Es sei «en schöne Seich», was ihm mit Localsearch widerfahren ist. Markus Engler ist Geschäfts­führer der Sorola Storen GmbH in ­Hertenstein bei Baden AG und hat sich im Februar 2018 von der Swisscom-Tochter eine Webpräsenz bauen lassen. Dafür bezahlte er 1490 Franken – an sich ein guter Preis. Doch zum ­Rundum-sorglos-Paket (Eigenwerbung) kommen jährlich noch 990 Franken für den Support dazu. Zudem beträgt die Dauer solcher Serviceverträge drei Jahre.

Engler nahm den Service aber nie in Anspruch und kündigte den Dreijahresvertrag. Die Folge: Ab Februar 2021 steht seine Sorola Storen GmbH ohne Website da. Alles, was Localsearch zurückgibt, sind die Bilder und die Texte seiner Homepage. «Wenn ich gewusst hätte, dass man nach Vertragsauflösung und einer Investition von 4460 Franken mit leeren Händen dasteht, hätte ich sicher einen anderen Anbieter gewählt», sagt Engler.

«Der Kunde erwirbt die Website für einen fixen Zeitraum von drei Jahren», sagt Localsearch-Sprecher Harry Meier. «Die Designcodes gehören unserem Website-Lieferanten und sind nicht Teil des Inhalts.»

Engler sagt, dass die Aussendienstmitarbeiterin von Localsearch ihm ­damals allerdings erklärt hat, er werde bei einem allfälligen Ausstieg einen ­Memorystick mit allen Templates, Bildern, Texten erhalten – alles, was er brauche, um seine Website neu erstellen zu lassen. Dem sei aber nicht so. Er muss nun wieder jemanden suchen, der ihm seine Site von Grund auf neu baut.

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War er einfach nur schlecht in­formiert? «Im Beratungsgespräch informieren unsere Kundenberater transparent über das Produkt und ­dessen Ausgestaltung», heisst es bei Localsearch. Ausserdem seien diese Bestimmungen in den AGB so festgelegt.

Die AGB seien klar zum Vorteil von Localsearch abgefasst, enthielten aber keine völlig ungewöhnlichen Klauseln zulasten der Kunden, sagt der Zürcher Rechtsanwalt Thomas Kohli. Problematisch seien die hohen wiederkehrenden Kosten von fast 1000 Franken pro Jahr. Die Erstellungskosten würden wohl mit den Servicegebühren querfinanziert. Für die meisten KMU sei das ein schlechter Deal. Da Kleinunternehmen gewöhnlich erst nach zig Jahren ein Redesign vornähmen, führen sie mit Localsearch schlechter.

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