Ingwer-Shots sind sehr wertvoll. Zumindest suggeriert das der Preis: Verkauft wird das scharfe Getränk in Portiönchen à 60 Milliliter für CHF 2.50 (Sluups) bis CHF 5.90 (Mono und Jelmoli). Das macht im billigsten Fall gut 41 Franken pro Liter, im teuersten exorbitante 98 Franken. Dafür gäbe es zum Beispiel 46 Liter Bio-Apfelsaft à CHF 2.10.

Der Vergleich mit Apfelsaft ist nicht zufällig gewählt. Er ist Hauptbestandteil der gängigen Ginger Chemotherapie Ingwer und Selen tun gut -Shots und macht meist mehr als die Hälfte des Inhalts aus. Entsprechende Kosten für beste Bioqualität: rund 6 Rappen.

Eine Marge von mehreren hundert Prozent

Ein Drittel des Shots ist Ingwersaft. Aus einem Kilo Bio-Ingwer für rund 9 Franken presst der Laie zu Hause mit einem handelsüblichen Entsafter 800 Milliliter Saft. Das reicht für 40 Shot-Portionen à 22 Rappen. Der Zitronensaft kommt auf rund 20 Rappen zu stehen. Noch ein paar Tropfen Honig. Fertig.

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Ein fertiger Shot – der Zeitaufwand ist absolut überschaubar – verursacht im Heimverfahren Materialkosten von weniger als 50 Rappen. Hersteller bezahlen natürlich einen Bruchteil für die Zutaten. Der Preis für die teuersten Produkte der Marke «Gripen» und der Eigenmarke von Jelmoli beträgt gut das Zwölffache. Selbst wenn Kosten für Personal, Lagerung und Marketing mit eingerechnet werden, bleibt eine Marge von mehreren hundert Prozent.

Was bringen die Shots?

Mono, der Hersteller von «Gripen», bewirbt das Säftchen als «die schärfste Waffe!» Ganz egal, in welch misslicher Lage man sich gerade befinde, bringe der Ginger Shot einen wieder auf Touren.

Tatsächlich wirkt der Saft durch seine Schärfe im ersten Moment belebend. Erste Studien attestieren der Knolle zudem blutgerinnungshemmende und schmerzstillende Wirkung, ähnlich dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (Aspirin). Auch bei Reiseübelkeit soll sie helfen. Weiter wird der gelben Wurzel zugeschrieben, sie beuge gegen Erkältungen Erkältung Der grosse Mythen-Check und Krebs vor und unterstütze beim Abnehmen. Für sämtliche medizinischen Wirkweisen fehlen derzeit aber noch umfassende Studien.

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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