Die Schweiz stimmt am 14. Juni über die Nachhaltigkeitsinitiative der SVP ab. Sie fordert, dass Bundesrat und Parlament ab 9,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Massnahmen gegen das Bevölkerungswachstum ergreifen. Wird die 10-Millionen-Grenze überschritten, soll die Schweiz internationale Verträge kündigen, die zur Zuwanderung beitragen. Darunter auch die Personenfreizügigkeit mit der EU.

Die möglichen Folgen der Initiative beschäftigen auch die Beobachter-Leserinnen und -Leser. 

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Kritik an der Initiative

Leserin Andrea Sabina Mordasini schreibt: «Die 10-Millionen-Initiative ist, typisch SVP, nicht durchdacht und schiesst definitiv und eindeutig am Ziel vorbei.» Sie befürchtet wirtschaftliche Folgen und einen verschärften Fachkräftemangel. Branchen wie Pflege oder Gastro seien schon heute auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen.

Auch Leser Elvezio Mantegani lehnt die Initiative ab. «Auch ich leide unter dem Dichtestress als Mieter, Velofahrer und Patient», schreibt er. Die Nachhaltigkeitsinitiative sei aber «keine Lösung» und verschärfe «die Beziehung zur EU nur unnötig».

Maria Ocaña findet, dass die Debatte zu oft die falschen Menschen in den Fokus rücke. «Es sind nicht die ärmeren Migrantinnen und Migranten, die viel Wohnraum, Strassen, ÖV etc. brauchen, sondern die gutbetuchten Schweizer und Migranten», schreibt sie. Zudem gebe es viele Menschen, die arbeiten könnten, dies aber wegen fehlender Anerkennung ihrer Ausbildung, Sprachproblemen oder rechtlicher Hürden nicht dürften. «Heute arbeiten viele dieser Menschen einfach illegal, was es auch nicht besser macht. Da wäre es doch besser, wenn sie sinnvolle Arbeit verrichten, die der Gesellschaft dient und ihnen zu Sprachkenntnissen und Berufserfahrung verhilft. Davon würden letztlich alle profitieren.»

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Forderung nach stärkerer Steuerung

Andere Stimmen finden dagegen, dass die Zuwanderung stärker begrenzt werden müsse. Jan Keller schreibt in einem Leserbrief: «Bei 10 Millionen ist Schluss.» Die Politik habe «zwölf Jahre Zeit» gehabt, etwas gegen die Entwicklung zu unternehmen. Er bezieht sich offenbar auf die sogenannte Masseneinwanderungsinitiative der SVP, die 2014 vom Volk knapp angenommen wurde. «Jetzt müssen wir an der Urne die Reissleine ziehen, bevor unser kleines Land endgültig aus den Fugen gerät.»

Auch Adrian Fluri fordert mehr Schutz für Ressourcen und Landschaft. «Es ist höchste Zeit, unsere Berge, das Mittelland und Ressourcen zu schützen im Interesse einer nachhaltigen Zukunft für künftige Generationen.»

Beatrice Jucker sieht die Infrastruktur zunehmend unter Druck. «Je mehr ins Land kommen, umso mehr Infrastrukturen braucht es. Ein Fass ohne Boden.»

Dan Oetsch hält fest, dass die Schweiz ohne Zuwanderung «nicht so funktionieren» würde wie heute. Gleichzeitig sei die Zuwanderung «in dem Ausmass wie zurzeit» nur noch schädlich. Er fordert deshalb eine «sanfte Steuerung der Zuwanderung», ohne die Beziehungen zur EU unnötig zu gefährden. Denn bei einer Annahme der Initiative wären aus seiner Sicht «grosse Probleme mit der EU programmiert».

Wie sehen Sie das?

Wie sehen Sie das? Braucht die Schweiz eine Begrenzung des Bevölkerungswachstums, oder hätte die Initiative mehr Nachteile als Lösungen? Diskutieren Sie mit in der Kommentarspalte.