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EL reichen nichtWer hilft, zusätzliche Kosten zu decken?

Trotz Ergänzungsleistungen haben viele Rentner zu wenig zum Leben. Was können Betroffene unternehmen?

Die Mehrheit der EL-Beziehenden kann keine Rückstellungen bilden.
von aktualisiert am 19. März 2019

Nicht alle AHV- und IV-Rentner können ihren Lebensunterhalt selber bezahlen. Sie erhalten unter bestimmten Umständen Ergänzungsleistungen (EL) Lebensunterhalt Wer kann Ergänzungsleistungen beantragen? . Aber auch das nur beschränkt. So erhält jemand, der allein lebt, maximal 1621 Franken für den Lebensunterhalt und 1100 Franken für das Wohnen. Ein Ehepaar erhält höchstens 2431 Franken Lebensunterhalt und 1250 Franken für die Miete. Zusätzlich werden die Krankenkassenprämien, Selbstbehalte und Franchisen übernommen.

Keine Ergänzungsleistungen für diese Kosten

Mit dem Lebensunterhalt müssen die Betroffenen Lebensmittel, Kleider, Strom, Mobilität, Steuern und sämtliche übrigen Ausgaben bezahlen. Das ist knapp bemessen. Unerwartete Ausgaben können das Budget sprengen. Für viele Kosten gibt es keine zusätzlichen Ergänzungsleistungen, etwa für:

  • Brillen
  • Spitalkostenbeitrag (15 Franken je Tag)
  • höhere Franchise als 300 Franken
  • alternative Therapien und Medikamente, sofern nicht im Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) versichert
  • Hörgeräte, sofern die Kosten höher sind als der Maximalbetrag der Ergänzungsleistungen
  • Mieten, die höher sind als 1100 Franken für Alleinlebende oder 1250 Franken für Ehepaare
  • Parkplatzmieten, sofern sie nicht im Mietvertrag eingeschlossen sind
  • Umzugskosten
  • teure Zahnbehandlungen
  • Kauf und Reparatur von Haushaltsgeräten
  • Ferien Ergänzungsleistungen Darf ich mir eine Ferienreise leisten? und Freizeitaktivitäten
  • behindertengerechte Umbauten

Eine Brille kostet schnell einmal 1000 Franken und mehr. So manche Rentnerin weiss nicht, wie sie solche Optiker-Rechnungen zahlen soll. Oft fehlt EL-Bezügern auch das Geld, um bei einem Umzug eine neue Mietkaution zu hinterlegen Sozialhilfe Bezahlt das Amt die Mietkaution für mich? .

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EL-Bezüger besitzen keine Reserven

«Jede achte Person im Pensionsalter hat Schulden», sagt Annina Spirig von Pro Senectute. Das führt zu Zahlungsrückständen, zum Beispiel bei Krankheitskosten, und kann der Anfang einer Verschuldung Schuldensanierung Raus aus den Schulden – so gehts sein. 17 Prozent der EL-Beziehenden haben gar kein Vermögen, und weitere 44 Prozent haben weniger als 10'000 Franken erspart. «Rund 60 Prozent der EL-Beziehenden können also kaum Rückstellungen bilden», sagt Christoph Geissbühler, Leiter des Direkthilfe-Fonds FLB von Pro Infirmis.

Bei einem finanziellen Engpass empfiehlt es sich also, möglichst früh Hilfe zu holen. Zuwarten kann verhängnisvoll sein. Je nach Problem kann etwa der FLB-Fonds von Pro Infirmis helfen (siehe Box unten «Zuschüsse beantragen»). Aber nicht nur Behinderte können in Notlagen auf Unterstützung zählen – alle Pro-Werke verfügen über Fonds, die über EL/IV-Gelder gespeist werden. Insgesamt wurden letztes Jahr fast 34 Millionen Franken verteilt. EL-Beziehende und bedürftige Rentner können Zuschüsse beantragen. Notlagen können gelindert, spätere Schulden verhindert werden.

Zuschüsse beantragen: Hier erhalten Bedürftige Hilfe

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Mehr zu Ergänzungsleistungen bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Um Ergänzungsleistungen (EL) zu beziehen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Guider zeigt seinen Mitgliedern nicht nur, welche das sind, sondern führt auch mit Fallbeispielen auf, welche Auswirkungen eine Hausübertragung hat und welche Rechtsmittel bei einem negativen Entscheid offenstehen.

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Tina Berg, Online-Redaktorin

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