Gegen 200-mal übernachtet Dominique Aegerter jährlich im Hotel. Wenn der Berner Motorradrennfahrer etwa in Frankreich, Italien oder Mexiko Rennen fährt, organisiert sein Bruder Kevin Aegerter die Reise. Dazu nutzt er – wie Millionen andere – die Onlineplattform Booking.com.

Lange ging das gut: «Bei so vielen Buchungen ist die Organisation der Übernachtungen über die Plattform nicht nur einfacher. Hotels sind hier einfach am günstigsten», ist Kevin Aegerter überzeugt. Doch jetzt muss er erfahren, dass der Kundendienst des weltweit führenden Online-Reisekonzerns bei Problemen wenig hilfreich ist.

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Rabatt ging verloren

Kevin Aegerter buchte im Sommer 2025 zuerst ein Hotel in Ägypten – er bezahlte mit der Kreditkarte. Doch statt des angepriesenen Sondertarifs verrechnete ihm Booking den Normaltarif. Wenige Zeit danach war sein Bruder im französischen Magny-Cours am Superbike-Rennen, wo er es in die Top Ten schaffte. Sportlich ein gutes Wochenende, doch die Unterkunft erwies sich als Reinfall: «Die ganze Wohnung war sehr schmutzig und unappetitlich.»

Tipp

Übernachtungen statt über Onlineplattformen direkt beim Hotel buchen.

Nach seinen Reklamationen erhielt Kevin Aegerter von Booking.com sowohl den nicht verrechneten Rabatt für das Hotel in Ägypten als auch die Kosten für die Unterkunft in Frankreich auf seinem Nutzerkonto bei der Plattform zurückerstattet. 

Rückerstattung wird wieder abgebucht

Doch drei Tage später wurde ihm der gesamte Betrag von 341 Franken wieder belastet. Kevin Aegerter reklamierte – und Booking.com schrieb ihm beide Beträge in einzelnen Transaktionen wieder gut. Mit explizitem Verweis auf die beiden Buchungen in Ägypten und Frankreich.

Anfang Oktober versteht Aegerter dann die Welt nicht mehr: In acht Buchungen werden ihm Kleinbeträge belastet, die in der Summe wiederum der anfänglichen Gutschrift entsprechen. Kevin Aegerter schreibt Mail um Mail, kontaktiert den Kundendienst – doch nichts passiert.

Von Booking.com erhält er aber eine Standardmail, dass Unbekannte versucht hätten, auf sein Konto zuzugreifen, worauf dieses vorübergehend gesperrt worden sei. Für Aegerter ist klar: «Mein Konto wurde nicht gehackt, die Belastungen erfolgten durch die Plattform selber.»

Mysteriöse Buchung von 48 Rappen

Für Aegerter hörte der Ärger nicht auf: Im Dezember gingen die eigenartigen Buchungen weiter. An einem einzigen Tag werden ihm zuerst 48 Rappen belastet, dann 48 Rappen gutgeschrieben und gleich darauf wieder belastet. Angeblich im Zusammenhang mit einer Hotelbuchung in Mexiko.

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Hatten Sie auch schon Ärger mit Onlineplattformen? Was war das Problem? Und wie sind Sie damit umgegangen? Verraten Sie es uns in der Kommentarspalte.

Nachdem sich der Beobachter in den Fall eingeschaltet hat, sagt eine Sprecherin von Booking.com, «eine unbekannte externe Person» habe sich Zugang zum Kundenkonto verschafft und dabei das vorhandene Guthaben für Buchungen genutzt. Inzwischen hat ihm die Plattform das Geld wieder gutgeschrieben. Doch der Ärger geht weiter: Bei einer neuen Buchung konnte er es nicht einsetzen.

Quellen
  • Kontoauszug, E-Mail-Korrespondenz zwischen Kunde und Booking.com (Oktober bis Dezember 2025)
  • Stellungnahme Booking.com (14. Januar 2026)