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BeleuchtungEs werde LED

Die neue LED-Technologie ist sparsam und ­öffnet den Weg zum variablen Licht­design. Was ist heute schon möglich – und was sinnvoll?

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«Die Beleuchtung in unseren Wohnungen wird in 20 Jahren ganz anders aussehen als heute», sagt Hans-Rudolf Bosshard, Marketingleiter von Osram Schweiz. Der Grund ist die Leuchtdiode (LED). Was vor einigen ­Jahren mit Kontrolllämpchen in Elektrogeräten begann, wird heute als Zukunft der Beleuchtung gesehen. Die LED ist ein Halbleiter, auf den eine Substanz aufgetragen wird. Fliesst Strom hindurch, leuchtet die Substanz. «Die Möglichkeiten mit LED sind fast unbegrenzt», schwärmt Bosshard.

Der Forschungsschub bei LED begann erst, als die klassische Glühlampe verboten wurde. Alternativen mussten her und waren in Energiesparlampen und Eco-Halogenlampen schnell gefunden. Experten sehen beide aber nur als Übergangslösung, bis die LED-Forschung weit genug ist. Regula Noser, CEO des Beleuchtungsanbieters Noserlight AG, empfiehlt, bis dahin Halogenlampen den Sparlampen vorzuziehen: «Die Herstellung von Sparlampen ist sehr energieaufwendig, und die Energiebilanzen sind nicht schlüssig. Zudem enthalten sie geringe Mengen von Quecksilber und sind daher Sondermüll», so Noser. LED-Lampen werden das Rennen machen. Sie geben mit der gleichen Strommenge ein Vielfaches an Licht, brauchen keine Zeit zum Aufstarten und leuchten warmweiss. Vor allem aber: Während eine Glühbirne rund 1000 Stunden brennt, bringen es LEDs auf 25'000 Stunden und mehr. Bei durchschnittlich 1000 Stunden pro Jahr überleben sie 25 Jahre. Experten empfehlen deshalb schon heute LEDs. Ganz so einfach ist das aber noch nicht.

Die hohen Preise werden rasch sinken

In niederen Wattbereichen können die Glühlampen heute durch LED-Lampen ersetzt werden, da Grösse, Form und Gewinde übereinstimmen. Probleme gibt es aber im Bereich über 60 Watt. «Hier ist die Forschung noch nicht ganz am Ziel», sagt Hans-Rudolf Bosshard. Es gibt LEDs mit mehr Leistung, aber noch nicht in der gewohnten Form. «Wir erwarten jedoch ab Herbst 2012 die ersten LEDs als Ersatz für bis zu 75 Watt», sagt Bosshard. In ein paar Jahren seien wohl alle Modelle austauschbar.

Laut den Experten sind die höheren Anschaffungskosten von 40 bis 60 Franken rasch amortisiert. Trotzdem zögern viele Konsumenten noch. Bosshard empfiehlt, zumindest bei Tischlampen LEDs zu wählen, etwa im Schlafzimmer oder im Büro. Diese Produkte sind preislich interessant. Zudem fällt bei LED wesentlich weniger Elektrosmog und Wärme an – ideal für eine Tischlampe. Und sonst? Wer den höheren Kaufpreis noch scheut, sollte laut Bosshard als Übergang Eco-Halogenlampen wählen. Diese hielten etwa zwei Jahre. «Bis dahin werden die Kosten für LEDs weiter sinken, schätzungsweise auf weniger als 30 Franken.»

Den Trend hin zu LED sehen alle Experten. «Dies liegt an den Möglichkeiten, aber auch am immer grösseren Wunsch der Konsumenten nach Individualität», sagt Bosshard. In 20 Jahren werde man nicht mehr einzelne Lampen verwenden, sondern ganze Lichtsysteme – weg von der standardisierten Deckenleuchte, hin zur Beleuchtung als Gestaltungs­element des Raums. «Sehr beliebt sind schon heute ausgefallene Beleuchtungen wie LED-Spots und Lichtbänder, die ins Möbel, ins Lavabo oder in den Handlauf der Treppe eingelassen sind», weiss Noser.

Der Trend zur Individualität wird sich künftig noch verstärken: «Der Konsument wird dann selbst bestimmen, ob ihm indirektes Licht, punktuelle Beleuchtung oder ein voll ausgeleuchtetes Wohnzimmer gefällt», sagt Bosshard. Von direkt in Wand oder Decke eingelassenen Spots, die sich auf Knopfdruck dimmen lassen, über kunstvoll gestaltete Lichtbänder in veränderbarer Farbe bis hin zu Lichtwänden als Ersatz für Gemälde – die LED-Zukunft verspricht viel. Bis sich die Konsumenten mit den 1000 Möglichkeiten anfreunden können, haben Forscher und Hersteller aber noch einiges zu tun.

Zu Beginn war LED noch lange nicht im Wohnbereich einsetzbar. Dies lag an der geringen Leistung und am beschränkten Spektrum an Lichtfarbe, die man mit LED ­erzeugen konnte. Typisch waren früher rote, gelbe oder grüne LEDs. Heute ist die Forschung weiter: «Mit LED können wir wieder das warmweisse Licht erzeugen, das wir von Glühl­ampen ­gewohnt sind», erklärt Hans-­Rudolf Bosshard von Osram. Vorbei also die Zeit, in der man sich mit der unbeliebten Lichtfarbe einiger Energiesparlampen abfinden musste.

Für gemütliches Licht, etwa im Wohnzimmer, empfiehlt ­Osram bei LEDs eine Farbtemperatur um die 3000 Kelvin (K). Regula Noser von Noserlight betont aber, dass die Wahrnehmung der Lichttemperatur auch subjektiv ist. Da LEDs kein rundstrahlendes Licht abgeben, sondern gebündelt strahlen, werde LED-Licht als kühler wahrgenommen, als es wirklich ist. «Ich empfehle, die Licht­farbe – das heisst, ob warm- oder kaltweiss – immer gut auf den ­Einsatzbereich abzustimmen», sagt Licht­expertin Noser.

Aber auch bei der Lichtfarbe ist noch Entwicklungsarbeit ­nötig: Je kälter das Licht, desto effizienter ist die Lampe. Oder umgekehrt: Je wärmer die Lichtfarbe, desto teurer sind LED-Lampen im Verbrauch. Wer deshalb ­ab­warten möchte, bekommt als Übergangslösung auch mit Eco-Halogenlampen die ­gewünschte Lichtfarbe.

Veröffentlicht am 07. September 2011

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1 Kommentar

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Peter Müller
Ich glaube auch an die Zukunft der LEDs, die immerhin auf den Grundlagen basieren, für die Einstein den Nobel-Preis erhielt! Aber wenn Sie meinen: "LEDs geben mit der gleichen Strommenge ein Vielfaches an Licht... und leuchten warmweiss", ist das Unsinn. 1. leuchten sie nicht generell warmweiss, sondern die Bandbreite und der Farbschwerpunkt des Lichts (Kelvin) kann bei der LED variiert werden. 2. der Wirkungsgrad von bezahlbaren LEDs für Beleuchtungszwecke liegt bei ca. 20 Prozent. Rund 80 Prozent wird in Wärme umgewandelt. Damit wird etwa gleichwenig in Licht umgewandelt, wie bei Leuchtstoff-Röhren oder sogen. Energiesparlampen. 3. Problematisch ist bei LEDs, dass deren Licht nicht allseitig, sondern nur in einem begrenzten Winkel abgestrahlt wird. Osram-Werbung ....

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