Mehr Jugendliche sollen gegen HPV geimpft werden
Viel zu wenige Jugendliche seien gegen die Geschlechtskrankheit geimpft, findet der Nationalrat. Er will die Durchimpfungsrate auf 90 Prozent erhöhen.

Veröffentlicht am 4. Februar 2026 - 12:34 Uhr

Die kantonalen Unterschiede bei den Impfungen sind gross.
Im Durchschnitt erkrankt in der Schweiz mehr als eine Person pro Tag an Krebs durch Humane Papillomaviren (HPV). Alle drei Tage stirbt jemand daran. HP‑Viren sind in der Schweiz und weltweit die häufigste Ursache sexuell übertragbarer Infektionen. Das liesse sich ändern, denn es gibt eine Impfung dagegen. Doch sind noch längst nicht alle Jugendlichen geimpft: Nämlich aktuell nur 70 Prozent der Mädchen und rund 50 Prozent der Knaben.
Die kantonalen Unterschiede sind laut der Plattform HPV Alliance Schweiz gross. So liegt die Quote etwa in Appenzell Innerrhoden noch unter 30 Prozent. Und damit deutlich unter dem Zielwert, den das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (Ekif) festgelegt haben. Dieser ist neu nämlich bei 90 Prozent – vorher waren es 80 Prozent. Eine Quote von 90 Prozent sieht auch der europäische Plan zur Krebsbekämpfung bis 2030 vor.
Impfungen in Schulen und Apotheken
Auch der Nationalrat hält die Durchimpfungsrate in der Schweiz für ungenügend. Er hat im Dezember einem Vorstoss von Mitte-Nationalrat Christian Lohr zugestimmt, der bei Jugendlichen eine Impfquote von 90 Prozent fordert, um HPV-bedingte Krebserkrankungen in der Schweiz zu eliminieren. Der Bundesrat beantragt die Annahme.
Die Motion verlangt eine nationale Strategie, die den Zugang zu Impfungen in Schulen und Apotheken verbessert sowie die Aufklärung stärkt. Der Bundesrat unterstützt das Vorhaben.
Besonders bei den Buben herrscht Nachholbedarf. Auch bei ihnen kann eine Infektion Genitalwarzen, Krebsvorstufen oder Krebserkrankungen verursachen. In der Schweiz sind HPV-Infektionen hauptsächlich verantwortlich für die Entstehung von Analkrebs. Und ein grosser Teil der Krebserkrankungen an Penis, Mund oder Rachen sind ebenfalls Papillomaviren zuzuschreiben. Buben schützen sich und indirekt auch ihre Partnerinnen und Partner durch die Impfung vor Ansteckungen.
Das BAG und die Ekif empfehlen die HPV-Impfung generell allen Jugendlichen im Alter von 11 bis 14 Jahren – und zwar vor der ersten sexuellen Aktivität. Es braucht zwei Injektionen im Abstand von sechs Monaten. Auch für 15- bis 26-Jährige ist die HPV-Impfung sinnvoll, weshalb sie in diesem Alter als Nachholimpfung empfohlen wird.
- Parlament.ch: Nationalrat will HPV-Impfungen stärker vorantreiben
- HPV Alliance Schweiz: Eliminierung von HPV-bedingten Krebserkrankungen in der Schweiz
- Infovac: Stellungnahme von Ekif und BAG zur HPV-Impfung




