EheproblemeTrennung oder Scheidung?

Lehnt einer der Partner die sofortige Scheidung ab, muss der andere – ausser bei gravierenden Vorkommnissen – die zweijährige Trennungsfrist abwarten. Bild: Thinkstock Kollektion

Frage: In unserer Ehe klappt nichts mehr. Wir haben zwei minderjährige Kinder. Sollen wir uns besser scheiden lassen oder nur getrennt leben?

von Karin von Flüeaktualisiert am 2017 M07 27

Es ist schwierig zu ermessen, was im persönlichen Fall die beste Lösung ist. Doch zwischen dem Getrenntleben und der Scheidung gibt es ein paar Unterschiede, die nachfolgend erklärt sind.

Bei einer Trennung ist Folgendes zu regeln:

  • die Zuteilung der Obhut, also bei welchem Elternteil die Kinder wohnen;
  • das Besuchsrecht;
  • Alimente für das Kind und falls nötig für den Ehegatten;
  • wer das alleinige Benutzungsrecht für die Wohnung und den Hausrat erhält.
Guider Logo

Mehr zu Scheidung bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Eine Scheidung kostet immer Kraft, egal ob diese einvernehmlich oder gerichtlich in einer Kampfscheidung vollzogen wird. Guider klärt für seine Mitglieder Fragen zum Scheidungsrecht. Finden Sie unter anderem mithilfe eines Merkblatts heraus, wie sich die Unterhaltspflicht zusammensetzt, was bei einem Gerichtsverfahren auf Sie zukommt und wie das eheliche Vermögen geteilt wird.

Bei einer Scheidung ist zusätzlich Folgendes zu regeln:

  • auf welchen Ehegatten der Mietvertrag für die eheliche Wohnung übertragen wird oder ob ein befristetes Wohnrecht am Eigenheim für einen Ehegatten nötig ist;
  • die güterrechtliche Auseinandersetzung;
  • die Teilung der während der Ehe geäufneten Pensionskassenguthaben.


Können sich die Eheleute einigen, ist der Gang ans Gericht bei der Trennung fakultativ. Bei der Scheidung hingegen ist er obligatorisch. Im Streitfall kann bei der Trennung jeder Ehegatte jederzeit das Gericht einschalten. Lehnt einer der Partner die sofortige Scheidung ab, muss der andere – ausser bei gravierenden Vorkommnissen – die zweijährige Trennungsfrist abwarten.

Die Aufteilung des ehelichen Vermögens ist auf Wunsch beider Eheleute bereits bei der Trennung möglich. Ein Vertrag auf Gütertrennung beim Notar ist aber ratsam. Ansonsten ist über die künftigen Ersparnisse bis zur Scheidung noch abzurechnen.

Gegen den Willen eines Ehegatten ist die Gütertrennung nur über das Gericht zu erreichen. Und dafür müssen wichtige Gründe vorliegen, zum Beispiel, dass ein Ehegatte seine Errungenschaft verschleudert oder sich einer der Scheidung nur widersetzt, damit er möglichst lange von der Errungenschaft des anderen profitieren kann.

Im Gegensatz zur Scheidung hat die Trennung weder einen Einfluss auf die Witwen- und Witwerrenten noch auf die gegenseitige Erbberechtigung. Die Eheleute können aber freiwillig bereits vor der Scheidung in einem notariell beglaubigten Erbvertrag gegenseitig auf ihr Erbrecht verzichten.

Buchtipp

Scheidung

Faire Regelungen für Kinder – gute Lösungen für Wohnen und Finanzen

Mehr Infos

Scheidung
Scheidung