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LyonessDrohen mit Millionenforderung

Die undurchsichtige Einkaufsgemeinschaft Lyoness will einen Zürcher Kritiker mundtot machen – mit einer Millionenforderung.

«Motto der Lyoness Einkaufsgemeinschaft: Gemeinsam sind wir stark!»: Eigenwerbung auf der Website von Lyoness
von

Lyoness bezeichnet sich als «Einkaufsgemeinschaft», wer mitmacht, erhält bei einigen Geschäften tatsächlich bescheidene Rabatte. Doch seit Monaten warnen ehemalige Beteiligte in Internetforen vor dem schneeballähnlichen System. Jetzt schlagen die Firmenverantwortlichen um die ­Österreicher Hubert Freidl und Tzvetan Wagner zurück: In ­einem internen Memo, das dem Beobachter vorliegt, schreibt Lyoness ein Kopfgeld für «Täter» aus, die die Firma schlechtmachen würden: «Für sachdienliche Hinweise […] wird ein Entgelt von 45'000 Franken in Aussicht gestellt.»

«Diffamierung»

Ein Kritiker aus dem Kanton Zürich, der verschiedene Schweizer Lyoness-Partnerfirmen auf das undurchsichtige Geschäft aufmerksam machte, hat nun sogar eine Betreibung über eine Million Franken erhalten. Im Zahlungsbefehl fordert ­Lyoness «Schadenersatz […] im Zusammenhang mit einer Diffamierungskampagne».

Die Firma, die betont, niemals von Behörden beanstandet worden zu sein, sieht sich nun aber selber mit ernsthaften rechtlichen Problemen konfrontiert. Gegen die in Buchs SG domizilierten Lyoness Eu­rope und Lyoness International wurde Strafanzeige wegen Urkundenfälschung, Betrug und wegen eines schneeballähn­lichen Geschäftssystems ein­gereicht, bestätigt der St. Galler Staatsanwalt Adrian Pfeiffer. Fachleute gehen davon aus, dass die Firmentätigkeit von Lyoness mit der anstehenden Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb per 1. April 2012 als illegal eingestuft werden könnte.

Bei Lyoness können Mit­glieder über ein kompliziertes Verrechnungssystem mit Phantasiebegriffen wie «binäres ­Matrixsystem» sogenannte Systemprovisionen und Einkaufsrückvergütungen erreichen. In der Realität schafft das aber kaum jemand bloss durch Einkäufe, die er selber tätigt.

Es geht ums Anwerben

Viel wichtiger ist, dass man andere «Business­partner» anwirbt, bestätigen ehemalige Beteiligte. Das zeigt auch ein internes Dokument. Darin wird jenen, die ein «Businesspaket» für 3000 Franken kaufen, ein Profit von 24'858 Franken in Aussicht gestellt. Allerdings müssen sie dazu weitere Personen anwerben. Nur so funktioniert das pyra­midenförmig aufgebaute Geschäftsmodell weiter.

Musterbrief zur Vertragskündigung

Wenn Ihre Lyoness-Mitgliedschaft auf den AGB von 2009 beruht, dann können Sie kündigen – gestützt auf den Punkt 10 dieser AGB-Version. Verwenden Sie dazu diesen Musterbrief (Word-Datei). Lassen Sie sich von einem ablehnenden Bescheid nicht abwimmeln und beharren Sie auf den AGB von Lyoness.

Veröffentlicht am 14. Februar 2012

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10 Kommentare

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plattform-lyoness.at
Vor österreichischen Gerichten sind gegen Lyoness zumindest 20 Klagen eingebracht. Siehe - http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130409_OTS0004/vorgehen-gegen-lyoness-richtigstellung-zur-ots-meldung-der-lyoness-europe-ag-vom-542013 / Informationen, Daten, Fakten und Hilfestellung gibt es auch unter plattform-lyoness.at

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Mario
Hallo C.B. Niemand bestreitet hier ob ein Kunde seine lächerlichen 1-2% erhält. Mehr wird es nicht sein denn der Rest sackt Lyoness selber ein. Und wenn jemand mehr erhalten soll dann nur wenn er weitere Leute findet die in das System Geld einzahlen, Stichwort Schneeball (legal oder illegal wird das Strafverfahren zeigen) Kannst Du uns erklären wie ein Kunde aus der Wirtschaftskategorie 2+3+4+5 profitieren soll. Wenn ein Kunde in der WK 1 über 150 000 Franken ausgeben muss um einmalig 675 zu erhalten wie viel muss er ausgeben um aus den höheren Kategorien zu erhalten. Das muss ich gar nicht rechnen denn es wird jedem schwindlig. Übrigens der genannte Partner Microsoft von Dir, hat sich von LY verabschiedet: http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/lyoness-prominente-partner-springen-ab

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Fritzi the cat
So, und jetzt hoffe ich mal, dass auf mich kein Kopfgeld ausgeschrieben wird. Man kann das ansonsten auch als Werbung anschauen. Möchten Sie Teil eines Ganzen werden, in einer Gemeinschaft sein, wo man sie lobt und preist, dann machen Sie mit und kaufen sich in div. Ländern mit ein. Je mehr Sie investieren und Freunde anwerben, je mehr werden Sie hochgejubelt und verehrt. Davon träumen viele, die sollen auch mitmachen, koste es was es wolle!

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Fritzi the cat
Aufgefallen ist mir, dass die Damen im Lyoness-Büro an der Front höchstens 25-30 Jahre jung waren, Fragen meinerseits wurden mit Achselzucken beantwortet, sie haben keine Ahnung was abgeht und auch kein Interesse, sich darüber zu informieren für mich. Stellt man darum nur ganz Junge hin? Was geschieht wohl mit diesen Damen, wenn sie ü-30 sind? Dieses Geschäft läuft in erster Linie auf der sozialen Ebene, wenn einer viel investiert wird er hochgejubelt, ein wirklich toller Kerl. Dass er vom grossen Geld träumt und das vermutlich auch ein Traum bleiben wird, ist für ihn anfangs sekundär.

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