Leserfrage: Ich habe seit einiger Zeit wahrscheinlich einen Nagelpilz an der Grosszehe. Was kann ich dagegen tun?

Nagelpilz ist die häufigste Erkrankung der Nägel und kann sowohl an den Zehen- als auch an den Fingernägeln auftreten. Dabei infiziert sich die betroffene Person meist mit einem sogenannten Fadenpilz. Hefe- und Schimmelpilze, oder eine Kombination verschiedener Pilzarten, können auch zu Nagelpilz führen.

Eine Verfärbung der Nägel sowie eine Verdickung sind typische Symptome. Zehennägel, insbesondere der grossen Zehen, sind häufiger betroffen als Fingernägel. Der Pilz breitet sich normalerweise vom freien Nagelrand aus und gelangt in die Nagelhornschicht.

Zu beachten ist, dass nur etwa die Hälfte aller Nagelverfärbungen durch einen Pilz aus­gelöst wird. Typische Kennzeichen einer Pilzinfektion sind weissliche, gräuliche oder gelbliche Verfärbungen sowie eine vermehrte Brüchigkeit der Nagelplatte - Schmerzen werden dadurch keine verur­sacht. Manchmal tritt gleichzeitig zur ­Nagel- auch eine Fusspilzinfektion auf, die bei falscher Behandlung eine erneute In­fektionsgefahr darstellt.

Risikofaktoren, die Nagelpilz begünstigen

Bestimmte Faktoren begünstigen eine Ansteckung mit einem Nagelpilz:

Die Krankheitserreger lieben zudem feucht-warme Umgebungen und finden sich daher typischerweise in öffentlichen Duschen und Bädern. Sie nisten sich in die Hautfalten der Füsse ein oder auf vorgeschädigten respektive durch das «Schuh­klima» aufgeweichten Nägeln. Kinder sind nur selten von Nagelpilz betroffen, bei den über 40-Jährigen nimmt das Risiko einer Ansteckung zu. So sind 20 bis 30 Prozent davon betroffen.

Was hilft gegen Nagelpilz?

Die Behandlung eines Nagelpilzes dauert oft mehrere Wochen bis Monate. Je nach dem, welche Pilzart den Nagel wo und wie stark angegriffen hat, variiert die Therapie. Hat der Pilz erst die Nagelfläche befallen, reicht in der Regel eine äusserliche Behandlung mit einem Spezialnagellack. Ist aber auch die Nagelwachstumszone (weisser Halbmond am Ansatz des Nagels) betroffen, braucht es eine systemische Behandlung mit Antipilzmitteln (sogenannten Antimykotika).

  • Lokale Behandlung: Bei leichtem Nagelpilz-Befall kann ein spezieller pilztötender Nagellack oder eine Crème helfen. Die Mittel enthalten Wirkstoffe wie Ciclopirox oder Amorolfin. Man trägt sie direkt auf die betroffenen Stellen auf. Diese Anwendung hilft nur, wenn die Nagelwurzel nicht befallen ist und der Pilz sich nicht über mehr als die Hälfte des Nagels ausgebreitet hat. Die Medikamente sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
  • Systemische Behandlung: Bei einer hartnäckigen, schweren Infektion reicht es nicht aus, den Nagel nur oberflächlich zu behandeln. Um wirksam gegen den Pilz vorzugehen, muss man das Antipilzmittel in tablettenform oder mit Injektionen aufnehmen. Gleichzeitig sollte man den befallenen Nagel lokal mit einer Crème oder einem pilztötenden Nagellack behandeln. So kann man die Heilungschance erhöhen und die Behandlungszeit allenfalls verkürzen.
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Einen Nagelpilz muss man immer behandeln

Hat man einen Nagelpilz eingefangen, ist vor allem Geduld gefragt. Denn der Nagel ist erst wieder gesund, wenn er komplett nachgewachsen ist. Da Fussnägel nur etwa 1 mm pro Monat wachsen, kann eine Behandlung bis zu 12 Monate dauern. Man sollte die Behandlung darum nicht vorzeitig abbrechen. Denn bleiben Pilzsporen übrig, kann das zu einer erneuten Infektion führen.

Wichtig zu wissen: Ein Nagelpilz geht nicht von alleine wieder weg, selbst wenn die äusserlich sichtbaren Symptome vielleicht wieder weg sind. Lässt man den Pilz unbehandelt, kann er chronisch werden. Man sollte ihn also in jedem Fall behandeln.

Weitere Informationen zu Nagelpilz

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Chantal Hebeisen, Redaktorin

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