Die Mittelschicht bildet traditionell das breite Fundament der Schweizer Gesellschaft. Über die Hälfte (55 Prozent) der Bürgerinnen und Bürger wird zu dieser mittleren Einkommensgruppe gezählt, konkret also rund fünf Millionen Menschen. Dieser Anteil ist sei Jahren ungefähr stabil.

Doch die Mittelschicht ist keineswegs eine homogene Gruppe, wie unsere Reportage eindrücklich zeigt. Die Lebensrealitäten unterscheiden sich auch aufgrund der sehr unterschiedlichen Einkommensverhältnisse stark. Es kann deshalb sinnvoll sein, diese Gruppe in eine untere und eine obere Mitte zu unterteilen. Die Grenze zwischen dem oberen und dem unteren Mittelstand lag 2023 bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 6041 Franken (Alleinlebende) beziehungsweise 12’685 Franken (Paare mit zwei Kindern unter 14 Jahren).

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Und entlang dieser Grenze zeigt sich statistisch auch eine Spaltung mit gesellschaftspolitischer Sprengkraft. In der unteren Mitte etwa muss jede zehnte Person über 40 Prozent des verfügbaren Einkommens allein für Wohnkosten aufwenden. Und sogar jede vierte Person dieser Gruppe lebt in einem Haushalt, der nicht in der Lage ist, eine unerwartete Rechnung von 2500 Franken zu begleichen. In der oberen Mitte liegen diese Anteile mit 3,5 beziehungsweise 10,9 Prozent deutlich tiefer. 

Nachwuchs bleibt ein grosses Armutsrisiko

Als einkommensarm gelten in der Schweiz gut 708’000 Personen. Auch wenn Alleinlebende besonders häufig betroffen sind, ist und bleibt auch der Nachwuchs ein grosses Armutsrisiko. Kein Wunder, kostet doch jedes Kind im Schnitt knapp 20’000 Franken pro Jahr. 

Ein Beispiel, das verdeutlicht, wie viele Menschen am heutigen Existenzminimum leben: Wenn man das jetzige Existenzminimum um 500 Franken pro Monat erhöhen würde, wären nach Berechnungen der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe nicht 700’000, sondern 1,6 Millionen Schweizerinnen und Schweizer arm.

Quellen