Schön, wenn die Familie einig ist. Noch schöner, wenn man die Ab­machung schriftlich festhält. Damit alles korrekt abläuft, lohnt sich der Gang zum Notar. Im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist eine öffentliche Beurkundung?

Das bedeutet, dass man zu einer Fachperson geht, die alle Beteiligten umfassend berät und das Dokument klar und juristisch korrekt formuliert. Damit stellt der Gesetzgeber sicher, dass die Unterschreibenden die rechtlichen Folgen von wichtigen Verträgen oder Bindungen kennen. Manche Vereinbarungen müssen zwingend beurkundet werden, bei anderen ist das freiwillig.

Welche familiären Angelegenheiten muss man beurkunden lassen?

Folgende Geschäfte sind nur mit öffentlicher Beurkundung gültig: Ein Ehevertrag regelt die Aufteilung des ehelichen Vermögens bei der Auflösung der Ehe, insbesondere beim Tod eines Partners. Mit einem Erbvertrag können Eltern und volljährige Kinder die künftige Erbteilung festlegen. Mit einem Abtretungsvertrag, der ebenfalls öffentlich beurkundet werden muss, können die Eltern ihr Haus auch schon zu Lebzeiten an ein Kind übertragen.

Bei welchen Angelegenheiten ist die Beurkundung freiwillig?

Keine öffentliche Beurkundung ist für einen Erbteilungsvertrag nötig. Bei der Übertragung eines Grundstücks braucht es aber in den meisten Fällen die notarielle Beglaubigung der Unterschriften der Erben.
Ein Testament kann handschriftlich sein; man kann es aber auch öffentlich beurkunden lassen. Wichtig ist, dass ein öffentlich beurkundetes Testament nicht mehr Gewicht hat als ein privat aufgesetztes. Das Gleiche gilt für einen Vorsorgeauftrag. In diesem Dokument trifft man Regeln für den Fall, dass ein Partner nicht mehr handlungsfähig ist.

Hilfreiche Formulierungsbeispiele für Urkunden finden Mitglieder von Guider in der Box «Mustervorlagen ‹Urkunden›» unten.

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Wie geht man für eine öffentliche Beurkundung vor?

Eine Urkundsperson, meist ein Notar, findet man bei den zuständigen Stellen des Kantons (siehe Box «Hier finden Sie Ihren Notar»). Beim ersten Gesprächstermin macht sich der Notar ein Bild über die finanzielle und die familiäre Situation sowie die Ziele und Überlegungen der Beteiligten. Er zeigt ihnen rechtliche Folgen, Alternativen sowie Vor- und Nachteile auf. Das Beratungs­gespräch dauert meist eine Stunde. Danach stellt der Notar den Parteien einen Vertragsentwurf zu. Hier gilt: in aller Ruhe durchlesen und sich melden, wenn man etwas nicht genau versteht oder anders geregelt haben will. Dann findet die Beurkundung statt.

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Wie läuft eine Beurkundung ganz genau ab?

  • Meist gibt der Notar den Parteien den Vertrag zum Lesen. In gewissen Kantonen liest er ihnen das Dokument vor. Dabei erklärt er den Vertragsinhalt und beantwortet Fragen. Dann unterzeichnen alle gemeinsam das datierte Dokument.
     
  • Beim Erbvertrag und beim öffentlichen Testament fragt der Notar die Parteien zudem, ob die Vereinbarung ihrem Willen entspricht. Wenn ja, stossen zwei Zeugen hinzu. Diese kennen den Inhalt des Papiers nicht und dürfen weder mit dem Erblasser verwandt noch in der Verfügung bedacht sein. Sie bezeugen, dass die Parteien einverstanden und handlungsfähig sind. Dann unterzeichnen alle die Urkunde.
     
  • In gewissen Kantonen sind auch bei einem Vorsorgeauftrag zwei Zeugen erforderlich.

Können Notariatsgeschäfte auch ausserhalb einer Kanzlei getätigt werden?

Grundsätzlich ja, beispielsweise bei einem Testament im Spital.

 

Kann man einen öffentlich beurkundeten Vertrag nachträglich wieder ändern?

Ja, aber dafür muss man wieder zum Notar, und alle Parteien müssen einverstanden sein. Falls eine involvierte Person unterdessen gestorben ist, ist eine Änderung nicht mehr möglich. Ein öffentliches Testament oder ein Vorsorgeauftrag kann durch ein spä­teres eigenhändiges Testament oder einen eigenhändigen Vorsorgeauftrag aufgehoben oder abgeändert werden.

 

Wo bewahrt man die öffentliche Urkunde auf?

Der Notar muss jedes öffentlich beurkundete Dokument im Original oder als Abschrift aufbewahren oder einer kantonalen Amtsstelle übergeben. In der Regel sind die Kosten dafür in den Notariatskosten enthalten.

 

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Anlaufstellen

Kosten

Die Preise für Notariatsgeschäfte unterscheiden sich von Kanton zu Kanton. Allenfalls lohnt es sich, eine Sache in einem anderen Kanton zu erledigen. Bei Rechtsgeschäften mit Liegenschaften ist das allerdings nicht möglich. Links auf die einzelnen Gebührenverordnungen findet man unter www.inr.unibe.ch.

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Mustervorlagen «Urkunden» bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Die folgenden Mustervorlagen (exklusiv für Guider-Mitglieder) dienen als Beispiele und können je nach Situation angepasst werden. Beachten Sie, dass je nach Angelegenheit der Vertrag von einem Notar beurkundet werden muss. Weitere Formulierungsbeispiele für Urkunden, z. B. für Konkubinatspaare, finden Sie ebenfalls bei Guider.

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