Ja, unter Umständen kann man das von ­Ihnen verlangen. Rechtsgrundlage dazu ist das Weisungsrecht des Arbeitgebers Weisungsrecht Was darf der Arbeitgeber verlangen? gegenüber Angestellten, aber auch seine Pflicht gegenüber Patienten und Mitarbeitenden zum Schutz vor vermeidbaren Gesundheitsgefährdungen. Das St. Galler Verwaltungs­gericht hielt schon 2006 fest, dass bei direktem Kontakt zu gefährdeten Patientengruppen eine Hepatitis-B-Impfpflicht für Ärzte und Pflegende gerechtfertigt sein könne.

Jeder Fall ist aber für sich anzusehen. Selbst eine Pandemie, eine länder- und kontinentüber­greifende Ausbreitung ­einer Krankheit, rechtfertigt keine all­gemeine Zwangsimpfung. Es gilt stets, die Interessen abzuwägen und nach der Verhältnismässigkeit zu fragen.

Denkbar ist, dass die Interessen des Arbeitgebers an einer Impfung über­wiegen, wenn in einem Altersheim oder Spital gehäuft Fälle auftreten. Umso mehr, je näher der Kontakt zu Patienten ist, je geringer die Nebenwirkungen sind und je zuverlässiger die Impfung ist.

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Welche Loyalität darf der Arbeitgeber einfordern? Welche Rechte hat man, wenn man sich im Mitarbeitergespräch oder bei der Leistungsbeurteilung ungerecht behandelt fühlt? Darf der Chef private Mails mitlesen? Mitglieder von Guider wissen, welche Rechte und Pflichten im Arbeitsverhältnis gelten und können sich wehren, wenn es die Situation erfordert.

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Jasmine Helbling, Online-Redaktorin

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