Knapp 84 Franken kosteten vor einem Jahr 100 Liter Heizöl – heute etwa 140 Franken. Ähnlich siehts beim Gas Gemeinden erhöhen Preise Wie stark darf der Preis für Gas steigen? aus: Für die Kilowattstunde zahlt man heute laut Hauseigentümerverband im Schnitt rund 13 Rappen statt 9. Insgesamt steigen 2022 die Nebenkosten für fossile Heizenergie um 38 Prozent, schätzt die Credit Suisse. Das werden auch die Mieterinnen und Mieter zu spüren bekommen.

Darf mir die Vermieterin die höheren Heizkosten verrechnen?
Die Vermieterin darf Ihnen die Heizkosten grundsätzlich nur dann in Rechnung stellen, wenn das so im Mietvertrag abgemacht ist. Andernfalls darf sie nichts fordern.
 

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Im Mietvertrag steht «Heizkosten a conto». Muss ich mehr zahlen, wenn die Preise steigen?
Ja. A conto bedeutet, dass Sie monatlich einen Betrag im Voraus zahlen und der Vermieter einmal jährlich abrechnet. Wenn die Energiekosten steigen, kann es sein, dass die Akontobeiträge nicht genügen – und Sie nachzahlen müssen, wenn die Abrechnung kommt.
 

Ich zahle pauschal fürs Heizen. Muss ich wegen der steigenden Preise nachzahlen?
Nein, weil die Vermieterin nicht detailliert abrechnen darf. Sie zahlen monatlich eine fixe Nebenkostenpauschale – und das wars. Die Vermieterin kann kein Geld nachfordern, wenn sie für das Heizen mehr ausgeben musste. Aber sie kann die monatliche Pauschale erhöhen.
 

Wie kann ich prüfen, ob mir nicht zu viel verrechnet wird?
Indem Sie die Originalbelege prüfen . Die können Sie direkt beim Vermieter oder bei der Verwaltung einsehen – unabhängig davon, ob Sie die Heizkosten a conto oder pauschal übernehmen.

So beanstanden Sie die Nebenkostenabrechnung!

Etwas stimmt bei der Abrechnung der Nebenkosten nicht oder macht Sie stutzig? Mit der Mustervorlage «Beanstandung der Nebenkostenabrechnung» sehen Sie als Beobachter-Abonnent, wie Sie beim Vermieter nachhaken können.

Wann wird abgerechnet?
Wenn Sie die Heizkosten a conto übernehmen, erfolgt die Abrechnung einmal jährlich – wenn die Heizperiode endet. Diese läuft oft von Anfang Juli bis Ende Juni. Deshalb flattern die meisten Abrechnungen ab Spätsommer ins Haus. Wer pauschal fürs Heizen zahlt, bekommt keine Abrechnung.
 

Was kann ich tun, damit ich nicht von einer horrenden Abrechnung überrascht werde?
Zunächst einmal: sparsam heizen Steigende Kosten So sparen Sie Energie – und Kohle und möglichst wenig Warmwasser verbrauchen. Ein Grad weniger Raumtemperatur macht schon etwas aus; der Energieverbrauch verringert sich um sechs Prozent. Ständig geöffnete Kippfenster verbrauchen Unmengen an Energie, lüften Sie lieber zweimal täglich fünf bis zehn Minuten. Und bitten Sie den Vermieter, die monatlichen Akontobeiträge zu erhöhen. So werden die Kosten gleichmässiger auf das Jahr verteilt – und die böse Überraschung kommt nicht erst am Ende der Heizperiode.
 

Darf der Vermieter die monatlichen Beträge von sich aus erhöhen?
Ja, wenn sie die effektiven Kosten nicht mehr decken. Aber nicht von heute auf morgen, sondern erst auf den nächsten Kündigungstermin. Er muss die Erhöhung auf dem amtlichen Formular präzise und klar begründen. Das gilt für Akontobeiträge genauso wie für Pauschalen. Aber Vorsicht: Bei den pauschalen Beträgen orientiert man sich an den durchschnittlichen Kosten der letzten drei Heizperioden. Erst wenn dieser Wert höher ist als der abgemachte Betrag, kann der Vermieter ihn um die Differenz erhöhen. Wenn Sie vermuten, dass der Vermieter zu viel erhöht, können Sie die Erhöhung bei der Schlichtungsbehörde für Mietsachen Mietstreitigkeiten Wie läuft ein Schlichtungsverfahren ab? kostenlos anfechten.

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Quelle: Beobachter Bewegtbild

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Norina Meyer, Redaktorin
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