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VolkszählungMuss man den Fragebogen wirklich ausfüllen?

Jedes Jahr fordert das Bundesamt für Statistik über 200'000 Personen auf, einen Fragebogen für die Volkszählung auszufüllen. Was, wenn man sich weigert?

Die Strukturerhebung wird jährlich durchgeführt. Wer für die Befragung zur Volkszählung ausgewählt wird, muss daran teilnehmen.
von aktualisiert am 17. Januar 2018
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Warum verschickt das Bundesamt für Statistik (BFS) jedes Jahr diese Fragebögen?

Früher befragte das BFS für die Volkszählung alle zehn Jahre die gesamte Bevölkerung. Seit 2010 bezieht es die meisten dafür benötigten Informationen aus den Einwohnerregistern der Gemeinden und Kantone und ist deshalb nur noch auf etwas mehr als 200’000 Stichproben aus der Bevölkerung angewiesen – diese dafür jährlich. Anhand dieser sogenannten Strukturerhebung kommt der Bund zu weiteren relevanten Daten, die sich aus den Registern nicht ergeben. Dazu zählen zum Beispiel weiterführende Angaben zu Sprache, Religionsgemeinschaften, Familien- und Wohnverhältnissen.

Was passiert mit diesen Daten?

Alle erhobenen Angaben werden streng vertraulich behandelt. Nach Abschluss der Erhebungsphase im Herbst anonymisiert das Bundesamt für Statistik die Datensätze, indem Name, Vorname, Adresse und AHV-Nummer entfernt werden. Die Fragebögen selbst löscht es im Dezember. Gut zu wissen: Die Daten werden nicht an andere Behörden – etwa Steuerverwaltung oder IV – weitergegeben. 

Muss man den Fragebogen ausfüllen?

Ja. Die Strukturerhebung ist obligatorisch. Wer einen Fragebogen erhält, muss ihn vollständig und korrekt ausgefüllt innerhalb weniger Wochen zurücksenden. Dieses Jahr ist der Einsendeschluss am 26. Januar 2018.

Was passiert, wenn man es nicht macht?

Laut Angaben des BFS versäumt etwa die Hälfte der Teilnehmer die erste Abgabefrist Ende Januar. Diese Personen erhalten Ende Februar ein erstes Erinnerungsschreiben, Ende März ein weiteres.

Wie wird überprüft, ob jemand falsche Angaben gemacht hat?

Die Antworten der Teilnehmer werden mit den Daten aus Einwohner-, Gebäude- und Wohnungsregistern ergänzt. Anschliessend überprüft das BFS, ob die Angaben beispielsweise zu Erwerbstätigkeit oder Arbeitsweg übereinstimmen. Ist das nicht der Fall, werden betroffene Teilnehmer nochmals telefonisch kontaktiert.

Droht eine Busse, wenn man den Fragebogen fehlerhaft, zu spät oder gar nicht zurückschickt?

Laut Volkszählungsgesetz droht in einem solchen Fall eine Gebühr von bis zu 1000 Franken. Bezahlen musste aber bisher noch nie jemand, sagte BFS-Vizedirektor Markus Schwyn dem «Tages-Anzeiger». Grund dafür sei die hohe Rücklaufquote der Fragebögen, die über 90 Prozent beträgt. Solange die Teilnahmebereitschaft so hoch ist, dürfte das Bundesamt auch weiterhin keine Bussen aussprechen.

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