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TrennungWer kommt für Mutter und Kinder auf?

Frage: Mein Mann hat uns verlassen, weil er sich in eine andere Frau verliebt hat. Ich habe kein eigenes Einkommen, und er verdient nur 5500 Franken im Monat. Wer zahlt für die fünfjährigen Zwillinge und mich? Müssen etwa meine Eltern für uns aufkommen?

Findet eine allein erziehende Mutter keine Arbeit, die ihr und den Kindern neben den Alimenten das Auskommen sichert, hat sie Anspruch auf ergänzende Sozialhilfe.

Von aktualisiert am 09. Februar 2018

In erster Linie muss Ihr Mann Alimente für die Kinder und Sie persönlich bezahlen. Mit 5500 Franken monatlich kann man allerdings nicht zwei Haushalte finanzieren. Gemäss der bundesgerichtlichen Praxis wird in solchen Situationen dem wirtschaftlich stärkeren Ehegatten – hier Ihrem Mann – sein Existenzminimum belassen. Er muss von seinem Lohn also nur den Überschuss und die bezogenen Kinderzulagen abgeben. Selbst wenn man sein Existenzminimum sehr streng berechnet, werden die Alimente nicht ausreichen, um Ihren Bedarf und den­jenigen der Kinder voll zu decken.

Arbeit suchen – und sonst stempeln

Wäre genügend Geld vorhanden, müssten Sie noch keine Erwerbsarbeit aufnehmen. So aber sind Sie durch die Umstände gezwungen, einen Job zu suchen. Die Gemeindeverwaltung oder wo vorhanden das regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) unterstützt Sie dabei.

Wenn Ihre Zwillinge betreut sind, Sie aber dennoch nicht sofort eine Arbeit finden, stellen Sie einen Antrag beim RAV auf Arbeitslosentaggelder. Dies gilt dank einer Sonderbestimmung auch dann, wenn Sie bisher keine Beiträge an die Arbeitslosenversicherung entrichtet haben. Das Taggeld beträgt je nach Ausbildung zwischen CHF 81.60 und CHF 122.40. In einem Monat mit 21 Arbeitstagen ergäbe das zwischen CHF 1713.60 und CHF 2570.40 brutto. Ihr ­Anspruch ist allerdings auf 90 Taggelder, also gut vier Monate, beschränkt. Danach gelten Sie als ausgesteuert.

Sollten Sie weiter keine Arbeit finden, die Ihnen und den Kindern neben den Alimenten das Auskommen sichert, haben Sie Anspruch auf ergänzende Sozialhilfe. Wenden Sie sich dafür an Ihre Wohngemeinde.

Ihre Eltern müssen nicht für Sie aufkommen. Die Verwandtenunterstützung in Fällen wie bei Ihnen wurde per 1. Januar 2017 aus dem Gesetz gestrichen.

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Mehr zum Anspruch auf Arbeitslosengeld bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Wer seine Stelle verliert, hat in der Regel einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Doch die Arbeitslosenentschädigung ist an gewisse Bedingungen geknüpft. Auch für Selbständigerwerbende gelten Sonderregeln. Guider erläutert seinen Mitgliedern, an welche Kontrollvorschriften des RAV sie sich halten müssen, wie lange ALV-Taggelder bezahlt werden und wann eine Arbeit zumutbar ist.

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