Zwei Wochen vor dem Bergsturz schlug der Geologe Alarm. Der Experte, vom Kanton beauftragt, kennt den Piz Cengalo im bündnerischen Bergell am besten.

Er hielt fest: Aus dem Innern des Bergs seien brechende Gesteinsbrücken zu hören. «Zusammen mit der aktuell erhöhten Blocksturzaktivität ein untrügliches Zeichen, dass ein grösserer Sturz bevorsteht», schrieb er per Mail und fett markiert dem Bündner Amt für Wald und Naturgefahren (AWN). Und er empfahl am 10. August 2017, «die Val Bondasca vorläufig nicht mehr zu betreten».

Am Morgen des 23. August, einem Mittwoch, bewahrheitete sich seine Vorhersage. Der Berg kam und begrub bei Bondo acht Berggänger unter bis zu 20 Metern Gestein und Geröll. Der Krisenstab der Gemeinde Bergell, zu der das Dorf Bondo gehört, hatte zuvor entschieden, das Bondasca-Tal offen zu lassen – auf Empfehlung des Kantons. So steht es in einer Aktennotiz der Gemeinde.