Das Jahr 2024 war in China das Jahr des Drachen. Das klingt romantisch. Vor allem weil es Drachen nicht gibt. Deshalb richten sie im Allgemeinen auch keinen grossen Schaden an.

Die Schweiz dagegen feierte im Sommer 2024 das Jahr der Schnecke. Ich meine die Gemeine Gartenwegschnecke, mit Betonung auf «gemein». Sie gab es nach den regenreichen Monaten in viel grösserer Zahl als die Drachen. Und so frass sie alles ratzekahl weg. Landauf, landab klang Wutgeheul aus allen Gärten – und das Prasseln der Schneckenkörner, mit denen rund um die überlebenden Pflanzen Mauern aufgeschüttet werden.

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Doch die Schnecke lässt sich von allen Angriffen nicht beeindrucken. Arrogant hält sie an ihrer Höchstgeschwindigkeit von 0,0009 Kilometern pro Stunde fest. Dabei ist sie über 500 Millionen Jahre alt und hätte damit, so würde man denken, genug Zeit gehabt, zum Fluchttier zu werden. Als Beispiel sei die Gazelle genannt.

Man kann zum Beispiel einen Schottergarten anlegen. Der macht jede Schnecke zur Schnecke.

Immerhin ist Gift nicht das einzige Mittel gegen die Frassschäden. Man kann zum Beispiel einen Schottergarten anlegen. Der macht jede Schnecke zur Schnecke. Zudem lassen sich aus den Flechten, die er hervorbringt, köstliche Salate zaubern.

Einige Leute schwören auf Bierfallen, in denen die nackten Kriecher elendiglich ertrinken sollen. Das ist allerdings ein klarer Verstoss gegen die Bierschutzverordnung. Denn nur der Mensch ist des Gerstensafts würdig.

Meine Mutter dagegen erledigt die Schleimer mit einem rostigen Küchenmesser.

Wieder andere raten dazu, Fenchel anzupflanzen. Denn die Schnecken verabscheuen ihn. Da bin ich für einmal voll auf ihrer Seite.

Meine Mutter dagegen erledigt die Schleimer mit einem rostigen Küchenmesser. Das kann ich als Vegetarier, der jede Metzgete ablehnen muss, eigentlich nicht unterstützen. Doch bei den Schnecken mache ich eine Ausnahme.

Damit bin ich nicht allein. Sogar die Tierschützerszene zählt die Schnecken nicht zu ihren engsten Freunden. Das zeigt sich auch daran, dass ein einschlägiger Verein «Vier Pfoten» heisst – und nicht etwa «Vier Schleimspuren».

Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals am 20. September 2024 veröffentlicht.

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