
Veröffentlicht am 11. Februar 2026 - 06:00 Uhr

Der Nagellack Nail Lacquer von O.P.I. überzeugte die Tester vom VKI am meisten. Zu haben für Fr. 8.19 bei Flaconi.ch.
Wer für ein kleines Fläschchen Nagellack über 40 Franken auslegt, erwartet Perfektion: splitterfreie Haftung, satte Farben und vor allem gesundheitliche Unbedenklichkeit. Doch eine aktuelle Untersuchung des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zeigt: Ein hoher Preis schützt weder vor Qualitätsmängeln noch vor riskanten Inhaltsstoffen. Im Gegenteil – etablierte Luxushäuser enttäuschen, während Discounter-Ware glänzt.
Unter den 16 geprüften Produkten stechen Lacke des deutschen Drogeriemarkts DM («trend !t up») sowie von O.P.I. als klare Sieger hervor. Nail Lacquer von O.P.I ist auch in der Schweiz erhältlich. Der Lack überzeugte durch eine aussergewöhnlich hohe Farbdichte und hielt im Alltagstest fast eine Woche lang ohne sichtbare Makel. Im offiziellen Shop für Fr. 19.90, bei Flaconi.ch für Fr. 8.19 zu haben.*
Günstige Produkte überzeugen
Das Testurteil «Gut» erhielten aber auch deutlich günstigere Produkte. Sehr gute Haltbarkeit bei mechanischer Beanspruchung erzielte etwa der Nagellack Chili together von Essence. Erhältlich etwa für Fr. 2.80 bei Coop. Ebenso überzeugte Gel Affair Nail Lacquer 019 von Catrice. Die Drogeriekette Müller verkauft ihn für Fr. 4.95.
Das untere Ende der Rangliste belegen Namen, die man dort kaum vermutet hätte. Le Vernis 153 Pompier von Chanel etwa enttäuschte die Tester besonders: Trotz des exklusiven Images und des hohen Preises (Fr. 39.95 bei Manor) mangelte es dem Lack an der nötigen Haftung. Zudem kassierte das Produkt Minuspunkte für seine umweltbelastende Verpackung.
Im Nagellack Mavala Vernis à ongles 156 (Fr. 4.40 bei Redcare-apotheke.ch) fanden die Tester im Labor potenziell krebserregende Nitrosamine «in einer Konzentration, die zu einer Abwertung führte». Die genaue Konzentration gibt der VKI allerdings nicht an.
Sicherheit nicht gefährdet
Nach Anfrage des Beobachters hat Mavala aus eigenem Antrieb eine Sicherheitsbewertung des Nagellacks durch das Unternehmen Biorius durchführen lassen, das auf toxikologische Gutachten spezialisiert ist. Biorius kommt zum Schluss, dass die Sicherheit des Produkts bei der festgestellten Konzentration garantiert ist. «Der VKI hat das Produkt bewertet, ohne alle wissenschaftlichen und regulatorischen Elemente zu berücksichtigen. Die Informationen für die Konsumenten sind unvollständig und diskreditieren unser Produkt, obwohl es der Kosmetikverordnung entspricht», schreibt die Mavala-Chefin Doris Maute Bobillier. Chanel hat auf die Anfrage des Beobachters nicht geantwortet.
Das Gesamtfazit über alle 16 getesteten Nagellacke fällt trotzdem positiv aus. Dies vor allem, weil die Anwendungsfreundlichkeit als Kriterium, etwa das Trocknungsverhalten, mit 40 Prozent stark in die Bewertung einfloss. Alle getesteten Nagellacke erzielten hier ein «Gut».
* Alle Preise ohne Versandkosten; abgerufen am 28. Januar 2026
- Verein für Konsumenteninformation (VKI): Nagellack-Test




