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Auto weiterverkauftSozialhilfe-Bezügerin prellt Garagisten

Weil eine Käuferin Sozialhilfe bezieht, bezahlt sie keine Raten mehr – und verkauft das Auto ins Ausland.

Eine Käuferin hat ihr Auto nie ganz abbezahlt.
von aktualisiert am 11. Oktober 2018

Vor einigen Jahren verkaufte Fikri Sodo von der Stern-Garage in St. Gallen seiner Kundin Elisa Bracher* einen Opel Zafira, schwarz, Jahrgang 02, für 5500 Franken. Sie vereinbarten eine Akonto-Zahlung von 500 Franken. Danach folgten monatliche Raten à 300 Franken.

«Bis zur Zahlung der letzten Rate bleibt das Fahrzeug Eigentum des Verkäufers», steht im Kaufvertrag. «Ein leider zahnloser Passus», sagt Beobachter-Beraterin Katharina Siegrist. «Der Eigentumsvorbehalt hätte in einem öffentlichen Register eingetragen werden müssen. Ohne Eintrag geht das Eigentum auf den Käufer über – Vertrag hin oder her.»

Den grössten Teil bezahlt die Käuferin, doch die letzten zwei Raten bleiben aus. Auf Kontaktversuche des Garagisten reagiert Bracher erst nicht. Dann gesteht sie, dass sie das Auto ins Ausland verkauft hat. Was Sodo nicht weiss: Sie ist Sozialhilfeempfängerin, der Fahrzeugausweis läuft auf den Namen ihrer Schwester.

Sodo sind die Hände gebunden, seine Betreibungen bleiben erfolglos Zahlungsmoral So kommen Sie an Ihr Geld ; Bracher kann die Raten gar nicht mehr bezahlen. «Die Sozialhilfe Sozialhilfe Leben mit dem Minimum übernimmt keine Inkassoaufträge für Private und Gewerbetreibende», sagt Herbert Mettler von den Sozialen Diensten der Stadt St. Gallen. Bracher selbst ist nicht erreichbar.

Klar ist: Die geschuldeten 840 Franken (Betreibungskosten inklusive) wird Garagist Sodo kaum mehr sehen. «Wenn ein Schuldner kein Einkommen oder Vermögen hat, das man pfänden könnte, erhält der Gläubiger einen Pfändungsverlustschein Verlustscheine Verjährungsfrist unterbrechen – geht das? . Mit diesem kann er den Schuldner jederzeit wieder betreiben Betreibungen Wie Sie das Schlimmste verhindern », sagt Siegrist. «Das ist aber nur sinnvoll, wenn der Schuldner irgendwie zu Geld gekommen ist.»

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1 Kommentar

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georgehp
Ich kenne einen Fall da hat der Freund das Auto der Eigentümerin verkauft, zu holen war bei ihm nix. Wieso können wir nicht mal vom Ausland lernen. In Deutschland gibt es meines Wissens den Fahrzeugbrief (Eigentums-Dokument) und den Fahrzeugschein (Zulassungs-Dokument). Für den Betrieb und allfällige polizeiliche Kontrollen braucht man nur den Fahrzeugschein, verkaufen kann man das Fahrzug aber nur mit dem Fahrzeugbrief der dann beim Leasing- oder Kreditgeber bleibt. Dann wären solche Fälle ausgeschlossen.

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