Schöne alte Rosen, bunte Blumenbeete, Gräser, Kübelpflanzen, Stauden und Sträucher: In diesem Garten inmitten von Winterthur ZH kommt so schnell keine Langeweile auf. Auch nicht bei der Gartenarbeit. Alles macht Regula Holliger aber nicht allein. «An die Glyzinien und Reben entlang der Hauswand komme ich fast nicht heran. Auch den Zwetschgenbaum lasse ich vom Gartenteam schneiden, das erfordert Know-how. Im Frühling vertikutieren die Profis ausserdem den Rasen. Dafür fehlen mir die Geräte Grabegabel, Spaten & Co. Welche Gartenwerkzeuge es wirklich braucht

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Regelmässige Arbeiten direkt an den Gärtner auslagern: Was im öffentlichen Bereich oder bei Unternehmen weitverbreitet sei, stosse im Privatbereich eher noch auf Zurückhaltung, sagt Manuel Eichenberger von Jardin Suisse, dem Unternehmerverband der Schweizer Gärtner. Dabei sieht er viele Vorteile: «Man muss nicht mehr jeden einzelnen Auftrag vergeben, hat auch in der Hochsaison immer einen Gärtner auf sicher und profitiert vielleicht sogar von einem Rabatt. Denn für Unternehmen bedeutet ein regelmässiger Auftrag Planungssicherheit und mehr Flexibilität.»

Auch das Gartenunternehmen Grünpunkt aus Winterthur, das sich um das Grün von Regula Holliger kümmert, freut sich über solche Dauerunterhaltsaufträge. Meist erhalten sie diese von älteren Personen, die sich einen gewissen Standard im Garten gewohnt sind, mit der Arbeit aber nicht mehr nachkommen. Oder von jüngeren Paaren, bei denen beide voll berufstätig sind.

«Mindestens drei Einsätze pro Jahr sind oft Standard. Im Herbst immergrüne Gehölze schneiden und formieren, der Winterschnitt bei laublosen Bäumen und Sträuchern sowie im Frühling der Rasenservice», sagt Michael Albrecht, Geschäftsführer von Grünpunkt und Mitglied von Jardin Suisse. Aber auch der ganzjährige Rasenunterhalt sei möglich, ebenso Blumenbeete pflegen oder regelmässig jäten. «Für einen Rosengarten oder englischen Rasen fallen dabei natürlich mehr Einsätze an als bei einem Naturgarten Umweltexperten im Interview «Man muss den Garten nicht gleich umgraben» mit Blumenwiese.»

Passenden Anbieter suchen

Wie oft der Gärtner kommt, hängt aber nur teilweise von den zu unterhaltenden Bereichen ab. Eine grosse Rolle spielen auch die persönlichen Vorstellungen des Besitzers, wie ein Garten auszusehen hat Garten anlegen Welcher Gartentyp sind Sie? . Umso wichtiger ist die Suche nach dem passenden Anbieter. Manuel Eichenberger von Jardin Suisse rät, auf ausgebildete Kundengärtner zu setzen. Auch die Ausbildung von Lernenden sei ein Qualitätshinweis für gute Unternehmen. «Zudem helfen Tipps, etwa von zufriedenen Nachbarn, bei der Gärtnerwahl.»

Am Anfang jedes Unterhaltsauftrags steht ein persönliches Gespräch vor Ort. Und das Klären gemeinsamer Standards. Anschliessend wird oft zuerst ein normaler Auftrag zur Instandsetzung der gewünschten Bereiche erteilt. So sieht man, wie gearbeitet wird, und schafft eine gemeinsame Ausgangslage, die fortan erhalten werden soll. «Auf dieser Basis kann der Kundengärtner einen Arbeitsbeschrieb mit Pflegezielen erstellen, den beide Parteien als Vertrag unterschreiben

«Ich habe von den Profis schon viel gelernt und kann jederzeit unkompliziert um Rat fragen.»

Regula Holliger, Gartenbesitzerin in Winterthur ZH

Handelt es sich um einen neuen Garten, würde Eichenberger den Gartenbau gleich mit einem zweijährigen Unterhaltsauftrag verknüpfen. «Das verteuert das Gesamtprojekt vielleicht ein wenig, dafür erhält man eine zweijährige Garantie auf gelieferte Pflanzen. Als neuer Gartenbesitzer kann man in dieser Zeit auch etwas zur Pflege lernen und sich Gedanken machen, was künftig in Eigenleistung machbar ist.»

So unterschiedlich die Gärten und die Vorstellungen dazu, so verschieden sind auch die Kosten. Als Orientierungspunkt nennt Manuel Eichenberger deshalb den Stundenansatz von 80 bis 100 Franken, der je nach Region und Ausbildung die Norm sei. Für den Gesamtaufwand rät der Experte zu einem Kostendach. «Auch damit Spielraum bleibt, um auf Witterungseinflüsse reagieren zu können.» Nach einer Saison könne man erneut zusammensitzen und allfällige Anpassungen vornehmen.

So handhabt es meist auch Michael Albrecht von Grünpunkt aus Winterthur. «Oft nennen mir Kunden auch direkt ein Kostendach, zum Beispiel von 3000 oder 7000 Franken, und wir legen im ersten Gespräch fest, was in diesem Rahmen möglich ist.» Das Resultat wird dann in einem Auftragsbeschrieb festgehalten und Ende des ersten Jahres noch mal mit dem Kunden genau durchgegangen und allenfalls angepasst.

Lernen von den Gartenprofis

Nicht immer wird alles vertraglich geregelt. Bei Regula Holliger zum Beispiel ist die Zusammenarbeit historisch gewachsen und basiert schlicht auf Vertrauen. Mindestens dreimal im Jahr kommen die Gartenprofis von sich aus vorbei, abgerechnet wird nach Aufwand. «Die Kosten für die regelmässigen Arbeiten sind trotzdem immer ungefähr gleich», so die passionierte Gartenbesitzerin. Sie ist froh um die Unterstützung, auch fachlich. «Ich habe von den Profis schon viel gelernt und kann jederzeit unkompliziert um Rat fragen. Etwa, ob der Standort zu einer Pflanze passt oder ob die Rosen schon geschnitten werden dürfen.»

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