Wer mit dem eigenen Wagen nach Griechenland in die Ferien fährt und unterwegs telefonieren will, tut gut daran, sich vor der Reise eine Freisprecheinrichtung zuzulegen. Im Land der Götter und Tempel geht man neuerdings rigoros gegen Automobilistinnen und Automobilisten vor, die während des Fahrens mit dem Handy telefonieren

Bis Ende 2026 sollen in griechischen Städten flächendeckend Kameras in Betrieb genommen werden, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind. Sie erfassen nicht nur, wenn jemand ein Rotlicht überfährt, sondern auch, ob alle im Auto angeschnallt sind – und ob die Fahrerin oder der Fahrer telefoniert. 

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Mit Handy im Blindflug

Wer mit dem Smartphone am Steuer erwischt wird, muss tief in die Tasche greifen. Beim ersten Verstoss kostet es 350 Euro, beim zweiten Mal 1000 und beim dritten Mal 2000 Euro. Beim zweiten und dritten Mal kommt ein Ausweisentzug von sechs respektive zwölf Monaten hinzu. 

Beratung mit Chatbot

Wie gefährlich der Blick auf das Handy während der Fahrt ist, zeigt eine simple Rechnung: Wer mit einem Tempo von 80 Kilometern pro Stunde fährt und drei Sekunden auf das Smartphone schaut, fährt rund 66 Meter im Blindflug. Deshalb rüsten auch andere europäische Länder im Kampf gegen Handysünder am Steuer auf. Die Übersicht:

  • In Deutschland hat das Bundesland Rheinland-Pfalz 2025 die ersten sogenannten Monocams in Betrieb genommen, um telefonierende Lenkerinnen und Lenker zu überführen. Wer erwischt wird, zahlt eine Busse von 100 Euro.
  • Im österreichischen Bundesland Salzburg prüft man ebenfalls den Einsatz von Kameras gegen Handysünder. Die Busse für Telefongespräche ohne Freisprecheinrichtung beträgt 100 Euro.
  • In den Niederlanden sind rund 40 Handyblitzer entlang von Autobahnen installiert. Die Busse beträgt 430 Euro.
  • Italien hat Ende 2024 die Bussen für die Nutzung des Smartphones während der Fahrt massiv verschärft. Wer zum ersten Mal erwischt wird, zahlt zwischen 250 und 1000 Euro und verliert den Führerschein für zwei Wochen bis zwei Monate. Im Wiederholungsfall drohen eine Busse von 1400 Euro und drei Monate Führerscheinentzug. Entsprechende Kameras sind aber noch nicht im Einsatz.
  • In Frankreich wird die Installation von Kameras, die mit KI ausgerüstet sind, diskutiert. Noch sind sie aber nicht offiziell zugelassen. Wer von der Polizei beim unerlaubten Telefonieren erwischt wird, zahlt mindestens 135 Euro.

Keine Chance im Bundeshaus

Und in der Schweiz? Hier sind KI-Kameras gegen Lenkerinnen und Lenker am Smartphone am Ende der letzten Session der eidgenössischen Räte wieder in weite Ferne gerückt. Eine Motion der Aargauer SP-Nationalrätin Gabriela Suter, die auf eine Einführung von Handyblitzern zielte, blieb im Nationalrat zwei Jahre lang liegen und wurde deshalb abgeschrieben.