Ein tragischer Unfall in Sedrun GR hat eine bekannte Frage neu aufgeworfen: Ein 87-jähriger Autofahrer verwechselte die Pedale und fuhr in eine Gruppe von Schülern. Eine 47-jährige Lehrerin kam ums Leben. Seither wird wieder intensiv darüber diskutiert, wie fahrtüchtig ältere Menschen am Steuer sind.

Die Zahlen geben der Debatte zusätzlichen Auftrieb. 2025 verursachten über 70-Jährige mehr als 5500 Unfälle als Hauptverursacher. Bei den 18- bis 24-Jährigen waren es rund 4900 Unfälle. Während in dieser Altersgruppe zehn tödliche Unfälle verzeichnet wurden, waren es bei den über 70-Jährigen 28. 

Partnerinhalte
 
 
 
 

Forderung nach strengeren Kontrollen

In der Bevölkerung gibt es dazu verschiedene Meinungen. Einige fordern klare Altersgrenzen und wollen, dass Seniorinnen und Senioren den Führerausweis ab 80 oder 85 ganz abgeben. Andere betonen, dass nicht das Alter entscheidend sei, sondern die körperliche und geistige Fitness. 

Beratung mit Chatbot

Verkehrsmediziner wie Rolf Seeger fordern deshalb häufigere und praxisnähere Tests. Ab dem 80. Altersjahr soll die Fahreignung jährlich überprüft werden und nicht mehr nur alle zwei Jahre. «Es darf keine Rolle spielen, ob jemand Mühe hat, ohne Motorfahrzeug Lebensmittel zu besorgen. Geklärt werden muss allein die Frage: Ist jemand fahrgeeignet oder nicht?», betont Seeger. Er bringt auch Einschränkungen ins Spiel – etwa dass ältere Fahrer nur noch bestimmte Strecken nutzen oder nachts nicht mehr fahren dürfen.

Auch Pro Senectute will strengere Regeln. Sprecher Peter Burri Follath ist dafür, die Fahreignung ab einem gewissen Alter jährlich zu überprüfen – und zwar nicht nur beim Arzt, sondern auch direkt am Steuer. 

 

Wie sehen Sie das?

Sollten Seniorinnen und Senioren ab einem bestimmten Alter regelmässig Fahrtests machen müssen? Diskutieren Sie in der Kommentarspalte mit.