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ArbeitsplatzDie Bürowelt wird grün

Wo man mit einfachen Mitteln Ressourcen schonen und dabei für ein angenehmes Ambiente im Betrieb sorgen kann.

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Computer

Mit rund 100 Watt hat ein normaler Desktop-PC etwa die gleiche Leistung wie ein grosser Kühlschrank. Manche Computer verbrauchen sogar wesentlich mehr Strom – besonders solche mit leis­tungsstarken Prozessoren und Grafikkarten oder grossen Bildschirmen. Viel energiesparender arbeiten Laptops.

  • Stellen Sie den Computer während Pausen und Sitzungen ab oder schalten Sie zumindest den Stromspar­modus ein. Nur wenig bringt es, den Bildschirm auszuschalten oder den Bildschirm­schoner zu aktivieren.
  • Stellen Sie den Computer so ein, dass er nach fünf Minuten Nichtgebrauch automatisch in den Ruhezustand schaltet.

Papier

Das «papierlose Büro» wurde einst euphorisch angekündigt. Heute wissen wir es besser. Trotz Digitalisierung der Arbeitswelt wird in den Büros immer noch tonnenweise Papier bedruckt. Man schätzt, dass jeder Büroangestellte 40 bis 50 Blatt Papier verbraucht – pro Tag! Besonders störend: Viele der ausgedruckten Seiten bleiben ungelesen liegen oder werden archiviert und anschliessend nie mehr gebraucht.

Für ein Kilo Papier aus Frischfasern werden 2,2 Kilo Holz benötigt. Jeder fünfte weltweit gefällte Baum geht in die Papierindustrie. Lässt man das Brennholz weg, ist es sogar jeder zweite Baum. Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Papiers stammen aus Urwäldern.

Wer Recyclingpapier verwendet, kann daher viel bewirken. Längst gibt es hochweisse oder naturweisse Papiersorten in allen Qualitäten. Und auch wenn sich die Gerüchte hartnäckig halten: Recyclingpapier führt weder zu vermehrten Papierstaus noch zu erhöhter Staubbildung beim Drucken.

Papier mit dem Label FSC, das nicht den Zusatz «Recyc­ling» trägt, stammt zwar aus schonender Waldbewirtschaftung, ist aber trotzdem aus frischem Holz hergestellt. Auch sogenanntes «holzfreies» Papier besteht aus Zellstoff, der aus Holz gewonnen wurde. Und «chlorfrei gebleicht» ist heute absoluter Standard.

  • Archivieren Sie Informationen wenn möglich nur digital.
  • Bedrucken Sie Papier immer beid­seitig, zum Beispiel im Word-Druckmenü (→ Kopien & Seiten → Endverarbeitung → Doppelseitiger Druck).
  • Die Website www.printfriendly.com entfernt automatisch alle Bilder von Internetseiten, die man drucken möchte. Das spart viel Platz.
  • Benutzen Sie wenn möglich Maku­laturpapier. Legen Sie es in eines der Papierfächer des Druckers oder Kopierers und definieren Sie das Fach als Standardwahl für den Ausdruck.
  • Eine Liste von Druckerpapier, das mit dem deutschen Ökosiegel «Der Blaue Engel» ausgezeichnet ist, finden Sie ­unter: www.tinyurl.com/cserpxt
  • Einen ausgezeichneten Papier-Rat­geber bietet www.fups.ch.

Kopierer und Drucker

In einem umweltfreundlichen Büro sind Kopierer und Drucker so eingestellt, dass der Stand-by-Modus bereits nach zehn Minuten Nichtgebrauch aktiviert wird. Zwar dauert das Aufstarten so etwas länger, dafür spart man viel Strom. Selbstverständlich sind sämtliche Geräte an den Wochenenden und über Nacht ausgeschaltet. Bei Vergesslichkeit schafft eine Zeituhr Abhilfe.

Ökologisch handeln spart auch Geld. Klären Sie ab, ob die Druckerpatronen wiederauffüllbar sind und welche Firma diesen Service übernimmt. Geben Sie leere Patronen ansonsten der Lieferfirma zurück, statt sie im Müll zu entsorgen.

Entscheidend für das Wohlbefinden im Büro ist der Standort des Kopierers oder des Laserdruckers. Von diesen Geräten gelangen geringe Mengen von Feinstaub, flüchtigen organischen Verbindun­gen und Ozon in die Luft. Das kann diverse Beschwerden auslösen. Allenfalls erhöhen die Emissionen laut der Suva gar das Risiko für gewisse Krebsarten. Obwohl Untersuchungen an Angestellten bisher keinen Zusammenhang belegen konnten, zeigen Ergebnisse aus Tierversuchen, dass eine kanzerogene Wirkung nicht ausgeschlossen werden kann. Die Suva empfiehlt daher, die Geräte vorsorglich nur in gut belüfteten und genügend grossen Räumen zu benutzen. Noch besser sind separate Räume, in denen häufig gelüftet wird. Wo das nicht möglich ist, sollte die Abluft der Drucker abgeleitet werden.

Infos auf der Suva-Website: www.tinyurl.com/adht3x3

Fax

Ein Faxgerät braucht heute niemand mehr: Man kann eingehende Faxe direkt als PDF-Datei auf den Computer leiten und Faxe auch via PC verschicken.

So funktioniert das virtuelle Fax: www.tinyurl.com/bbmwufz

Licht

Kunstlicht ist in Büros unvermeidlich. Die Wahl der richtigen Lampen hilft, viel Energie zu sparen. Leuchtstoffröhren, Energiespar- und vor allem LED-Lampen sind vorteilhaft. Von Halogenspots und Glühbirnen sollte man sich verabschieden. Nützliche Hinweise liefern die Energieetiketten.

Sehr hilfreich sind auch Bewegungsmelder im Raum oder an den Leuchten: Befindet sich während fünf Minuten niemand am Arbeitsplatz, schalten die Lampen sich automatisch aus.

Pflanzen

Grünzeug im Büro hat mindestens drei grosse Vorteile. Erstens befeuchten die Pflanzen die Luft, indem sie nach dem Giessen einen Gross­teil des Wassers an die Umgebung abgeben. Das sorgt vor allem im Winter für mehr Luftfeuch­tigkeit und damit für ein besseres Raum­klima. Zweitens nehmen Ficus, Palme und Co. Stickstoff aus der Luft auf und produzieren permanent Sauerstoff. Und drittens ­haben Pflanzen einen positiven Einfluss auf die Stimmung.

Wer hingegen glaubt, Büropflanzen könnten auch diverse Schadstoffe aus der Luft filtern, der irrt – leider. Etliche Medien und Umweltberater haben diese Mär zwar schon verbreitet, doch sie berufen sich alle auf eine einzige, veraltete Quelle. Die Realität sieht anders aus: Laut einer seriösen Analyse aller bisherigen Forschungsergebnisse sind Pflanzen höchs­tens ganz schwach in der Lage, Schadstoffe aus der Luft zu filtern.

Und auch das ist nur die halbe Wahrheit, denn eigentlich sind es die Mikro­organismen in der Pflanzenerde, die einen geringen Teil der flüchtigen Stoffe abbauen. Gegen ungesunde Chemie in der Luft hilft einzig eine regelmässige Frischluft­zufuhr.

Übrigens: Pflanzen können auch Allergien auslösen. Meistens sind der allgegenwärtige Ficus benjamini und der «Gummibaum», Ficus elastica, dafür verantwortlich. Aber auch Blumen wie Primeln, Tulpen, Inkalilien und Chrysanthemen enthalten starke Allergene.

Heikel ist zudem verschimmelte Topf­erde, da die Schimmelsporen über die Luft in die Lungen gelangen können.

Kaffee

Alle Kaffeemaschinen der Schweiz verbrauchen zusammen ungefähr gleich viel Elektrizität wie sämtliche Haushalte des Kantons Wallis. Ein Blick auf das Energie­etikett der Geräte gibt Auskunft über ihren Energiekonsum. Wichtig ist, dass die Maschine eine automatische Abschaltfunk­tion hat. Die Abschaltzeit sollte auf das ­Minimum eingestellt werden. Alternativ kann man eine Abschalthilfe kaufen und an die Kaffeemaschine anschliessen.

Ideal ist es natürlich, den Kaffeesatz zu kompostieren. Falls Kaffeepads zum Einsatz kommen, sind recyc­lingfähige Produkte vorzuziehen. Das kann auch den Ausschlag für die Wahl des Geräts geben. In vielen Büros sind Kaffeemaschinen im Einsatz, deren Pads nicht vom Hersteller zurückgenommen werden und im Abfall landen.

  • Kaffeerahm im Literpack ist ökologischer als Rahm in Einzelportionen.
  • Würfelzucker im Kilopack kaufen.
  • Mehr Informationen über energiesparende Geräte und Abschalthilfen unter www.topten.ch

Geschirr

Einweggeschirr und Pappbecher mögen oft praktisch sein. Ökologischer sind aber echtes Geschirr und eine Geschirrspülmaschine, die in gut gefülltem Zustand in Betrieb genommen wird.

Einrichtung/Haustechnik

Zum grünen Büro gehört auch die richtige Einrichtung. Schadstoffarme Möbel und Teppiche sorgen für eine bessere Luftqualität und somit für mehr Behaglichkeit und Leistungsfähigkeit. Wichtig sind auch ausreichend Frischluft, eine optimale Tem­peratur von etwa 20 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 30 bis 40 Prozent. Klimaanlagen muss man regelmässig warten, da sie sonst zu gefährlichen Keimschleudern werden können.

Umfangreiche Checkliste zum Thema Büro­ökologie unter www.tinyurl.com/ap5vy9q

Veröffentlicht am 08. April 2013