Finma stoppt Geschäfte des BZ Berater Zentrums
Seit über einem Jahrzehnt warnt der Beobachter vor diesem Vermögensverwalter. Nun zieht die Finanzmarktaufsicht Millionen ein. Ob die Anleger ihr Geld zurückerhalten, ist aber ungewiss.

Veröffentlicht am 1. Juli 2026 - 13:32 Uhr

Betroffene Kleinanlegerinnen und Kleinanleger bangen um Millionen.
Jetzt ist es amtlich. Rund 2000 Anlegerinnen und Anleger könnten bis zu 200 Millionen Franken verlieren. Geld, das sie in gutem Glauben über die BZ Berater Zentrum AG investiert hatten. Vor dieser Vermögensverwaltungsfirma warnt der Beobachter seit 2011.
Unter den Betroffenen ist ein Pensionierter, der sein gesamtes Pensionskassenguthaben vermeintlich sicher anlegte. Oder eine junge Frau, die mehrere Zehntausend Franken investierte.
Viele hatten an einer Gewerbeausstellung einen Wettbewerb für eine Gratis-Finanzberatung gewonnen und danach Geld in Produkte gesteckt, die ihnen die BZ Berater Zentrum AG von Marco Garzetti im Rahmen eines Vermögensverwaltungsvertrags empfohlen hatte.
Finma statuiert Exempel
Rund 200 Millionen Franken von Kleinsparerinnen und Kleinsparern seien «in illiquide Anleihen mit zweifelhafter Werthaltigkeit investiert» worden, schreibt die Finanzmarktaufsicht (Finma).
Die Untersuchung habe ergeben, dass die Firmen BZ Berater Zentrum AG und Swiss Fund Management AG «in schwerer Weise gegen die Pflicht verstossen haben, Interessenkonflikte und daraus resultierende Benachteiligungen für die Kundinnen und Kunden zu vermeiden».
Über drei Millionen Franken eingezogen
Die Finma hat nun «verschiedene Massnahmen zum Schutz der Anlegerinnen und Anleger» verfügt. Diese sind rechtskräftig: Dem Firmengründer Marco Garzetti erlegt die Finma ein fünfjähriges Berufsverbot im Finanzsektor auf. Sie zieht zudem «unrechtmässig erlangte Provisionen für die Platzierung von illiquiden Anleihen von über drei Millionen Franken ein».
Weiter hat die Finma das Gesuch der BZ Berater Zentrum AG um eine Bewilligung als unabhängige Vermögensverwalterin abgewiesen. Das Berater Zentrum musste deshalb sein Vermögensverwaltungsgeschäft einstellen.
Die Anlagegelder flossen unter anderem über Anleihen in ausländische Immobilienentwicklungsprojekte. Doch die Firmen, die diese Anleihen herausgaben, waren gemäss Finma untereinander verbunden. «Aufgrund der engen Verflechtungen konnten die Beteiligten weitgehend uneingeschränkt über die Anleihensgelder verfügen und liessen sich teilweise auch persönlich Darlehen in zweistelliger Millionenhöhe ausrichten», schreibt die Finma.
Ombudsstelle nimmt Arbeit auf
Ob die Anlegerinnen und Anleger all ihr Geld wiedersehen, ist laut Finma «zurzeit ungewiss». Alles hänge nun vom Gelingen der Immobilienentwicklungsprojekte ab.
Rund 150 Personen haben ein Mediationsverfahren bei der zuständigen Ombudsstelle, der OFS Ombud Finance Suisse, eingeleitet. Diese hatte auf das Ende der Finma-Untersuchung gewartet und will die Verfahren nun rasch an die Hand nehmen.
Bei der Staatsanwaltschaft Zürich ist zudem eine Strafanzeige gegen Marco Garzetti und zwei weitere Personen wegen Betrugs, Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung hängig, die ein Anwalt im Namen von Anlegerinnen und Anlegern eingereicht hat. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigt den Eingang.
Marco Garzetti antwortete nicht auf eine Anfrage des Beobachters. Bezüglich der strafrechtlichen Vorwürfe gilt die Unschuldsvermutung.




