Sozialhilfe ist kein fixer Betrag, sondern wird individuell berechnet. Damit diese Berechnung nicht willkürlich erfolgt, orientieren sich alle Kantone an den jeweiligen kantonalen Sozialhilfegesetzen. Die meisten Kantone orientieren sich zudem an den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe.

Die Unterstützung umfasst:

  • den Grundbedarf für den Lebensunterhalt (Nahrungsmittel, Kleider, Verkehrsauslagen, andere Anschaffungen)
  • Wohnkosten
  • medizinische Grundversorgung
  • und in gewissen Fällen situationsbedingte Leistungen. Je nach Situation kommen Leistungen mit Anreizcharakter wie Einkommensfreibeträge und Integrationszulagen hinzu.

Grundbedarf: 986 Franken im Monat

  • Der Grundbedarf für eine Einzelperson beträgt in den meisten Kantonen 986 Franken pro Monat. Zwei Personen bekommen zusammen 1509 Franken, drei Personen 1834 Franken. Je nach Anzahl der unterstützten Haushaltsmitglieder wird der Grundbedarf hochgerechnet.
  • Für die Wohnkosten bestimmt die Gemeinde eine obere Grenze und orientiert sich dabei meist an den allerbilligsten Wohnungen in der Gemeinde.
  • Die medizinische Grundversorgung umfasst die Prämien für die obligatorische Grundversicherung samt Selbstbehalten und Franchisen.
  • Situationsbedingte Leistungen können nötig werden, wenn aus gesundheitlichen, wirtschaftlichen oder familiären Gründen zusätzliche Kosten entstehen. Bezifferbar sind auch Erwerbsunkosten, Fremdbetreuung von Kindern (bei Erwerbstätigkeit) oder nötige Kurse und Ausbildungen.
  • Erwerbstätigen Personen, die nur mit Sozialhilfe auf das Existenzminimum kommen, wird ein Einkommensfreibetrag zwischen 400 und 700 Franken gewährt, damit sie gegenüber nicht erwerbstätigen Sozialhilfebezügern ein wenig bessergestellt sind. Arbeit soll sich schliesslich lohnen.
  • Wer an sozialen oder beruflichen Integrationsmassnahmen teilnimmt, erhält einen Zuschlag zwischen 100 und 300 Franken. Wer nicht kooperiert, erhält keine Zulagen und muss gar mit einer Kürzung der Sozialhilfe rechnen.
Guider Logo

Mehr zu Sozialhilfe bei Guider, der digitalen Rechtsberatung des Beobachters

Wer Sozialhilfe beantragt, hat sowohl Rechte als auch Pflichten. Guider klärt seine Mitglieder darüber auf und gibt Auskunft darüber, ob Sozialhilfe später zurückerstattet werden muss. Musterbriefe liefern zudem Unterstützung, wenn Beschwerde gegen einen Entscheid einlegt wird.

Buchtipp

Job weg

Was tun bei Arbeitslosigkeit?

Mehr Infos

Job weg
Quelle: Beobachter Edition