Mit dem etwas altbackenen Slogan «Kluger Rat – Notvorrat» empfiehlt uns der Bund seit Jahrzehnten, Lebensmittel zu horten. Das kann gerade in der heutigen Zeit durchaus sinnvoll sein – und lustvoller als ein Mehl- und Öldepot.

1. Warum sich ein kleiner Vorrat lohnt

Klar, wenn wie in einem Endzeitfilm die Versorgung zusammenbricht und wilde Banden die Läden plündern, ist man um ein paar Reserven ganz froh. Doch auch für weniger düstere Szenarien ist es nützlich, einige Dinge griffbereit zu haben. Ein Vorrat macht auch das ganz normale Leben leichter – etwa wenn man krank im Bett liegt oder sich spontan Besuch anmeldet. Wer gezielt auf Sonderangebote achtet, spart damit sogar Geld.

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2. Was sich als Notvorrat eignet

Im Prinzip passt alles, was man lange lagern kann – von Mehl über Hülsenfrüchte bis zu Getreide. Sinnvoll sind auch Esswaren, die man nicht kochen muss. Es kann sein, dass die Herdplatte – etwa wegen eines Stromausfalls – vorübergehend kalt oder der Wasserhahn trocken bleibt. Darum eignen sich auch Trockenfleisch, Hartkäse, Dörrfrüchte, Nüsse, Müesli, Knäckebrot oder Fertiggerichte. Und natürlich Lebensmittel in Gläsern, Dosen und Flaschen.

3. Wie Sie auch bei Vorräten Gourmand bleiben

Es muss nicht Fertigrösti, Dosenravioli und Kondensmilch sein. Lebensmittel einkaufen und essen soll genussvoll sein – und es bleiben. Im Prinzip gehört nur das in den Vorratsschrank, was man sowieso am liebsten isst – solange es einigermassen haltbar ist.

Sie schätzen ein mediterranes Apéroplättchen? Oliven, eingelegte Artischockenherzen, Bruschetta-Aufstrich und Parmesan sind lange haltbar.

Sie legen Wert auf Saisonales? Dörrpilze und Rotkraut lassen sich gut lagern, genauso kann man frühlingshaften Rhabarber problemlos einfrieren.

Sie bevorzugen veganes Essen? Auch Kokosmilch, Ingwer, Kurkuma und Linsen verderben nicht schnell und lassen sich zum Beispiel in ein indisches Dal verwandeln.

Und weil man auch mal sündigen muss: Schokolade ist bis zu zwei Jahre haltbar. Einige trockene Weissweine und Rotweine mit einem erhöhten Tanningehalt reifen beim Lagern nach und entfalten sogar erst ihr volles Potenzial. 

4. Warum auch Wasser in den Vorrat gehört

Ohne Essen kann man 30 Tage auskommen, ohne Wasser nur drei. Deshalb lohnt sich ein Vorrat an Mineralwasser – auch wenn in der Schweiz grundsätzlich unbegrenzt sauberes Trinkwasser fliesst. Doch wenn die Leitung bricht, das Wasser verunreinigt ist oder der Strom ausfällt, muss man womöglich ausweichen. Empfohlen wird ein Vorrat von neun Litern Mineral pro Person – das entspricht einem grossen Sixpack und sollte für drei Tage ausreichen. Das Wasser ist einfach zu transportieren und mehrere Monate haltbar.

5. Worauf Sie verzichten können

Besonders lange haltbare Eiweisspräparate, gefriergetrocknete Beeren oder Konserven für teures Geld: Spezialisierte Anbieter machen mit Überlebensnahrung ein Geschäft. Doch vorgefertigte Notfallpakete müssen nicht sein. Es genügt, wenn Sie die Lebensmittel selbst einzeln besorgen – und laufend konsumieren und erneuern. Das ist nicht nur billiger, sondern schmeckt auch besser.

Auch zum Prepper müssen Sie nicht werden: Einen fixfertigen Notrucksack mit Toilettenpapier, Pfefferspray oder Werkzeug zum Überleben in der Natur werden Sie kaum brauchen.

6. Wie lange der Notvorrat reichen soll

Heute genügt es, für eine Woche vorzusorgen. Es geht nicht darum, eine längere Krise zu überstehen, sondern einen vorübergehenden Engpass zu überbrücken. «Spätestens nach einigen Tagen sollte die Grundversorgung der Bevölkerung wieder gewährleistet sein», heisst es beim Bund. Er stellt sicher, dass lebenswichtige Güter gelagert und bei Engpässen geordnet verteilt werden.

7. Wie Sie Vorräte am besten lagern

Trocken, kühl und lichtgeschützt – so lautet die Devise. Am besten platzieren Sie Vorräte im Küchenschrank – lange Haltbares hinten, leichter Verderbliches vorn. Damit daraus keine Mottenzucht wird, prüfen Sie den Bestand am besten regelmässig auf Schädlinge. Wer in der Küche nicht genug Platz hat, kann auf einen trockenen Keller zurückgreifen.

Stets gilt: Verbrauchen Sie die Vorräte laufend und ersetzen Sie sie wieder. Auch im Tiefkühler kann man Reserven gut lagern – denn selbst wenn der Strom ausfällt, lässt sich das Gefriergut noch problemlos konsumieren. Nur wieder einfrieren sollten Sie einmal aufgetaute Lebensmittel nicht.

8. Was sonst noch dazugehört

Nicht vergessen sollte man auch persönliche Medikamente und eine Notfallapotheke mit Schmerzmitteln, Fiebermesser und Verbandszeug. Ausserdem lohnt sich ein gewisser Stock an Seife, WC-Papier und individuellen Hygieneprodukten.

Etwas Bargeld kann sich vor allem bei einem Stromausfall als nützlich erweisen. Denn dann kann man möglicherweise weder elektronisch bezahlen noch am Automaten Geld beziehen.

Damit man nicht im Dunkeln sitzen muss, werden Kerzen, Feuerzeuge und eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien empfohlen. Genauso wie ein Gaskocher, ein Rechaud und ein batteriebetriebenes Radio. Auch eine aufgeladene Powerbank kann von Nutzen sein.

Und zu guter Letzt: Wer kleine Lieblinge hat, sollte eins nicht vergessen – Futter für die Haustiere.

Einkaufszettel für den Notvorrat

Wasser und Lebensmittel für rund eine Woche

  • 9 Liter Wasser pro Person
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Gewürze – etwa Curry, Kreuzkümmel, Cayennepfeffer
  • Öl, Butter oder Ghee
  • frischer Ingwer und Kurkuma
  • Kokosmilch
  • Misopaste und Sojasauce
  • Linsen, Kichererbsen, Getreide, Pasta oder Reis nach Wahl
  • eingelegte Peperoni, Oliven oder Artischockenherzen
  • Parmesan oder andere Hartkäse
  • Trockenpilze, Dörrbohnen oder Rotkraut
  • gefrorene Beeren oder Rhabarber
  • Kaffee, Kakao und Schokolade, allenfalls Wein
  • Nüsse, Samen und Honig

Sonstiges

  • Futter für Haustiere
  • Hausapotheke mit Schmerzmitteln, Fiebermesser und Verbandszeug
  • Seife, WC-Papier, individuelle Hygieneprodukte
  • persönliche Medikamente
  • Bargeld
  • Taschenlampe
  • batteriebetriebenes Radio
  • Batterien
  • Kerzen
  • Streichhölzer oder Feuerzeug
  • Gaskocher, Rechaud
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