Social Media erst ab 16 – braucht es ein Verbot?
Grossbritannien will unter 16-Jährigen den Zugang zu Plattformen wie Tiktok, Instagram und Snapchat verbieten. Auch in der Schweiz wird über strengere Regeln diskutiert. Braucht es ein Verbot, oder sollten Eltern und Schulen mehr Verantwortung übernehmen?

Veröffentlicht am 16. Juni 2026 - 16:57 Uhr

Grossbritannien plant ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren: Soll die Schweiz einen ähnlichen Weg einschlagen?
Grossbritannien plant ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren. Betroffen wären Plattformen wie Tiktok, Instagram, Facebook, Snapchat und Youtube. Die britische Regierung begründet den Schritt mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Risiken sozialer Medien. Damit folgt Grossbritannien dem Beispiel Australiens. Australien führte als erstes Land der Welt im Dezember 2025 ein generelles Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ein.
Auch in mehreren europäischen Ländern wird über ähnliche Einschränkungen diskutiert. Gleichzeitig gibt es Kritik. Gegner solcher Verbote bezweifeln deren Wirksamkeit und verweisen darauf, dass Jugendliche Altersgrenzen etwa mit falschen Geburtsdaten oder technischen Hilfsmitteln umgehen könnten.
Bundesrat soll Verbot prüfen
Die Frage wurde auch in der Schweiz bereits politisch aufgegriffen. Der Ständerat hat den Bundesrat im vergangenen Jahr beauftragt, zu prüfen, ob ein Verbot sozialer Netzwerke für unter 16-Jährige oder andere Schutzmassnahmen sinnvoll wären. Ständerätin Maya Graf sagte damals, der Handlungsbedarf sei gross: «Das Thema brennt unter den Nägeln.»
Eine politische Mehrheit für ein generelles Verbot zeichnet sich derzeit allerdings nicht ab. In einer früheren Umfrage des Beobachters lehnten die Parteien dies mehrheitlich ab. Viele sehen die Verantwortung in erster Linie bei den Eltern und setzen stattdessen auf Begleitung, Aufklärung oder technische Schutzmassnahmen.
Damit bleibt die zentrale Frage offen: Soll der Staat Kinder und Jugendliche stärker vor sozialen Medien schützen, oder ist das in erster Linie Aufgabe der Familien?
Würde ein Verbot Kinder und Jugendliche besser schützen? Oder greifen solche Regeln zu stark in die Verantwortung der Eltern ein? Diskutieren Sie mit in der Kommentarspalte.




