Hotelbewertungen von anderen Gästen sind sehr hilfreich, können jedoch auch leicht manipuliert werden. Wenn die Konkurrenz versucht ihre Mitstreiter schlecht zu machen und das eigene Haus mit Lorbeeren bestückt, sind Missbräuche bei Hotelbewertungsportalen kaum zu verhindern. Besonders anfällig dafür sind offene Systeme wie Tripadvisor.de oder Holidaycheck.ch. Hier können wirklich alle Bewertungen verfassen. Man muss bloss per Mausklick bestätigen, dass man das Hotel, das man bewertet, tatsächlich besucht hat. Überprüfbar ist das kaum. Obwohl das Missbrauchspotential hoch ist, verlassen sich viele bei der Hotelwahl auf solche Bewertungsseiten.

10 Tipps wie man Hotelbewertungen richtig nutzt

Reisebewertungen sind eine gute Entscheidungshilfe – wenn man weiss, wie sie zu ­lesen sind. Folgendes sollte man beachten:

  1. Onlinebewertungen als letzte Entscheidungshilfe verwenden: Bei der Suche nach einem Hotel oder Ferienhaus zuerst Gebiet, Anforderungen und Standard definieren und dann gezielt suchen. Sonst wird die Suche zu zeitaufwendig und unübersichtlich.
  2. Bewertungen miteinander vergleichen: Wird immer wieder derselbe Punkt angesprochen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Einschätzung richtig ist.
  3. Positive Meldungen auf kritische Punkte hin untersuchen: Leise Kritik ist erfahrungsgemäss vertrauenswürdiger als sehr hym­nische oder sehr negative Kommentare.
  4. Extreme Bewertungen mit der genügenden Distanz lesen: War alles nur scheusslich, liegt die Vermutung nahe, dass jemand eine Ehe- oder Sinnkrise durchmachte, der Landessprache nicht mächtig war oder sich von der Stimmung der Belegschaft eines ganzen Reisecars hat mitreissen lassen.
  5. Die Vertrauenswürdigkeit untersuchen: Handelt es sich um eine Plattform, bei der sich jedermann zu Wort melden darf, z. B. Tripadvisor oder Holidaycheck, oder um ein ­geschlossenes System wie Tui.ch oder Travel.ch?
  6. Das Datum der Bewertung beachten: Nichts ist älter als die Kritik an einem Hotelrestaurant, das inzwischen einen neuen ­Küchenchef hat.
  7. Die Herkunft der Bewertung beachten: Briten haben andere Ansprüche an die Temperaturregelung der Klimaanlage als Spa­nier, und Holländer stellen unter Umständen andere Ansprüche ans Buffet als Amerikaner. Sinnvoll ist auch, sich an Bewertungen aus dem eigenen Kulturkreis zu orientieren.
  8. In den Bewertungen auch die Bilder beachten; sie sagen oft mehr als Worte.
  9. Noch mehr als Bilder sagt unter Umständen Google Streetview: Liegt das Hotel wirklich direkt am Meer, steht das Ferienhaus tatsächlich nicht direkt an der Bahnlinie?
  10. Detektivischer Spürsinn schadet nicht: sich die Zeit nehmen, zu vergleichen und zu lernen, zwischen den Zeilen zu lesen.
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Links zu Hotelbewertungen im Internet

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Quelle: Beobachter Edition