Aktivitätstracker sind ganz klar ein Modeschlager. Fast jeden Monat stellen Hersteller ein neues Modell vor. Und das, obwohl die Grundfunktionen aller Tracker gleich sind: Im Prinzip sind sie intelligente Nachfolger des mechanischen Schrittzählers. Ihre empfindlichen Sensoren registrieren Erschütterungen, die sie in zurückgelegte Schritte, Wegstrecken und verbrannte Kalorien umrechnen oder zur Begutachtung der Schlaf­qualität nutzen. Die zugehörige App gleicht die Daten mit dem Smartphone ab und bereitet sie hübsch auf.

Auch Smartwatches wie die neue iWatch von Apple bringen immer mehr Fitnessfunktionen mit. Sie sind aber eher Uhr-Ersatz als Fitnessband – durch ihr Display sind sie klobiger, schwerer, und der Akku reicht nicht länger als beim Smartphone.

Der Beobachter hat Gesundheitsexperten befragt, welche Funktionen bei einem Fitnesstracker wirklich sinnvoll sind und auf welche man auch gut verzichten kann. Das spart mitunter viel Geld.

Unsere Experten


David Fäh
ist Präventivmediziner am Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich. Er zählt seine zurück­gelegten Schritte und Etagen mit seinem iPhone.

Quelle: Gallery Stock / Keystone


Thomas Lüscher
ist Herzspezialist und leitet die Klinik für Kardio­logie am Universitäts­spital Zürich. Er besitzt keinen Tracker, doch er kon­trolliert seine Herzfrequenz am Heimtrainer zu Hause.

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Christian Cajochen
ist Schlafforscher und Leiter des Zentrums für Chronobiologie an den Universitären Psychia­trischen Kliniken Basel. Er nutzt seit etwa drei Jahren einen Tracker, da er sich aus beruflichen Gründen für seine Bettgehzeit und Schlafenszeit interessiert.

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Infografik: So sinnvoll sind die einzelnen Funktionen

So finden Sie den richtigen Tracker

Für die meisten Nutzer reicht ein einfacher Tracker aus, der die Schritte zählt. Das können alle. Gute Geräte gibt es schon ab 40 Franken. Was Interessierte sonst noch beachten sollten:

  • Tracker mit vielen (teils nutzlosen) Funktionen saugen den Akku leer und müssen nach kurzer Zeit an die Steckdose. Bei einfacheren Modellen hält die Batterie mehrere Monate.

  • Manche Tracker gibt es nur als Armband. Wer am Handgelenk lieber seine Uhr trägt, kann einen Tracker für die Hosentasche wählen; der misst erst noch genauer.

  • Es nervt, wenn ein Fitnesstracker beim Schwimmen und Duschen abgelegt werden muss. Ein wasserdichtes Modell macht alles mit.

  • Fast alle Tracker übertragen ihre Daten via Bluetooth 4.0 ans Smartphone. Ältere Smartphones sind dafür nicht gerüstet. Nur wenige Tracker lassen sich direkt mit dem PC synchronisieren.

  • Manche Tracker informieren über Anrufe und Nachrichten. Das Smartphone kann öfter in der Tasche bleiben.

  • Nur die beiden deutschen Hersteller Beurer und Medisana speichern die gemessenen Daten auf Servern in Deutschland und damit nach europäischem Datenschutzrecht. Sämtliche anderen speichern in den USA; eine Kontrolle darüber hat der Nutzer dann nicht.