Vorweg: Es gibt keinen zuverlässigen Schutz vor Einbrechern. Hat es jemand auf ein bestimmtes Haus, auf einen bestimmten Wertgegenstand darin abgesehen – oder ist ihm womöglich sogar eine Belohnung dafür versprochen worden –, dann gelangt der Räuber auf irgendeine Weise ins Haus. Allerdings sind diese hochspezialisierten, organisierten Täter eine verschwindend kleine Minderheit. Die meisten Einbrecher sind das, was Fachleute «Turnschuheinbrecher» nennen: schlecht ausgerüstete Kleinkriminelle, die mit einem Schraubenzieher ihr Glück versuchen.

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Deshalb wollen Wohneigentümer sowie Mieter vor allen Dingen wissen, was man unternehmen kann, damit es Einbrecher gar nicht erst versuchen, sondern möglichst weit weg an einer anderen Tür. Oder andersrum: Wie kann man erreichen, dass es Eindringlingen so schwer wie möglich gemacht wird, um durch Fenster oder Türen zu kommen? Bietet allein schon die sichtbare Alarmanlage oder eine mit Bewegungsmeldern versehene Beleuchtung genügend Potential für eine Abschreckung?

Unterschiedliche Bedürfnisse

Wer sich um konkrete Massnahmen kümmern will, sollte sich zuerst eine grundsätzliche Frage stellen: Welchen Einbruchschutz brauche ich? Nicht alle Menschen haben die gleichen Bedürfnisse in Sachen Einbruchsprävention. Während die einen bloss verhindern möchten, dass ein Fremder durch ihre Wohnung schleichen und Schubladen öffnen kann, sind andere besonders darum besorgt, ihre teure Kunstsammlung zu schützen. Im ersten Fall sind also vor allem bauliche Massnahmen empfehlenswert, der Kunstsammler hingegen wird eine Alarmanlage einbauen lassen.

Ein Hund könnte beiden nützlich sein, wobei die grosse Mehrzahl der Einbrüche dann geschieht, wenn die Bewohner – und damit meist auch deren Hunde – abwesend sind Ferienzeit So bleibt Ihr Daheim wohlbehütet .

Sind bauliche Veränderungen für einen Einbruchschutz nötig?

Folgende Fragen sollten vorher geklärt werden, bevor man mit einer Aufrüstung der Wohnung oder des Hauses beginnt.

  • Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs?
  • Welche Täterschaft kommt in Frage? In einem Villenquartier muss mit spezialisierten Dieben gerechnet werden. Ein alter Wohnblock lockt eher «Turnschuheinbrecher» an.
  • Wie hoch ist die Gefahr, dass Menschen zu Schaden kommen?
  • Wie viele Wertsachen Wertsachenversicherung Wertvolles richtig versichern sind vorhanden, und was davon lässt sich nicht versichern (ideeller Wert, emotionaler Wert, Zeitwert)?
  • Wie lange dauert es, bis die Polizei eintreffen kann?
  • Welches Budget steht für Sicherheitsmassnahmen zur Verfügung?
  • Wie viel Verlust ist unter Umständen tragbar?


Fachleute unterteilen die Massnahmen gegen Einbrüche in drei Kategorien: baulich-mechanische Mittel, elektronische Mittel und organisatorische Mittel. Ideal ist eine Kombination aller drei Kategorien, die dem Risiko Rechnung trägt. Überall geht es darum, das Eindringen von Fremden zu verhindern. Doch wer seine Wertgegenstände zusätzlich absichern möchte, muss sich auch um die Sicherheit innerhalb des Hauses kümmern.

Das isch Strub – Wie schütze ich mich vor Einbrechern?

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1. Bauliche und mechanische Mittel

Ziel der mechanischen Massnahmen ist es, alle Zugänge, die nicht höher als etwa drei Meter über Boden liegen, so zu sichern, dass sie nicht einfach überwunden werden können. Ein Augenmerk gilt dabei Klettergelegenheiten wie Vordächern oder Grüncontainern.

Bei den Türen ist der Sicherheitsstandard in der Schweiz grundsätzlich hoch, bei Fenstern lohnt es sich, ein paar Franken mehr für gesicherte Fenstergriffe auszugeben. Wer ein Haus baut , sollte schon bei der Planung an die Sicherheit denken und sich früh Rat beim Experten holen. Denn es ist günstiger, etwas von Anfang an einzubauen, als nachzurüsten.

Im Mehrfamilienhaus gilt das Augenmerk vor allem der Wohnungstür. Hier lässt sich auch mit einfachen Mitteln mehr Sicherheit erreichen: Ein einhängbares Kettenzusatzschloss ist rasch montiert. In Absprache mit dem Vermieter kann allenfalls ein zweites Schloss oder gar eine Sicherheitstür eingebaut werden. Manche Vermieter sind auch bereit Renovationen Was Mieter dürfen - und was nicht , sich an den Kosten zu beteiligen oder sie sogar ganz zu übernehmen.

Rechtsratgeber
Mehr zu Einbruch

Nach einem Einbruch ist der Schreck meistens gross. Eine Hausratversicherung federt zumindest den materiellen Wert des gestohlenen Guts ab. Beobachter-Mitglieder erhalten weitergehende Infos, worauf sie bei der Versicherungsdeckung achten sollten, welche Zusätze sich lohnen können und ob Mieter für Einbruchschäden haften.

2. Elektronische Mittel

Zusätzlich zu den baulich-mechanischen Massnahmen bieten Alarm- und Videoüberwachungsanlagen einen gewissen Schutz (siehe Infografik unten). Zwar können sie den Einbruch nicht verhindern, aber möglicherweise erschrecken sie den Einbrecher, sodass er unverrichteter Dinge von dannen zieht. Zudem melden viele Anlagen den Einbruch einer Zentrale und erreichen so die Einsatzpatrouillen der Polizei. Allerdings muss man bedenken, dass es sich bei einem solchen Alarmsystem – wenn es dann einmal ausgelöst wird – häufig um einen Fehlalarm handelt.

Grundsätzlich sind von aussen sichtbare Alarmanlagen die schlauere Lösung, weil sie einen potenziellen Einbrecher fernhalten können. Auch eine Aussenbeleuchtung mit Bewegungssensor hat in vielen Fällen eine abschreckende Wirkung. Allerdings muss man damit rechnen, dass auch die Nachbarskatze oder ein Fuchs sie auslöst.

3. Organisatorische Mittel

Unter diesem Begriff fassen die Fachleute alle Verhaltensmassnahmen zusammen, die Gebäudebenutzer treffen, um die Einbruchsgefahr zu minimieren Einbrecher Wer schiebt Dieben den Riegel? : zum Beispiel die abendliche Kontrolle, ob Türen und Fenster abgeschlossen sind, oder das Einschalten des Alarms, bevor man das Gebäude verlässt. Für solche Massnahmen ist jeder Mensch selber verantwortlich.

Eine wichtige organisatorische Massnahme ist die nachbarschaftliche Hilfe. Vier wachsame Augen sind besser als zwei. Wer ungewöhnliche Vorgänge beobachtet und auf diese reagiert, hilft unter Umständen der ganzen Nachbarschaft. Fährt ein unbekannter Lenker in einem Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen vor, nur um regelmässig für mehrere Minuten die Nachbarschaft zu beobachten, sollte man den Fahrer ansprechen. Man kann zum Beispiel fragen, ob dieser Hilfe braucht. Dies allein reicht oft schon, um einen mutmasslichen Einbrecher zu vertreiben. Ansonsten gilt: lieber einmal zu oft die 117 wählen als einmal zu wenig.

Gaunerzinken

In Zeiten der mobilen Kommunikation haben diese uralten Zeichen, mit denen ein Einbrecher dem anderen Informationen übermittelte, an Bedeutung und Häufigkeit verloren. Heute können Kriminelle einander Bilder übermitteln. Früher signalisierten sie mit den Gaunerzinken zum Beispiel «hier gibt es Geld», «nichts mehr da, es wurde schon eingebrochen» oder «Hund im Haus».

Trotzdem: Sollten Sie an Ihrem Briefkasten oder an der Tür irgendwelche solcher Signaturen vorfinden, putzen Sie sie sofort weg und informieren Sie Ihre Nachbarschaft!

Eine Einladung für Einbrecher: So nicht!

Kippfenster offen lassen
Ein Einbrecher kann ein offenes Kippfenster im Handumdrehen ganz öffnen und ins Gebäude klettern. Versicherungen und Polizei werten schräg gestellte Fenster als offene Fenster!

Haustüren nicht abschliessen
Wenn Sie tagsüber das Haus verlassen, sollten Sie stets die Tür abschliessen – selbst wenn Sie nur kurz etwas im Garten verrichten, zum Nachbarn oder in den Laden um die Ecke gehen.

Freien Einblick ins Heim bieten
Bieten Sie Einbrechern keine freie Sicht in Ihr Haus. Versperren Sie den Blick durch die Fenster mit Vorhängen oder Storen. So sieht man von draussen nicht, wenn niemand zu Hause ist.

Den Helden spielen
Ertappen Sie beim Nachhausekommen einen Einbrecher in flagranti, seien Sie auf keinen Fall heldenhaft. Ihr Leben und Ihre Unversehrtheit sind mehr wert als jedes Schmuckstück!

Sind Sie im oberen Stock und hören im Parterre verdächtige Geräusche, machen Sie sich bemerkbar. Drehen Sie das Radio oder den Fernseher laut auf, rufen Sie, schreien Sie. Fast alle Einbrecher gehen einer Konfrontation aus dem Weg.

Versuchen Sie auf gar keinen Fall, sich anzuschleichen und die Einbrecher zu überraschen. Rufen Sie so rasch wie möglich die Polizei (Nummer 117). Man braucht keine Angst vor «falschem Alarm» zu haben: Die Polizei stellt einen Fehlalarm nicht in Rechnung, wie fälschlicherweise oft behauptet wird.

So schützen Sie Ihr Zuhause während der Abwesenheit
  • Richten Sie mehrere Zeitschaltuhren in den Zimmern ein. Am besten solche, bei denen sich verschiedene Ein- und Ausschaltzeiten programmieren lassen.
  • Installieren Sie den Fernseher so, dass er sich automatisch am Abend ein- und ausstellt.
  • Bestellen Sie Zeitungen und Post für die Zeit Ihrer Abwesenheit ab.
  • Informieren Sie Ihre Nachbarn über Ihre Abwesenheit. Bitten Sie sie, den Briefkasten zu leeren und zwischendurch Rollläden oder Sonnenstoren zu öffnen und zu schliessen.
  • Falls Ihnen die Nachbarin die Blumen giesst oder die Katze füttert, fragen Sie, ob sie dies auch zu unterschiedlichen Zeiten tun könnte.
  • Falls sich die Möglichkeit bietet, organisieren Sie einen Housesitter. Vielleicht finden Sie sogar ein Haus- oder Wohnungstauschangebot Haus- und Wohnungstausch Familienferien in fremden Betten .
  • Machen Sie weder auf Ihrem Telefonbeantworter noch in Ihrem Auto-Reply in der E-Mail noch auf sozialen Netzwerken konkrete Angaben zu Ihrer Abwesenheit.
  • Verzichten Sie auch während der Ferien auf ständige Posts auf Facebook & Co., oder achten Sie mindestens darauf, was die Öffentlichkeit sehen kann Facebook So schützen Sie Ihre Daten .
  • Legen Sie das gesamte Bargeld und möglichst viele Ihrer Wertgegenstände in einen Tresor.
  • Machen Sie von den Daten auf Ihrer Computer-Harddisk eine Sicherheitskopie und legen diese in den Tresor oder fragen Sie eine Person Ihres Vertrauens zwecks Aufbewahrung.
  • Achten Sie vor Ihrer Abreise darauf, dass Sie neben Fenstern und Wohnungstür auch Zugänge zu Keller, Garage und Bastelraum schliessen.
  • Falls Sie ohne Auto in die Ferien fahren, parkieren sie den Wagen nach Möglichkeit nicht so, dass jeder Passant erkennen kann, dass er wochenlang nicht verwendet wird.