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EntführungsgefahrWie die Kinder schützen?

Eine Kindesentführung kann nicht verhindert werden. Folgende Massnahmen können die Entführung aber erschweren.

Wenn ernsthafte Hinweise auf eine Entführungsgefahr vorliegen, kann die Kesb eine Reihe von Präventivmassnahmen anordnen.
von aktualisiert am 16. August 2018

Rechtliche Massnahmen

  • Ausreisesperre beantragen

Auf Antrag können die Behörden eine Ausreisesperre für das Kind anordnen. Für den entführenden Elternteil kann hingegen keine Ausreisesperre verordnet werden, er kann jederzeit allein ausreisen.

 

  • Elterliche Sorge neu regeln

Besteht Verdacht auf Entführung, können Behörden dem entführenden Elternteil das Sorgerecht entziehen. Ohne darf er nicht über den Aufenthaltsort des Kindes Gemeinsames Sorgerecht Was bedeutet «gemeinsames Sorgerecht»? bestimmen. Auch die Anmeldung am neuen Wohnort wäre erschwert.

 

  • Zuteilen des alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrechts

Bei dieser Massnahme geht es darum, dass ein Elternteil nicht mehr mitbestimmen darf, wo sich das Kind aufhält. Die elterliche Sorge bleibt erhalten.

 

  • Besuchsrecht einschränken

Wenn ein Elternteil ein gewöhnliches Besuchsrecht Besuchsrecht Lasst die Vernunft walten hat, können mit dieser Massnahme Besuche für einen gewissen Zeitraum nur in Begleitung erfolgen oder ganz eingestellt werden.

Praktische Massnahmen

  • Reiseausweispapiere sicher aufbewahren

Wenn zum Beispiel der Vater eine Entführung durch die Mutter befürchtet, kann er beantragen, dass Pass oder ID des Kindes bei einer Behörde hinterlegt werden. Zudem kann er beim kantonalen Passbüro verlangen, dass ohne seine Zustimmung keine neuen Reiseausweise ausgestellt werden. Wenn das Kind eine ausländische Staatsbürgerschaft hat, sollte der Vater die zuständige Botschaft informieren.

 

  • Kind begleiten und Schule informieren

Solange akute Entführungsgefahr besteht, sollte man sein Kind möglichst nicht unbegleitet lassen. Zudem kann etwa der Vater Schule, Familienmitglieder und Freunde informieren, dass sie das Kind nicht ohne vorherige Absprache der Mutter übergeben.

 

  • Aktuelles Foto bereithalten

Für den Fall, dass alle Massnahmen scheitern, sollte man ein aktuelles Foto des Kindes und der Mutter – oder des Vaters – sowie alle wichtigen Personalien griffbereit haben. Damit kann die Polizei bei einer Entführung schnellstmöglich alle Grenzstellen und Flughäfen informieren und die Beamten anweisen, das entführte Kind zurückzuhalten.

 

  • Mit Hilfe den Konflikt lösen

Mit Hilfe einer Behörde (etwa der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde [Kesb]), eines Mediators Scheidung Mediation trotz null Vertrauen? oder einer Beratungsstelle lassen sich elterliche Konflikte häufig lösen. Längerfristig ist das die wichtigste Massnahme, um eine Entführung zu verhindern.

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