Wer mit dem Zahlen von Rechnungen einfach nicht mehr nachkommt, kommt früher oder später auf die Idee, einen Kleinkredit aufzunehmen. Dann müsste man nur noch an einem einzigen Ort Raten zahlen. Nur hat man da meist schon einen Eintrag im Betreibungsregister – und gilt als nicht kreditwürdig. Jedenfalls bei seriösen Anbietern.

Wer nun «Kredit ohne Betreibungsregisterauszug» googelt, stösst bald einmal auf die Firma TopMoney. «Kredit geplatzt?», steht da. Und: «eine Kredit-Alternative für Ihre Schulden». Nicht alle bemerken, dass TopMoney keine Kredite anbietet, sondern eine sogenannte Schuldensanierung. Das bedeutet theoretisch, dass die Firma mit dem Schuldner regelmässige Zahlungen vereinbart und diese an die Gläubiger verteilt. 

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Kein Kredit, keine Sanierung

Wer den «topseriösen» Vertrag mit TopMoney unterschreibt, wird umgehend aufgefordert, eine Vermittlungsgebühr zu bezahlen, zum Teil auf mehrere Raten verteilt. Doch dann passiert nichts mehr, wie unzählige Anrufer den Beobachter-Beratern erzählen. Immer heisst es, es fehle noch etwas, man warte noch auf Unterlagen, auf ein Formular. In der Zwischenzeit dreht sich die Schuldenspirale munter weiter. 

Neben TopMoney in Zug gehen auch deren Partnerfirma Letramministrazione in Lugano – beide haben keine Bewilligung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) – und andere Unternehmen so vor.

Tausende Franken verloren

Der St. Galler Anwalt Simon Epprecht vertritt gleich mehrere TopMoney-Geschädigte. «Die gutgläubigen Kunden leisten verschiedene Zahlungen», sagt er. Erst überweisen sie zwischen 800 und 1400 Franken an TopMoney, dann fordert Letramministrazione eine «Sicherheitsleistung» und später Raten ein. «Insgesamt bewegt sich die Schadenssumme meist zwischen 2000 und 4000 Franken, manche zahlen auch 5000 und mehr ein.»

Die meisten werden erst misstrauisch, wenn ihre Gläubiger sie weiter mahnen oder wenn sie merken, dass kein Kredit kommt. «Mir sind keine Fälle bekannt, in denen effektiv saniert wurde», sagt der Anwalt. TopMoney hat auf die Bitte um Stellungnahme nicht reagiert.

Gegendarstellung

Im Artikel „«Vorsicht vor der Kreditalternative» (Beobachter vom 10. November 2017) heisst es, dass nicht alle Kunden bemerken würden, dass TopMoney keine Kredite anbietet, sondern eine so genannte Schuldensanierung.

Diese Formulierung suggeriert, dass TopMoney die Kunden absichtlich irreführen könnte. Dem ist nicht so. Auf nahezu allen Schreiben und E-Mails von TopMoney ist der Hinweis «Es erfolgt keine Kreditvergabe/Vermittlung» deutlich und fettgedruckt angebracht.

Im Artikel steht weiter, TopMoney habe «keine Bewilligung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma». Korrekt ist, dass TopMoney keine solche Bewilligung braucht, da wir keine Kredite vergeben.

Zudem wird behauptet, TopMoney lasse viele Kunden nach Bezahlung einer Vermittlungsgebühr für die Schuldensanierung hängen, ohne dass etwas passiert. Richtig ist, dass TopMoney sämtliche Anfragen innerhalb von zwei Werktagen bearbeitet.

TopMoney hat auf die Bitte einer Stellungnahme entgegen der Darstellung im Artikel reagiert und vor Veröffentlichung des Artikels auf unrichtige Passagen hingewiesen.

Thomas Schmutz, Geschäftsführer Top AG Ltd., Zug.

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Wenn sich der Schuldenberg anhäuft, nutzen meist dubiose Sanierungsbüros die Unwissenheit der Schuldner. Beobachter-Mitglieder erfahren, wie das Verfahren eines Privatkonkurses aussehen könnte, welche Rechte bei einer Pfändung gelten und erhalten in einer Schuldenberatung weitere Handlungsanweisungen.

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