Reihenfolge der Anlagemodelle nach aufsteigendem Risiko:

Spareinlagen/Kleinkredite

Alternative Banken wie die ABS in Olten bieten die Möglichkeit, Kredite für umweltfreundliche und soziale Projekte zu finanzieren. Wer Kleinfirmen in ärmeren Ländern auf die Beine helfen möchte, kann sein Geld einem Mikrokreditfonds zur Verfügung stellen. Bei geringem Ausfallrisiko hat die Verzinsung in den letzten Jahren teils sogar positiv überrascht.

Vorsorgeprodukte

Die Altersvorsorge mit ihrem langfristigen Sparhorizont eignet sich hervorragend für nachhaltige Geldanlagen. Der AHV-Ausgleichsfonds etwa legt fünf Milliarden Franken nach nachhaltigen Kriterien an. Auch einige Pensionskassen lassen sich bei ihren Anlageentscheiden von Nachhaltigkeitskriterien leiten.

Eine Wahlmöglichkeit für Einzelpersonen besteht aber einzig bei der dritten Säule, wo einige Anbieter entsprechende nachhaltige Anlagemöglichkeiten geschaffen haben: Beispielsweise investiert der «BVG Oeko 3» von Swisscanto, der Sammelstiftung der Kantonalbanken, sein Geld «nur in Unternehmen und Schuldner, die im Vergleich zu ihren Konkurrenten zu den fortschrittlichsten in Sachen Umwelt gehören». Einzelne Versicherungen haben Lebensversicherungen im Angebot, die sich mit nachhaltigen Fondsanlagen kombinieren lassen.

Fonds

Ökoeffizienz-Fonds, Öko-Pionier-Fonds, Nachhaltigkeitsfonds, Themenfonds – grüne Fonds unterscheiden sich nicht nur in der Stossrichtung der Anlagepolitik. Auch bezüglich der Anlageklassen, in die sie investieren, gibt es Schattierungen: reine Obligationenfonds, Mischfonds mit Aktien und Obligationen oder reine Aktienfonds.

Die Unterscheidung ist wichtig: Denn je höher der Aktienanteil, desto höher das Risiko.

Die Fondsangebote unterscheiden sich auch bezüglich der geographischen Streuung der Investments: Einige investieren nur in Schweizer Aktien, andere nur in Emerging Markets, viele haben ein weltweites Anlageuniversum. Auch hier gilt: Je breiter die Streuung, desto geringer das Risiko.

Zertifikate

Immer mehr Indizes bilden die Entwicklung nachhaltiger Aktien ab. Mit Zertifikaten können Anlegerinnen und Anleger einfach und kostengünstig einen Index oder einen Aktienkorb (Basket) «kaufen».

Das Angebot an Indexzertifikaten ist riesig: Es gibt Zertifikate auf den Global Consumption Index (Konsumaktien), den Öko-Dax (die grössten deutschen Firmen aus dem Bereich Alternativenergie), den Emerging Markets Eco Index (chinesische oder brasilianische Firmen aus den Bereichen Solar oder Wasser), den Vontobel-Klimaschutz-Index, den Global Alternative Energy Index der CS, den S-BOX Dr. Höller Cool Climate Index und so weiter. Der Wert der Indexzertifikate bewegt sich analog zu den Indizes.

Der Vorteil von Zertifikaten: Ausgabeaufschläge fallen weg, die Verwaltungsgebühren sind in der Regel tiefer als bei Fonds. Bereits mit kleinen Beträgen lässt sich so günstig und gut diversifiziert in die nachhaltigen Trends investieren.

Der Nachteil von Zertifikaten: Zertifikate sind vom Gesetz weniger gut geschützt als Fonds, Anlegerinnen und Anleger können darum bei einem Konkurs des Herausgebers leer ausgehen.

Einzelaktien

Die langfristigen Perspektiven von Wind-, Wasser- oder Solarfirmen sind vielversprechend, und man spart sich die Gebühren für das Fondsmanagement. Trotzdem ist es aus Sicherheitsüberlegungen nicht sinnvoll, auf wenige Einzeltitel zu setzen. Fonds oder Zertifikate streuen das Risiko besser. Wer es dennoch versuchen will: Gute Einzeltitel lassen sich etwa aus den gängigen Nachhaltigkeitsindizes filtern.

Grüne Geldanlage: Zehn Grundsatzfragen

  1. Risikoneigung: Steht für mich die Sicherheit im Vordergrund (Sparbuch, Obligationen, Mischfonds), oder will ich auch etwas riskieren (Aktien, Aktienfonds und Zertifikate)?
  2. Risikofähigkeit: Wie viel Risiko kann ich mir aufgrund meiner Vermögenssituation leisten? Das Mass für das Risiko ist die Volatilität. Am schwankungsanfälligsten sind Fonds, die vorwiegend in junge Kleinfirmen, die neue Technologien entwickeln, investieren (Pionier-Fonds, Private Equity, zum Beispiel im Bereich Alternativenergie).
  3. Anlagehorizont: Wie lange kann ich das Geld entbehren? Auch grüne Investments binden Kapital. In Aktienanlagen (auch Fonds und Zertifikate) sollte man nur Spargelder stecken, auf die man in den nächsten zehn Jahren nicht angewiesen ist.
  4. Anlagemix: Welche Anlageform (Obligationen, Einzelaktien, Fonds, Zertifikate, dritte Säule) passt zu meinen übrigen Kapitalanlagen (etwa Immobilien, Gold, Sparkonti)? Ist das Risiko gut verteilt (Diversifikation)? Es ist zum Beispiel nicht sinnvoll, einen grossen Teil seines Vermögens allein in Solarfirmen zu stecken.
  5. Anlagethema: Was ist mir wichtig? Stehen ökologische, soziale oder ethische Aspekte im Vordergrund? Welche Firmen aus welchen Branchen will ich mitfinanzieren? Welche Themen sind mir wichtig? Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Wasserversorgung, soziale Verantwortung, erneuerbare Energie, Mikrokredite für Entwicklungsländer? In welche Branchen will ich auf keinen Fall investieren (zum Beispiel Rüstung, Erdöl, Gentech)?
  6. Angebotssuche: Welche Finanzprodukte kommen in Frage? Wie haben sie in der Vergangenheit abgeschnitten (Rendite)? Welche Erfahrung, welchen Erfolgsausweis haben die Anbieter vorzuweisen? Wie ist deren Renommee, und wie wird deren finanzielle Sicherheit durch Ratingagenturen (vor allem bei Zertifikaten wichtig) bewertet?
    Tipp: Die Website www.nachhaltiges-investment.org hilft mit Suchkriterien bei der Auswahl.
  7. Transparenz: Wie legt das Management mein Geld an? Verstehe ich den Anlageprozess? Reichen mir die veröffentlichten Angaben zum Auswahlverfahren? Erhalte ich Aufschluss über Unternehmensbewertung, Ausschlusskriterien und investierte Firmen? Sind die Gebühren transparent? Wie setzt der Fonds seine Stimmrechte ein?
    Tipp: Fonds, die sich an die Transparenzleitlinien des Forums Nachhaltige Geldanlagen halten, sind in diesem Punkt vorbildlich. Die Liste finden Sie unter www.forum-ng.de.
  8. Kontrolle: Wie wird die Einhaltung der Anlagekriterien sichergestellt? Bewertet eine Fondsgesellschaft das Umwelt- und Sozialverhalten der Firmen selbst, oder vertraut sie auf externe Spezialisten (Ratingagenturen)? Wacht ein unabhängiger Beirat über die Anlagepolitik?
  9. Entscheid: Entspricht der Investmentansatz meinen Wünschen? Werden meine persönlichen Ausschlusskriterien eingehalten? Vertraue ich Anbieter und Management? Habe ich das Gefühl, dass mein Geld hier in die richtigen Kanäle fliesst?
    Tipp: Nehmen Sie direkt mit der Fondsleitung Kontakt auf, wenn Sie noch Fragen haben.
  10. Timing: Wie beurteile ich das momentane Börsenumfeld? Ein günstiger Einstiegszeitpunkt?
    Tipp: Sinnvollerweise werden die Investments zeitlich gestaffelt.