Wann müssen oder dürfen Mitarbeiter Ferien nehmen? 

Grundsätzlich bestimmen Sie als Arbeitgeber, wann Ihre Mitarbeitenden Ferien beziehen können, wobei Sie auf die Wünsche der Angestellten Rücksicht nehmen müssen – so sieht es das Gesetz vor. Normalerweise werden Ferien drei Monate im Voraus festgelegt.

Das gilt in der aktuellen Situation

Sie können auch kurzfristig Ferien anordnen und zum Beispiel verlangen, dass die Angestellten jetzt das Ferienguthaben vom letzten Jahr beziehen. Nicht möglich ist es jedoch, von den Arbeitnehmern zu verlangen, dass sie in der flauen Zeit während und nach der Corona-Krise das ganze Ferienguthaben für 2020 beziehen.

Wenn Ihre Angestellten bereits geplante Ferien auf einen späteren Zeitpunkt verschieben wollen, geht das nur mit Ihrem Einverständnis. Sie können darauf bestehen, dass geplante Ferien bezogen werden.

Ausnahmsweise können Sie als Arbeitgeber in der aktuellen Situation auch verlangen, dass Überstunden abgebaut werden. Normalerweise muss der Arbeitnehmer damit einverstanden sein.
 

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Kurzarbeit und Ferien

Auch während der Kurzarbeit dürfen Ihre Angestellten Ferien beziehen. Aber diese Zeiten dürfen nicht über die Kurzarbeit abgerechnet werden, sondern müssen vom Arbeitgeber bezahlt werden – und zwar zu 100 Prozent.

Gut zu wissen: Für die Zeit, in der Angestellte Ferien beziehen, entfällt die Kurzarbeitsentschädigung. Der Grund: Es entstehen keine Fehlzeiten, denn es wird Ferienguthaben «verbraucht».
 

Reisen in Corona-Zeiten

Ihre Mitarbeiterin will während der Ferien eine private Reise ins Ausland unternehmen, zum Beispiel zu ihren Angehörigen. Können Sie dies verbieten? Nein, so weit reicht das Weisungsrecht des Arbeitgebers nicht. 

Sie dürfen jedoch Ihrer Mitarbeiterin verbieten, eine Geschäftsreise zu unternehmen. Es liegt auch in Ihrem Interesse als Arbeitgeber, dass sich Ihre Angestellten nicht infizieren. Die Schengen-Staaten haben ihre Grenzkontrollen per 15. Juni weitgehend aufgehoben. Auch die Schweiz hat ihre Einreisebeschränkungen für Personen aus dem Schengen-Raum aufgehoben. Bei Personen aus Ländern mit vielen Neuinfektionen sind Temperaturmessungen bei Ankunft in die Schweiz möglich. Aktuell gilt das für Schweden. Bei Passagieren von Direktflügen aus Schweden werden deshalb ab 15. Juni am Flughafen Temperaturmessungen durchgeführt. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) empfiehlt weiterhin, auf nicht notwendige Auslandreisen zu verzichten. Von dieser Empfehlung ausgenommen sind seit dem 15. Juni die Länder des Schengen-Raums und Grossbritannien. Aufgrund der weltweiten Pandemie-Bekämpfung ist das Planen von Auslandsreisen komplexer als zuvor. Die Einreisevorschriften unterscheiden sich von Land zu Land und können sich aufgrund der epidemischen Entwicklung sehr schnell ändern. Konsultieren Sie die Reiseempfehlungen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten.

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Urs Gysling, Leiter Beobachter-Edition

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