Nicht für Sie. Die Beraterin hat Sie vermutlich mit den hohen Zinsen («Coupon») und der tiefen Barriere zu überzeugen versucht. Das ist alles nicht falsch, aber nur die halbe Wahrheit. Wichtig ist: Die Risiken von komplizierten Anlageprodukten sind grösser, als sie scheinen.

Es ist entscheidend, dass Sie die Funktionsweise von Barrier Reverse Convertibles verstehen. Während der Laufzeit (üblich sind einige Monate bis zwei Jahre) erhalten Sie auf dem eingesetzten Kapital den versprochenen Zins (normalerweise zwischen 5 und 10 Prozent). Das ist viel, gerade angesichts der tiefen Zinsen. Aber das eingezahlte Geld erhalten Sie am Ende nur zurück, wenn keine der im Produkt erwähnten Aktien die Barriere unterschreitet.

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Ein Beispiel: Bei einem Produkt, in dem es um Nestlé geht und die Barriere bei 70 Prozent liegt, darf der Nestlé-Aktienkurs während der ganzen Laufzeit nie um mehr als 30 Prozent (gegenüber dem Stand zu Beginn der Laufzeit) sinken. Falls doch, erhalten Sie nicht Ihr Geld zurück, sondern Nestlé-Aktien, und zwar zum schlechtesten Kurs.

Das klingt kompliziert – und ist im Detail noch komplizierter als hier beschrieben. Genau darum ist das Produkt nur für Anlegerinnen und Anleger geeignet, die wissen, worauf sie sich einlassen. Im Extremfall droht sogar ein Totalverlust.

Ein Punkt noch: Solche Produkte beinhalten oft drei oder mehr verschiedene Aktien. Viele meinen, das Risiko sei damit tiefer als bei einer einzelnen Aktie. Wie bei einem Fonds, der umso sicherer ist, je mehr unterschiedliche Aktien er enthält. Beim Barrier Reverse Convertible ist es genau umgekehrt: Nur einer von mehreren Aktienkursen muss unter die Barriere fallen, damit Sie einen Verlust erleiden. Angesichts der sehr unsicheren Weltlage ist kaum vorhersehbar, welche Aktienkurse sich wie entwickeln werden. Das macht solche Anlageprodukte sehr risikoreich.

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