Angesichts der Lage ist es kaum verwunderlich. Die Menschen in der Schweiz schauten schon deutlich optimistischer in die Zukunft. Das zeigt das neueste Sorgenbarometer, das das Forschungsinstitut GFS Bern jedes Jahr im Auftrag der Credit Suisse erhebt.

An oberster Stelle stehen zum ersten Mal der Klimawandel und der Umweltschutz. Dicht gefolgt von der Altersvorsorge. Sorgen machen sich die Schweizer Stimmberechtigten auch, woher die Energie in Zukunft kommt, um die Beziehung mit Europa, die Inflation und die Krankenkassenprämien. Die Angst, den Job zu verlieren, fällt hingegen erstmals seit Ende der Achtzigerjahre aus den Top Ten.

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Ein Gefühl von Unsicherheit und Ohnmacht dominiert. Niemand weiss, was der Krieg in der Ukraine für Folgen nach sich zieht. Am ehesten Abhilfe schaffen kann man, wenn man bei sich selbst ansetzt. Der Beobachter hat die wichtigsten Tipps, Hilfen und Infos zusammengetragen.

Klimawandel und Umweltzerstörung

Am meisten Sorgen macht den Schweizerinnen und Schweizern dieses Jahr der Klimawandel und der Umweltschutz. Fast täglich sehen wir uns mit Hiobsbotschaften über den Zustand der Natur konfrontiert. Und die Politik tut sich schwer, konkrete Lösungen zu finden. Das verunsichert. 

Der Facharzt für Psychiatrie und Psychologie Thomas Ihde sagt, Verunsicherung sei eigentlich etwas Positives Krisenmodus non-stop Was tun, wenn alles einfach nur noch besorgniserregend ist? . «Sie ist Teil unseres Alarmsystems.» Doch natürlich ist eine Gefahr, die über einen längeren Zeitraum andauert, nicht vergleichbar mit einer akuten Bedrohungslage, vor der man sich in Sicherheit bringen muss. 

Kleine Schritte seien wichtig für die Selbstwirksamkeit, so Ihde. Etwas Einfaches, Konkretes wie das Recyceln von PET-Flaschen zum Beispiel. «Uns zu fragen, was wir mit kleinen Handlungen für die Natur tun können, und das dann auch umzusetzen, ist wichtig für die Sache, aber auch gut für unsere Psyche.»

Laut Ihde seien aber auch grössere Schritte wichtig. Beispielsweise Geld zu spenden. Für die Forschung und die Umsetzung von Ideen, welche die eigenen Werte stützen. Oder sich im Lokalen oder auf höherer Ebene politisch zu betätigen. 

Altersvorsorge

Am zweitstärksten schlägt das Sorgenbarometer dieses Jahr bei der Altersvorsorge aus. Wird es in Zukunft überhaupt noch eine AHV geben? Wird man den jetzigen Lebensstandard in Zukunft halten können? Wer wird für die Kosten für Pflege und Gesundheit aufkommen?

Wie sich AHV und Pensionskassen entwickeln, ist ungewiss – sich um die eigene Altersversorgung kümmern kann man aber nicht früh genug Pensionierung vorbereiten So haben Sie im Alter genug Geld , auch wenn es bünzlig klingt. Ein Beispiel: Wer beim Eintritt ins Rentenalter privat 300’000 Franken auf der hohen Kante haben will, muss monatlich über 2000 Franken beiseitelegen, wenn er mit 55 damit beginnt. Für viele wohl utopisch. Fängt man bereits mit 35 zu sparen an, sind es 430 Franken monatlich, was schon eher machbar ist. Das bei einem Zinssatz von jährlich 4 Prozent, mit Aktienanlagen langfristig durchaus realistisch.

«Viele unterschätzen den Zinseszinseffekt», sagt Finanzberater Iwan Brot. Je länger das Geld investiert ist, desto mehr bleibt für einen am Ende übrig. Je unsicherer die Zukunft der staatlichen Altersvorsorge ist, desto wichtiger werde die 3. Säule, so Brot.

Ein Spartipp, den viele unterschätzen, ist die Krankenkasse. Wechselt man regelmässig zum günstigsten Anbieter, hat man kaum Nachteile, spart aber leicht mehrere Hundert Franken im Jahr. Wer das jeweils auf die Seite legt, kommt über die Jahre auf einen ordentlichen Betrag – insbesondere dann, wenn man es sicher, aber gut anlegt, zum Beispiel in einem Fondssparplan mit Aktien.

Woher Energie nehmen?

Kommt tatsächlich die Stromlücke Zu wenig Strom im Winter «Das ist reine Angstmacherei» ? Und können wir uns Energie in Zukunft überhaupt noch leisten? Noch nie seit Einführung des Sorgenbarometers machten sich die Menschen in der Schweiz derart viele Sorgen rund ums Thema Energie. Kein Wunder bei den explodierenden Preisen und der Ungewissheit, woher der Strom kommen soll, den es für die Energiewende unbedingt braucht. Sind plötzlich sogar neue Atomkraftwerke eine Option?

Wer etwas ändern will, muss in der Politik aktiv werden – was fürs Klima gilt, das trifft auch auf die Energiezukunft zu. Wie bei der Altersvorsorge kann man aber auch im Privaten nach Verbesserungen und Sparmöglichkeiten ausschauen, und so für sich selbst viel rausholen.

Im Haushalt etwa gibt es zig Stromsparmöglichkeiten . 7 statt 5 Grad im Kühlschrank etwa spart bis zu 12 Prozent Strom. Wer Umluft statt Ober- und Unterhitze nutzt, kann die Temperatur um bis zu 30 Grad tiefer einstellen. Zudem kann man auf mehreren Ebenen gleichzeitig backen – und so bis zu 15 Prozent Energie sparen. LED-Leuchten sind bis zu 80 Prozent sparsamer als Halogenlampen oder Glühbirnen.

Wichtig ist auch, richtig zu lüften. Und längerfristig lohnt sich für Eigenheimbesitzer der Umstieg auf eine Wärmepumpe. Bis zu 70 Prozent Strom sparen kann man auch, wenn man kälter wäscht. Normal getragene Kleider werden auch bei 20 Grad sauber.
 

«Jede Woche das Beste vom Beobachter»
Raphael Brunner, Redaktor
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