindeststandards über Bord zu werfen: Probejobs, Praktika, Vorkurse, Lehren in unterschiedlichster Ausformung. Irgendeinen Hilfsjob für einen Dumpinglohn anzunehmen entlastet die Sozialhilfe nicht auf Dauer. Die meisten bleiben Working Poor.

Beeinflussung des Aufnahmestatus auf Job/Lohn

Infografik: Beobachter/AK, Quelle: Staatssekretariat für Migration

Sprache und Werte näherbringen

Eveline Stupkas Deutschunterricht geht durch den Magen. Die Teilnehmer ihres St. Galler Kurses haben an diesem Morgen den Menüplan ihrer Alters- und Pflegeheime mitgebracht. «Fosselschniide», liest die Tibeterin Sangmo Gyekhor unsicher. Stupka hakt nach: «Wie heisst das genau?» – «Fotzelschnitte», korrigiert die 28-Jährige. Was sich hinter dem Wort versteckt, wird sie aber erst in ein paar Tagen wissen, wenn sie das Gericht den Senioren im Heim serviert.

Die jungen Syrer, Tibeter und Eri­treer lernen bei Eveline Stupka nicht nur, was Schnipo, Züri-Gschnätzlets und Hörndli und Ghackets sind, ­sondern auch, wie man sich korrekt grüsst, welche Sprache in welchem Landesteil gesprochen wird – und dass Pünktlichkeit in der Schweiz das A und O ist. Ihr Deutschkurs ist auch ­eine Einführung in die Sitten und ­Gebräuche. «Deutsch ist der Schlüssel zur Integration», sagt Eveline Stupka. «Wer kein Deutsch versteht, lernt auch bei der Arbeit nichts dazu.»

Deshalb sollen alle Flüchtlinge ­bereits unmittelbar nach der Ankunft ­einen Intensivkurs in Deutsch besuchen müssen – und zwar fünf Tage die Woche und über mehrere Monate, findet Stupka. «Kurzfristig mag das hohe Kosten verursachen, langfristig lohnt sich das aber bestimmt.»

Die Integrationspauschale ist zu tief

Ein Deutschkurs kurz nach der Ankunft, das bleibt für die meisten Asyl­suchenden Wunschdenken. Der Bund zahlt zwar 6000 Franken Integra­tions­pauschale, aber nur an anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene. Wer keinen Asylentscheid hat, kann nur hoffen, in einem Kanton und einer Gemeinde unterzukommen, wo man Deutschkurse auch ohne Bundeshilfe finanziert – wie etwa im ­Kanton Schwyz, wo Asylsuchende mit N-Ausweis zweimal pro Woche in die Deutschstunde geschickt werden.

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden dagegen ist gemäss dem Amt für Gesellschaft bei der Gewährung solcher ­Integrationsmassnahmen «sehr zurückhaltend». Und der Kanton Bern bleibt vage. Bei Sprachkursen ­gehe man «einerseits vom Bedarf aus, ­anderseits von den verfügbaren Geldern in unseren Budgets». Fazit: Wer während des Asylverfahrens Deutsch lernen kann, hat Glück gehabt.

Die Integrationspauschale des Bundes ist auch alles andere als üppig. «Die 6000 Franken reichen gerade für einen Sprachkurs und eine rudimentäre Arbeitsintegration», sagt Vit Styrsky, Verantwortlicher für Integration im Kanton Zug. Für nachhaltige Programme muss man gemäss Berechnungen der Zentralschweizer Kantone aber drei- oder viermal mehr Geld in die Hand nehmen. «Wenn die Integrationspauschalen auf dem heutigen Niveau bleiben, müssen ent­weder die Bemühungen zur beruflichen Integration auf Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene beschränkt werden, oder die Kantone müssen ­selber erhebliche eigene Mittel in die ­Integration investieren», sagt Styrsky.

In einer Studie über junge Eritreer kamen die Zürcher Behörden letzten März zum Schluss, dass es zwar genug Angebote gebe; sie seien aber nur schlecht aufeinander abgestimmt. In ­vielen Gemeinden fehlten die not­wendigen Anschlussprogramme, um die Deutschkenntnisse zu vertiefen. Erfolgversprechend seien auch Coachingmodelle, die über die Vermittlung eines Jobs hinausgehen.

Wie sich «Bern» das vorstellt

Ein umfassendes Coaching testet bis 2018 auch das Staatssekretariat für ­Migration im Programm «Potenziale nutzen». Kaspar Schneider von der Asylorganisation Zürich warnt aufgrund der bisherigen Erfahrungen vor überrissenen Hoffnungen: «Solche Coachingmodelle taugen nur für Flüchtlinge, die genügend Deutsch können, in ihrer Heimat eine spezi­fische Ausbildung hatten und hoch motiviert sind, ihren Platz in der ­Arbeitswelt zu finden.»

In der Schweiz angekommen, starten Flüchtlinge nochmals bei null. ­Diplome, Kompetenzen, Erfahrung im Beruf, die sie in der Heimat gesammelt haben, zählen nichts. Wenn sie arbeiten wollen, müssen sie jeden Job nehmen, den sie kriegen. Es ist oft sogar schwierig, in Branchen Fuss zu fassen, wo chronischer Arbeitskräftemangel herrscht. Etwa in der Altenpflege: Für einige sind die Sprachbarrieren zu hoch, für andere ist die Aufnahmeprüfung für Pflegekurse zu komplex.

Und wer tatsächlich einen Ausbildungsplatz ergattert, muss später da­rum kämpfen, eine Praktikumsstelle zu finden. «Viele bleiben sozialhilfe­abhängig und haben kaum Chancen, jemals aus dieser Abhängigkeit he­rauszukommen», folgerte deshalb die Hochschule Luzern in einer grossen Studie für das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Dabei würde es sich lohnen, insbesondere in die Ausbildung zu investieren. Gut 25'000 Franken – so viel kostet eine Person, die ein Jahr lang Sozialhilfe erhält. 25'000 Franken kostet auch ein Berufseinstiegskurs. Wenn ein Absolvent danach nur ein Jahr weniger lang Sozialhilfe bezieht, macht sich das bereits bezahlt.

Die Skos fordert Bund, Kantone, Gemeinden und Wirtschaftsverbände jetzt auf, zusätzliche Berufseinstiegskurse für 5000 Flüchtlinge zu schaffen. Vorbild ist der Riesco-Lehrgang der Gastrobranche. Die Kosten von 125 Millionen Franken seien angesichts gesparter Sozialhilfekosten «problemlos verkraftbar».

Jeder zweite Flüchtling ist unter 25

Solche Ausbildungsprogramme, zu denen Flüchtlinge verpflichtet werden sollen, tun not. Denn 55 Prozent der­jenigen, die in die Schweiz kommen, sind unter 25. Wer ihnen ­keine Chance gibt, einen Beruf zu erlernen, akzeptiert stillschweigend, dass sie ein Leben lang Sozialhilfe beziehen.

Offiziell wäre der Schnuppertag des 34-jährigen Dawa Tenzin um 15 Uhr vorbei gewesen. Als er um 20 Uhr noch immer nicht nach Hause wollte, sagte sich Verena Bachofner, Personalverantwortliche bei der Druckerei Ast & Fischer in Wabern bei Bern: «Wir müssen ihm die Chance geben, bei uns eine Lehre zu machen.»

Obwohl die Firma noch nie einen Lehrling mit F-Ausweis eingestellt ­hatte. «Wir waren uns nicht sicher, ob seine Deutschkenntnisse und seine ­tibetische Vorbildung reichen», erzählt Bachofner. Die Lösung des Pro­blems: Tenzin macht zuerst eine Lehre als Printmedienpraktiker. «Wenn ­alles gut läuft, kann er nahtlos zur vier­jährigen Lehre als Drucktechnologe übergehen.»

Die fehlenden Lehrlinge sind schon da

Dawa Tenzins Geschichte ist nicht die Regel. Bildungsspezialisten fordern dringend ein nationales Lehrstellenprogramm. Schliesslich ist es ein ­unsinniger Widerspruch, dass jährlich 8500 Lehrstellen nicht besetzt werden können, wenn gleichzeitig einige tausend junge Flüchtlinge in Asylzentren herumlungern.

Laut Ueli Büchi, Leiter Berufsbildungspolitik beim Schweizerischen Baumeisterverband, ist die oft fehlende Schulbildung ein Hinderungsgrund für eine Lehre: «Die Ausbildungszeit ist intellektuell oft auch anspruchsvoller als der Berufsalltag.» Es gebe aber andere Möglichkeiten für einen Berufsabschluss; etwa niederschwellige Berufsattestausbildungen oder Lehren mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis, die vier statt drei Jahre dauern. Zudem sollen Quereinsteiger aus anderen Berufen zur Berufsprüfung zugelassen werden, sobald sie die nötige Berufserfahrung haben.

Eine wichtige Funktion erfüllten dabei die Berufspraktika. Hier haben Kandidaten die Chance, sich im Berufsalltag zu bewähren und ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen. «Wer im Herkunftsland Ingenieur war, muss hier vielleicht als Hilfsmaurer anfangen. Und es kann zehn Jahre dauern, bis er wieder als Ingenieur arbeiten kann», sagt Büchi. Ob der Aufstieg gelingt, ist aber alles andere als sicher.

In eine andere Richtung weist das Pilotprojekt «Arbeiten in der Landwirtschaft» von Bauernverband und Staatssekretariat für Migration. Die Idee dahinter: Die Landwirtschaft benötigt jährlich 20'000 bis 35'000 günstige Arbeitskräfte – sie sollen nicht mehr nur im Osten, sondern auch ­unter Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen rekrutiert werden.

Das Angebot richtet sich an junge Männer, die körperliche Arbeit gewohnt sind. Die Bedingungen sind hart: Fünfeinhalb-Tage-Woche, Zehn-Stun­den-Tage, Sprachkurse gibts nur in der Freizeit. Der Bruttolohn beträgt gemäss Mustervertrag 3200 Franken – abzüglich 990 Franken für Kost und Logis. Die Betriebe erhalten monatlich 200 Franken pro Arbeitskraft, kleine Familienbetriebe sogar 400 Franken. Ob das mehr ist als ein Programm, um billige Arbeitskräfte zu rekrutieren, wird sich zeigen müssen.

Ein anderer Faktor, der die Arbeitsintegration behindert, ist politisch ­gewollt: der Status der aktuell 32'500 vorläufig Aufgenommenen. Sie sind in der Schweiz nur auf Zeit geduldet, ihr F-Ausweis muss jedes Jahr erneuert werden. Dies produziere eine paradoxe Situation, sagt Claudio Spadarotto, Mitautor der bisher einzigen Schweizer Langzeitstudie über die Arbeits­integration von Flüchtlingen: «Die gleichen Leute, die damit verhindern wollen, dass die Schweiz zu attraktiv für Flüchtlinge wird, beklagen hinterher, dass zu viele vorläufig Aufgenommene von Sozialhilfe leben.»

Doch daran will das Parlament nichts ändern. Der Status der vorläufig Aufgenommenen wird bleiben. Spadarottos Kommentar: «Die Politik erreicht genau das, was sie will: eine Nichtintegration, damit man die vorläufig Aufgenommenen möglichst schnell wieder abschieben kann.» Über die Kosten dieser Politik schweige sie sich jedoch aus.

Viele Arbeitgeber zögern

Früher durften vorläufig Aufgenommene gar nicht arbeiten – heute ist es mit einer Arbeitsbewilligung möglich. Ein positiver Schritt, sagt ­Caroline Wyss vom Schweizerischen Arbeiterhilfswerk (SAH) Bern. Das Problem: «Die neue Regelung ist nicht bei allen Arbeitgebern bekannt. Viele befürchten weiterhin, dass vorläufig Auf­genommene in kurzer Zeit die Schweiz wieder verlassen müssen – auch wenn das in der Realität nicht so ist.»

Wyss, die seit fünf Jahren das SAH-Programm Passepartout leitet, das Flüchtlinge bei der beruflichen Inte­gration begleitet, wendet auch sonst viel Zeit für Aufklärungsarbeit bei den Arbeitgebern auf. «Viele befürchten anfänglich, dass sie hohe administrative Hürden überwinden müssen, wenn sie vorläufig aufgenommene Flüchtlinge anstellen wollen. Sie wissen nicht, dass sich der Mehraufwand in Grenzen hält.» Die Situation liesse sich laut Wyss weiter vereinfachen, wenn vorläufig Aufgenommene nicht vor jedem Stellenantritt eine Arbeitsbewilligung einholen müssten.

Zwei Tibeter auf der Höhe

Reto Wälti liess sich von bürokratischen Hürden nicht abschrecken, obwohl er als Inhaber der Reinigungs­firma Interreinigungen in Interlaken keinerlei Erfahrungen mit Flücht­lingen hatte. Trotzdem stellte er zwei junge Tibeter ein. «Sie waren überaus freundlich und motiviert.» Und vor ­allem: Auf 3500 Metern über Meer zu arbeiten macht einem Tibeter nichts aus. Für Arbeitgeber Wälti, dessen ­Firma immer wieder Reinigungsarbeiten in grosser Höhe zu verrichten hat, war das zentral.

«Einer der beiden war als Sherpa sogar mehrmals auf dem Mount Everest. Wer dort oben war, dem können auch 3500 Meter nichts anhaben.» ­Damit alles klappt, unterstützte Wälti die beiden Tibeter bei der Wohnungs­suche und motiviert sie, mit den ­Kol­legen auch mal ein Feierabendbier trinken zu gehen.

Das Asyl-Alphabet

Asylsuchende (N-Ausweis)
Der Asylentscheid ist ausstehend. Während der ersten drei Monate herrscht ein Arbeitsverbot, das auf sechs Monate verlängert werden kann. Danach ist Arbeit möglich, sofern Wirtschafts- und Beschäftigungslage das erlauben sowie Inländervorrang, Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Ein Kantonswechsel ist nur in Ausnahmefällen möglich. Auf den Lohn wird eine Sondersteuer von zehn Prozent erhoben.
Personen im Verfahrensprozess: 23'768

Vorläufig Aufgenommene (F-Ausweis)

Abgewiesene Asylsuchende, bei denen die Ausweisung unzulässig, unzumutbar oder unmöglich ist. Der F-Ausweis wird jeweils für ein Jahr ausgestellt. Vorläufig Aufgenommene können unabhängig von der Lage auf dem Arbeitsmarkt und der Wirtschaftslage arbeiten. Auf den Lohn wird eine Sondersteuer von zehn Prozent erhoben.
Vorläufig Aufgenommene: 32'541

Anerkannte Flüchtlinge (B-Ausweis)

Sie erhalten eine Aufenthaltsbewilligung und unterliegen keinen Einschränkungen bei der Arbeit. Kontrolliert wird nur, ob Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Kantonswechsel sind möglich, sofern Betroffene nicht von Sozialhilfe leben. Nach zehn Jahren wird in der Regel die Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) erteilt.
Anerkannte Flüchtlinge: 39'191

Härtefälle (B-Ausweis)
Abgewiesene Asylsuchende oder vorläufig Aufgenommene, die seit dem Einreichen des Asylgesuchs mindestens fünf Jahre in der Schweiz gelebt haben. Ihre Erwerbstätigkeit muss bewilligt, Lohn- und Arbeitsbedingungen müssen eingehalten werden.
Anzahl Härtefälle: nicht bekannt

Solches Engagement sei für eine erfolgreiche Integration essenziell, sagt Philipp Gut. Der 37-jährige Versicherungsangestellte aus Zürich begann vor einem Jahr als ehrenamtlicher Mentor, um junge Migranten beim Berufs­einstieg zu begleiten. Seither trifft er sich regelmässig mit dem 18-jährigen Äthiopier Teka Mulatu. Die beiden verbindet eine enge Freundschaft. «Teka ist fast so etwas wie mein Ziehsohn ­geworden. Er hat sich wahnsinnig entwickelt. Ich bin richtig stolz auf ihn.» Ohne Guts Hilfe wäre der Äthiopier, der beide Eltern verloren hat und allein in die Schweiz geflüchtet ist, nicht an dem Punkt, wo er heute steht.

Die beiden fragten bei Lebensmittelgeschäften, Restaurants und Altersheimen im Zürcher Kreis 4, ob Teka Mulatu ein Schnupperpraktikum absolvieren könne. Er bekam seine Chance.

Beim dritten Schnuppertag im Altersheim funkte es bei Mulatu und der Heimleitung. Sie bot ihm ein Jahrespraktikum an. Doch das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) verweigerte die Arbeitsbewilligung. Gut liess sich nicht entmutigen. Bei seinen Recherchen stiess er auf das Angebot sogenannter Motivationssemester. Sie umfassen neben vier Tagen Praktikum einen Tag Schule. Das AWA war nun einverstanden.

Obwohl nicht einmal die Hälfte des Semesters vorbei ist, hat Mulatu bereits die Zusicherung, dass er nächsten Sommer mit der Lehre im Altersheim beginnen kann. Mittlerweile hat er auch eine kleine Wohnung gefunden. Guts Büro­kollegen sammelten dafür Möbel, eine Arbeitskollegin gibt ihm Schwimmunterricht. «Es gibt sehr viele Angebote und Hilfsprojekte für Migranten. Doch wer wie Teka das System nicht kennt, ist auf­geschmissen», sagt Gut.

Es fehlt an Therapieplätzen

Man macht sich aber besser keine Illusionen: Selbst wenn die Inte­grationsmaschine perfekt läuft, lassen sich nicht alle Flüchtlinge in die Arbeitswelt integrieren. Viele leiden unter den psychischen und körperlichen Folgen von Folter und Krieg. Sie sind daher weniger belastbar, können sich kaum konzentrieren und haben grosse Mühe, Deutsch zu lernen und sich in der fremden Kultur zurechtzufinden.

Bis heute fehlt zwar eine repräsentative Schweizer Untersuchung, doch internationale Studien gehen davon aus, dass 40 bis 50 Prozent aller Flüchtlinge und Asylsuchenden unter posttraumatischen Belastungsstörungen oder Depressionen leiden. Sie brauchen qualifizierte psychologische Hilfe, aber nur ein Bruchteil erhält sie, sagt Matthis Schick, Leiter des Ambulatoriums für Folter- und Kriegsopfer am Unispital Zürich.

Dass schweizweit bis zu 500 Therapieplätze für traumatisierte Flüchtlinge fehlen, hat auch das Staatssekretariat für Migration vor Jahren festgestellt. «Das ist zu wenig, es braucht mehr», sagt Schick.

Gerade posttraumatische Störungen bleiben vielfach unerkannt und tauchen nie in einer Statistik auf. Eine rasche Behandlung wäre aber wichtig. Je länger sie nicht behandelt werden, desto ungünstiger ist die Prognose. Die Mehrheit leidet zwar auch nach einer erfolgreichen Behandlung an Krankheitssymptomen. «Aber die Betroffenen sind dann im Alltag deutlich weniger durch ihre Erkrankungen beeinträchtigt», sagt Schick.

«Ernüchtert und verbittert»

Die Traumatisierung belastet eine Integration in der Schweiz. Nach der Ankunft seien viele Flüchtlinge noch voller Hoffnung, sagt Schick. Sie fühlten sich sicher und wollten eine Existenz aufbauen. Auf diese Honeymoon-Phase folge aber eine Zeit der oft langen Asylverfahren, der schwierigen Unterbringung, des Arbeitsverbots, der Trennung von der Familie.

«Das führt zu Verunsicherung, Ernüchterung und letztlich zu ­Resignation und Verbitterung», ­berichtet Schick. Die Betroffenen ­realisierten, dass sich ihre Vorstellungen in der Schweiz nicht verwirklichen liessen. «Die Vergangenheit lastet immer schwerer auf ihnen.» Und wenn sie endlich eine Aufenthaltsgenehmigung hätten und arbeiten dürften, sei die Luft oft draussen, sagt Schick.

Es sei wie beim Marathon: «Wenn man das Ziel aus den Augen verliert, werden die Beine mit ­jedem Schritt schwerer.»

Lesen Sie hier die Kurzportraits von zehn Flüchtlingen auf Stellensuche

Nebiat Weldegebriel, 25

Herkunftsland: Eritrea
Wohnort: St. Gallen
In der Schweiz seit: 2014
Aufenthaltsstatus: B
Ausbildung: Abschluss des ­Gym­nasiums in Eritrea, in der Schweiz Lehrgang zur Pflege­helferin SRK
Berufserfahrung: «Ich konnte ­leider noch keine Arbeitserfahrungen sammeln.»
Deutschkenntnisse: fortgeschrit­tene Sprachverwendung B 1
Jobwunsch: «In meiner Heimat ist es ganz normal, dass man sich hilft. Egal, ob man sich kennt oder nicht. Das gehört sich so. Ich habe meine Grossmutter gepflegt. Das war sehr erfüllend. Ich würde auch in der Schweiz gern Menschen pflegen. Deshalb besuche ich den Lehrgang zur Pflegehelferin. Ich würde mich freuen, wenn ich bald in einem ­Altersheim arbeiten könnte.»

Djalil Ostad, 45

Herkunftsland: Iran
Wohnort: Bern
In der Schweiz seit: 2007
Aufenthaltsstatus: F
Ausbildung: «Im Iran habe ich das Gymnasium abgeschlossen und anschlies­send eine halb­jährige Berufsausbildung zum ­Glasbläser absolviert.»
Berufserfahrung: «Ich habe ­insgesamt zehn Jahre in meinem Beruf als Glasbläser gearbeitet und sogar meine eigene Firma ­gegründet. Wir stellten vorwiegend Produkte für Medizinlabors her.»
Deutschkenntnisse: fortgeschrit­tene Sprachverwendung B 1
Jobwunsch: «Ich suche eine Arbeit als Fahrer. Das ist ein Kindheitstraum von mir. Allerdings kostet die Ausbildung rund 10'000 Franken. Deshalb bin ich auf einen ­Arbeitgeber angewiesen.»

Rakan Khalousi, 28

Herkunftsland: Syrien
Wohnort: Melchnau BE
In der Schweiz seit: 2013
Aufenthaltsstatus:
F
Ausbildung: vierjährige Lehre als Sanitär-/Heizungsinstallateur
Berufserfahrung: «Nach der ­vierjährigen Ausbildung habe ich in ­Syrien weitere vier Jahre als ­Sanitär- und Heizungsinstallateur gearbeitet. Eine Zeitlang war ich Verkäufer in einem Supermarkt. Hier in der Schweiz habe ich zwei Monate lang als Wohnungstechniker bei der Heilsarmee gearbeitet und dort auch kleinere Möbel­reparaturen durchgeführt.»
Deutschkenntnisse: Grundlagenkenntnisse A 2
Jobwunsch: «Ich wäre gern wieder Sanitärinstallateur. Alle Männer in meiner Familie üben diesen Beruf aus. Ich bin stolz auf mein Handwerk und würde mein Wissen auch gern in der Schweiz nutzen.»

Ngodruptsering Yankar, 37

Herkunftsland: Tibet
Wohnort: Bern
In der Schweiz seit: 2012
Aufenthaltsstatus: F
Ausbildung: keine formale Bildung
Berufserfahrung: «In Tibet habe ich zehn Jahre als Koch in unserem ­Familienrestaurant gearbeitet. In der Schweiz war ich sechs Monate Praktikant in einem Restaurant und drei Monate Praktikant in einer ­Reinigungsfirma.»
Deutschkenntnisse: Grundlagenkenntnisse A 2
Jobwunsch: «Kochen ist für mich nicht Arbeit, sondern mein liebstes Hobby. In Tibet war ich als Koch stolz auf unseren Familienbetrieb. Hier in der Schweiz kann ich ohne Ausbildung leider nicht als Koch ­arbeiten.»

Diana Al Khalli, 37

Herkunftsland: Syrien
Wohnort: Bern
In der Schweiz seit: Dezember 2013
Aufenthaltsstatus: F
Ausbildung: Studium der ­Archäologie in Syrien, Ausbildung im Bereich Tourismus
Berufserfahrung: «Ich habe zehn Jahre lang als Arabischlehrerin ­gearbeitet und daneben vier Jahre lang ein Guesthouse geführt. ­Mehrere ­Wochen pro Jahr habe ich zudem touristische Touren zu archäolo­gischen Stätten in Syrien und ­Jordanien geleitet. Zurzeit ­absolviere ich eine Aus­bildung zur Tourismus­assistentin in Bern.»
Deutschkenntnisse: selbständige Sprachverwendung B 2
Jobwunsch: «Um meine Ausbildung abschliessen zu können, ­suche ich eine Praktikumsstelle im Tourismus. Da ich gern mit ­Menschen zu tun habe, würde ich gern an einer Rezeption arbeiten.»

Kaveh Karimi, 30

Herkunftsland: Iran
Wohnort: Luzern
In der Schweiz seit: vier Monaten
Aufenthaltsstatus: N
Ausbildung: Studium als Stadtplaner im Iran, nach zwei Jahren wegen ­Engagements in der Studenten­bewegung Ausschluss von der ­Universität Berufserfahrung: «Nach meiner ­Suspendierung von der Uni habe ich als Journalist für zwei Wochen­zeitungen in Kurdistan gearbeitet, danach bei ­einer TV-Station im Irak. Während meiner insgesamt fünf ­Jahre ­dauernden Flucht habe ich ­unter anderem in einem Restaurant in der Türkei gearbeitet.»
Deutschkenntnisse: keine; Muttersprache Kurdisch, daneben Farsi und Englisch (fliessend)
Jobwunsch: «Ich möchte als ­Jour­nalist arbeiten, kann mir aber auch einen Job bei einer Hilfs­organisation vorstellen.»

Abdullah Afash (35)

Herkunftsland: Syrien
Wohnort:
Heiden
In der Schweiz seit: 2012
Aufenthaltsstatus: F
Ausbildung: Ein Jahr lang verschiedene Kurse an der Universität in Projekt-Management in Syrien. «Hier in der Schweiz möchte ich den Lehrgang Pflegehelfer SRK besuchen.»
Berufserfahrung: «In Syrien war ich neun Jahre im Verkauf bei einer Telekommunikations-Firma als Kundenbetreuer tätig. Hier in der Schweiz konnte ich bei «Burger King» in der Küche arbeiten. Jetzt mache ich ein  Praktikum in einem Pflegeheim.»
Deutschkenntnisse: Fortgeschrittene Sprachverwendung B 1
Jobwunsch: «Ich hätte gerne einen Vollzeitjob im Pflegebereich.»

Kasang Ghampa (39)

Herkunftsland: Tibet
Wohnort: Rickenbach bei Wil
In der Schweiz seit: 2012
Aufenthaltsstatus: F
Ausbildung: Ausbildung zur Primarschullehrerin und Studium der buddhistischen Philosophie in Tibet. Lehrgang zur Pflegehelferin SRK in der Schweiz.
Berufserfahrung: «In Tibet arbeitete ich als Primarschullehrerin. Kindern etwas beizubringen, machte mir immer viel Spass. Hier in der Schweiz habe ich als freiwillige Helferin in der Cafeteria eines Pflegeheims gearbeitet. Das letzte halbe Jahres war ich Praktikantin in einem Altersheim.»
Deutschkenntnisse: Selbständige Sprachverwendung B 2
Jobwunsch: «Ich würde sehr gerne weiterhin im Pflegebereich arbeiten.»

Debretsion Kiflu (22)

Herkunftsland: Eritrea
Wohnort: Bern
Aufenthaltsstatus: F
In der Schweiz seit: 16 Monaten
Ausbildung: Zehn Jahre Grundschule. Danach viermonatige Ausbildung als Fahrer und Mechaniker in einer Garage.
Berufserfahrung: «Während meiner Ausbildung war ich vorwiegend als Fahrer unterwegs. Ich transportierte mit einem kleinen Lastwagen vor allem Güter von der Stadt aufs Land.»
Deutschkenntnisse: Keine
Jobwunsch: «Am liebsten würde ich wieder als Fahrer oder Mechaniker arbeiten. Aber ich bin auch offen für alles andere, etwa für Arbeit in einem Restaurant oder auf einem Bauernhof.»

Semere Tekie (29)

Herkunftsland: Eritrea
Wohnort: Bern
In der Schweiz seit: 15 Monaten
Aufenthaltsstatus: N
Ausbildung: 10 Jahre Grundschule
Berufserfahrung: «Ich arbeitete als Landwirt auf dem elterlichen Hof. Wir pflanzten Getreide an und hielten Kühe, Schafe und Ziegen.»
Deutschkenntnisse:  Anfänger A 1, daneben Englisch
Jobwunsch: «Ich mache alles. Am liebsten würde ich aber auf einem Bauernhof oder als Gärtner arbeiten.»

Veröffentlicht am 08. Dezember 2015

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9 Kommentare

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Nadine Richter
Hier will uns dieser Bericht vormachen, dass Integration von Zehntausenden von Menschen aus fremden Kulturen, oft auch aus sicheren Ländern, die einzige Lösung ist. Das ist brandgefährlich und falsch. Diese Menschen haben auf Dauer kein Bleiberecht und müssen so schnell wie es die Situation erlaubt, zurück geführt werden! Es kann nicht angehen, dass innert weniger Jahrzehnten die heimische Bevölkerung vollends ausgetauscht wird, bereits heute leben in der Schweiz mehr Eritreer, als der Kanton Appenzell Einwohner hat! Sobald der heimische Schweizer aus seiner Kultur, seinem Umfeld und der Arbeitswelt ausgestossen wird und in diesem Umfang durch Neuzuzüger, viele nur auf sicheren Wohlstand aus, ausgetauscht werden, sprechen wir von einem Autogenozid, und dies toleriert durch Bundesbern.

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Nadine Richter
Hier will uns dieser Bericht vormachen, dass Integration von Zehntausenden von Menschen aus fremden Kulturen, oft auch aus sicheren Ländern, die einzige Lösung ist. Das ist brandgefährlich und falsch. Diese Menschen haben auf Dauer kein Bleiberecht und müssen so schnell wie es die Situation erlaubt, zurück geführt werden! Es kann nicht angehen, dass innert weniger Jahrzehnten die heimische Bevölkerung vollends ausgetauscht wird, bereits heute leben in der Schweiz mehr Eritreer, als der Kanton Appenzell Einwohner hat! Sobald der heimische Schweizer aus seiner Kultur, seinem Umfeld und der Arbeitswelt ausgestossen wird und in diesem Umfang durch Neuzuzüger, viele nur auf sicheren Wohlstand aus, ausgetauscht werden, sprechen wir von einem Autogenozid, und dies toleriert durch Bundesbern.

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C. Fürer
Sehr geehrter Herr Simon Walter Senn, danke für Ihr Statement! Egal aus welcher Herkunft wir sind, alle Menschen haben Anrecht auf Lebensqualität, auf Bildung, Gesundheit und Freude. Schuldzuweisungen an Menschen aus anderer Herkunft oder Landesteilen zuzuweisen weil es einem nicht gut geht, ist da fehl am Platz!Diese Menschen wollen auch nur Glücklich Leben!

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Simon Walter Senn
Warum muss man gleich sofort den Unterschied machen zwischen Schweizer und 'nicht' Schweizer. Alle Menschen.. die Schweizer die keine Arbeit finden sowie auch die Flüchtlinge leiden unter der Situation, nicht arbeiten zu können. Anstatt gegeneinander zusein könnten doch alle einander verstehen. Die Flüchtlinge haben genau so ein Anrecht auf ein glückliches leben. Wenn Schweizer keine Arbeit finden im eigenen Land dann ist das sicher traurig und unbefriedigend, aber bitte gebt den Flüchtlingen nicht daran Schuld. Sie tragen keine Schuld für die einzelne 'schweizerische' Schicksale. Es braucht immer ein Schuldner für das eigene Leid , aber die Flüchtlinge sind es nicht. Sie suchen auch bloss das Glück, ob dort oder da, glauben sie mir sie wären am liebsten 'Zuhause'.

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