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WeihnachtsbeleuchtungZu hell – kann ich mich wehren?

Frage: Bei unserem Nachbarn blinkt und strahlt es, doch mir raubt es den Schlaf. Kann ich verlangen, dass er die Weihnachtsbeleuchtung reduziert?

In den meisten Fällen gilt: Lichter löschen um 22 Uhr.
von aktualisiert am 06. Dezember 2018

Ob Sie mit Ihrer Forderung durchkommen, hängt immer von den konkreten Umständen ab. Wenn Sie in der Stadt oder an einer gut beleuchteten Strasse wohnen, wird ein Richter wahrscheinlich urteilen, dass die Weihnachtsbeleuchtung nicht ausserordentlich mehr zur Lichtverschmutzung beiträgt. Etwas anderes wäre es, wenn es das einzige Nachbarhaus in der Gegend ist. Entscheidend für ein Urteil ist auch, wie stark eine Immission einen durchschnittlichen Menschen beeinträchtigt Laute Nachbarn Wie viel Musik und Lärm muss ich erdulden? .

Als ersten Schritt sollten Sie daher mit dem Nachbarn das Gespräch suchen Konflikte Krach mit dem Nachbarn? . Wenn die Beleuchtung direkt gegen Ihr Schlafzimmer gerichtet ist, wäre eine Lösung, sie an einem anderen Ort zu montieren. Oder der Nachbar wird die Lichtershow zeitlich anhand der allgemeinen Ruhezeiten beschränken.

Als weiteren Schritt können Sie sich bei der Gemeinde informieren, ob es bezüglich nächtlicher Hausbeleuchtung Regelungen gibt. Falls auch dies keine befriedigende Lösung bringt, wäre der Friedensrichter Zivilprozess Zum Schlichter statt zum Richter die nächste Anlaufstelle.

Nicht wegweisendes Bundesgerichtsurteil

Mit der Frage, inwiefern eine Weihnachts- und ganzjährige Zierbeleuchtung begrenzt sein soll, hat sich das Bundesgericht schon beschäftigt. Im konkreten Fall entschied es, dass eine Weihnachtsbeleuchtung vom 1. Advent bis zum 6. Januar jeweils bis 1 Uhr nachts toleriert werden müsse. Ausserhalb dieser Zeit soll die übliche Hausbeleuchtung während des Nachtruhefensters von 22 bis 6 Uhr abgeschaltet werden. Das Bundesgericht führte unter anderem an, dass eine «Weihnachtsbeleuchtung von vielen Menschen nicht als störend empfunden, sondern als festlicher Brauch geschätzt wird».

Dieses Urteil könnten Sie dem Nachbarn zwar vorhalten. Jedoch hat es keine rechtliche Bindung für die Gemeinde oder Ihren Nachbarn. Darum ist der erste Tipp zum persönlichen Gespräch meist der beste.

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