Ein norwegischer Fussballprofi unterschrieb 2019 bei einem russischen Verein einen Vertrag bis Ende 2024. Was als grosser Karriereschritt begann, endete vor dem Bundesgericht – und mit einer Millionenbusse.

Rückkehr trotz Krieg

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Frühjahr 2022 erlaubte der Weltfussballverband Fifa ausländischen Spielern in Russland, ihren Vertrag vorübergehend auszusetzen. Der Norweger war zu diesem Zeitpunkt bei einem englischen Verein ausgeliehen, aber immer noch beim russischen Club unter Vertrag. Er suspendierte diesen Vertrag beim russischen Verein im Sommer 2022, reaktivierte ihn aber nur wenige Monate später bereits wieder. Er kehrte freiwillig nach Russland zurück, um auf Leihbasis in Moskau bei einer anderen russischen Mannschaft zu spielen. 

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Ein Jahr später spitzte sich die Kriegslage zwischenzeitlich auch in der Hauptstadt zu. So schlug in der Nähe der Unterkunft des Spielers eine Drohne ein. Aufgrund dieser Sicherheitslage suchte der Spieler das Gespräch mit dem Verein. Das Ziel: sein Arbeitsverhältnis beenden. Laut dem Urteil des Bundesgerichts konnten sich die beteiligten Parteien allerdings nicht einigen. Daraufhin kündigte der Norweger seinen Vertrag fristlos und verliess am nächsten Tag das Land.

Das Problem: Die Fifa hatte die Regeln wenige Monate vorher geändert. Wer trotz dem Krieg in Russland blieb oder dorthin zurückkehrte, durfte seinen Vertrag nicht mehr einseitig pausieren. Keine zwei Wochen nach seiner Flucht unterschrieb der Spieler einen neuen Vertrag bei einem saudi-arabischen Fussballclub. Dieser Wechsel brachte ihm einen massiven Gehaltssprung: Sein monatliches Einkommen stieg von 25’000 auf zeitweise fast 120’000 Euro, ergänzt durch Einmalzahlungen.

Der Weg zum Bundesgericht

Der russische Club klagte bei der Fifa-Schlichtungsstelle wegen Vertragsverletzung. Der Fall ging danach an den Internationalen Sportgerichtshof (TAS) in Lausanne. Gegen den Entscheid des TAS legte der norwegische Fussballer Beschwerde ein. Somit musste das Bundesgericht letztinstanzlich über den Fall urteilen. 

Es kommt nun zum Schluss: Das TAS-Urteil ist richtig, und der Fussballer hätte nicht fristlos kündigen dürfen. Da der Spielbetrieb in Russland normal weiterlief und der Profi 2022 freiwillig ins Land zurückgekehrt war, habe er das Sicherheitsrisiko gekannt und akzeptiert. Er hätte zudem eine einvernehmliche Lösung suchen müssen, statt sofort zu kündigen.

Für den Spieler ist das Urteil ein finanzielles Desaster. Er und sein neuer saudi-arabischer Club müssen dem russischen Verein eine Entschädigung von über drei Millionen Euro zahlen. Dazu kommen Gerichtskosten und Entschädigungen. Sollte der Fussballer nicht zahlen, droht ihm eine sechsmonatige Spielsperre.

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