Leon van Steijn ist leidenschaftlicher Gamer. Er zockt Live-Games wie «War Thunder» oder Autorenn-Simulationen wie «Le Mans Ultimate». «Dort habe ich für mein Team Fahrzeugdesigns erstellt», so der 22-Jährige. Mit seinem Computer bearbeitet er auch Videos für Tiktok.

Im Mai macht ein Ventilator des Computers plötzlich seltsame Geräusche. Van Steijn vermutet defekte Kugellager. Das kann die Kühlleistung beeinträchtigen und den Computer auf lange Sicht schädigen. Darum muss der Ventilator ausgewechselt werden. «Eigentlich hätte ich das auch selbst machen können. Aber der Computer lief noch unter Garantie, und ich ging gerade in die Ferien.» Im Nachhinein betrachtet, eine verhängnisvolle Entscheidung, nicht selbst Hand anzulegen.

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Van Steijn wendet sich an Digitec Galaxus, wo er den Computer vor einigen Monaten gekauft hat. Der Onlineshop fordert ihn auf, den Computer einzuschicken. Das tut er. Und geniesst seine Ferien.

Alle Daten sind verloren

Dann der Schock. Als sich Leon van Steijn zwei Wochen später über den Stand der Dinge informieren will, erfährt er in einem Chat mit Digitec Galaxus, dass sein Computer verschrottet wurde. «Ich war total perplex. Niemand hatte sich vorher bei mir gemeldet.» Sämtliche Daten auf der Hard Disk sind verloren: 1,5 Terabyte an Daten: darunter Spiele und gespeicherte Einstellungen, angefangene Videoprojekte, lokal gespeicherte Bankdaten.

Beratung mit Chatbot

Digitec Galaxus zahlt den Kaufpreis zurück. Für die Firma ist die Sache damit erledigt. Nicht so für van Steijn. Er will Antworten. Vermutet, dass da etwas mächtig schiefgelaufen ist. Beim Onlinehändler kann man den Ärger zwar nachvollziehen. Der hält aber fest, dass er nur als Vermittlungsplattform aufgetreten sei. Der Vertrag sei direkt mit dem Händler zustande gekommen. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen würden festhalten, dass der Händler selbst entscheiden könne, wie er mit einem Garantiefall verfahre.

Van Steijn ist nicht der Einzige, der plötzlich ohne Computer und Daten dasteht. Der Beobachter hat bereits einmal über einen ähnlichen Fall berichtet.

«Wir empfehlen immer einen Back-up»

Dass man die Kundinnen und Kunden nicht informiere, will Digitec Galaxus so nicht stehen lassen. Bei jedem Servicefall werde darauf hingewiesen, dass mit einem vollständigen Datenverlust gerechnet werden müsse. «Darum raten wir immer, einen Daten-Back-up zu machen», so die Medienstelle. Die Firma bestreitet, dass es eine Häufung solcher Fälle gebe. «Das macht es aber nicht besser: Der Datenverlust für den Kunden tut uns sehr leid.» 

Leon van Steijn kann das Vorgehen immer noch nicht verstehen: «Einen Computer verschrottet man doch nie!»

Ihre Meinung ist gefragt

Haben Sie auch schon mal Daten verloren? Erzählen Sie uns davon in der Kommentarspalte.