Die heutige, wichtige internationale Stellung der Schweizer Pharmaindustrie lässt kaum erahnen, wie unscheinbar alles begann. Die Wurzeln dieses globalen Milliardengeschäfts liegen nämlich nicht primär in der Medizin, sondern in der Produktion von Farben. 

In Basel begannen Pioniere wie Johann Rudolf Geigy und Alexander Clavel ab den späten 1850er-Jahren mit der Herstellung und dem Handel synthetischer Farbstoffe für die florierende Textilindustrie am Oberrhein. Begünstigt wurde der rasante Aufstieg dieser Industrie durch einen entscheidenden Standortvorteil: Bis 1907 kannte die Schweiz keinen Patentschutz. Zwar gab es seit 1888 ein allgemeines Patentgesetz, doch chemische Stoffe waren darin explizit ausgenommen. Das bedeutete: Heimische Firmen durften ausländische Erfindungen auf diesem Gebiet völlig legal kopieren.

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Metamorphose als Notlösung

Die Metamorphose von der Chemie- zur Pharmabranche war zunächst eine Notlösung. Weil das Farbengeschäft stark schwankte und der Erste Weltkrieg die engen Bande zu deutschen Lieferanten kappte, suchten die Basler Fabrikanten nach einem krisenresistenten Ersatz. So richtig lukrativ wurde die Herstellung von Medikamenten jedoch erst in der Zwischenkriegszeit und im Zuge des Antibiotika-Booms der Nachkriegsjahre in den USA. So wurde das Pharmabusiness nach und nach zum zentralen wirtschaftlichen Stützpfeiler. 

Unsere Zeittafel zeichnet diesen erstaunlichen Weg von der einfachen Farbmischerei zum globalen Life-Sciences-Zentrum nach.

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Quellen