«Globifans aufgepasst!» – so kickte der Zoo Zürich all die Eltern an, die wöchentlich nach Bespassung für ihre Jüngsten suchen. Anfang März – pünktlich zum Erscheinen des neuen Globi-Buchs «Globi bei den Papageien» – veranstaltete der Zoo zusammen mit dem Globi-Verlag einen «Globitrail». Dafür mussten Eltern 10 Franken pro Kind hinblättern – zusätzlich zum Zoo-Eintritt. 1300 Kinder waren angemeldet. 

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Auf dem Postenlauf passierte: kaum etwas. An fünf Ständen konnten die Kinder Stempel bei gelangweilten Zoo-Mitarbeitenden abholen: hinter dem Zoo-Restaurant, in der entlegensten Ecke des Terrariums. Der Trail führte auch über die Baustelle der neuen Voliere – die auch im neuen Buch vorkommt und dort bereits vollendet ist.

«Wieso wir für einen solchen Werbeevent zahlen müssen, erschliesst sich mir nicht.»

Mutter von teilnehmenden Kindern

Im besten Fall erzählte eine Mitarbeiterin an einem Posten etwas über den gefährdeten blauen Hyazinthara-Papagei. Ob Globi ein solcher ist, erfuhren die Kinder aber nur im Buch. Das sie für 25.90 Franken im Zoo-Shop erwerben mussten – ohne Rabatt. Das Buch konnten sie dann noch bei den Illustratoren signieren lassen.

Für Werbeevent zahlen?

«Für die 10 Franken wurde kaum etwas geboten», sagt eine von mehreren Müttern, die sich beim Beobachter gemeldet haben. Eine andere fügt hinzu: «Man konnte nur Stempel sammeln – an wenig aufregenden Orten im Zoo oder bei der Baustelle. Erzählt wurde an den meisten Ständen nichts. Wieso wir für einen solchen Werbeevent zahlen müssen, erschliesst sich mir nicht.»

«Nicht alle offenen Fragen aus dem Buch sollten abschliessend geklärt werden.»

Zoo-Zürich-Sprecher

Ein Mediensprecher des Zoos betont gegenüber dem Beobachter, dass den Kindern ein «vielfältiges Programm» geboten wurde. Dass sie Erzählungen des neusten Globi-Abenteuers lauschen und Präsentationen «zu den Hyazintharas sowie zur Baustelle» verfolgen konnten, eigene Samenkugeln für zu Hause basteln oder sich vor einem «lustigen Globi-Motiv ablichten» lassen konnten.

Er fügt hinzu: «Im Bewusstsein, dass die Aufmerksamkeit von Kindern beim Zuhören begrenzt ist, wurden von den Erzählerinnen nur einzelne Geschichten vorgetragen, wodurch nicht alle offenen Fragen aus dem Buch abschliessend geklärt werden konnten und auch nicht sollten.» Dies geschehe ganz bewusst, da sonst die Überraschung der Kinder beim selbständigen Entdecken des Globi-Abenteuers verloren gegangen wäre.

Beratung mit Chatbot

Irgendwo ging eine als Globi verkleidete Person im Stechschritt durch den Zoo. Keine Zeit für ein Foto. Enttäuschte Kinder fragen, warum Globi so schnell unterwegs sei. Als Abschluss gab es für alle gesammelten Stempel ein «Globidiplom» und ein Überraschungsgeschenk. Die Kinder mussten sich zwischen einem Sticker, einem Schlüsselanhänger und einem Ausmal-Globi-Werbebuch entscheiden. Und Eltern konnten Globi-Glace zum halben Preis kaufen.

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