Der Abfahrtsort beeinflusst den Preis – so sparen Sie Geld
Bei Zugreisen ins Ausland lohnt sich vor dem Buchen ein einfacher Trick: Wer ein GA besitzt, sollte vergleichen, was das Sparbillett ab dem letzten Schweizer Grenzbahnhof kostet, statt ab dem Wohnort.

Veröffentlicht am 16. Oktober 2026 - 13:46 Uhr

Die Problematik mit den unterschiedlichen Preisen betrifft durchgehende grenzüberschreitende Sparangebote – nicht nur das konkrete Beispiel mit Innsbruck.
Einmal im Jahr fahre ich mit meinen drei Brüdern übers Wochenende weg. Letztes Jahr gingen wir nach Mailand, in zwei Wochen fahren wir nach Innsbruck. Die Zugverbindung steht, die Tickets sind gebucht. Doch als wir die Preise vergleichen, staunen wir nicht schlecht.
Mein Bruder Emanuel besitzt wie ich ein GA. Mein Ticket für die Hinreise kostet 10 Franken, seines 22 Franken. Der Grund: Ich habe mein Sparbillett erst ab dem Grenzbahnhof Buchs SG gekauft, weil die Strecke bis dorthin durch mein GA abgedeckt ist. Emanuel hingegen buchte direkt ab Zürich. Er dachte, es spiele keine Rolle, ob er ab Zürich oder Buchs bucht – falsch gedacht.
Zwei Tickets, zwei Tarifsysteme
SBB-Mediensprecherin Sabrina Schellenberg versteht, dass dieser Preisunterschied irritiert. Die Erklärung liegt in den Tarifsystemen: Das Billett Zürich–Innsbruck ist ein internationales Sparangebot. Bei diesen Angeboten gibt es keinen zusätzlichen Rabatt für GA oder Halbtax, erklärt Schellenberg. Das günstigere Ticket ab Buchs SG basiert dagegen auf einem nationalen Tarifangebot der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ab dem Grenzbahnhof. Für dieses Billett gelten andere Preis- und Rabattregeln. Beide Tickets führen zwar zum selben Ziel, werden aber nach unterschiedlichen Systemen berechnet.
Das Problem betrifft durchgehende grenzüberschreitende Sparangebote – nicht nur das konkrete Beispiel mit Innsbruck. Aber: Laut Schellenberg soll das Buchen in Zukunft einfacher werden. Gemeinsam mit anderen europäischen Bahnen arbeitet die SBB an einem neuen Standard («Open Sales and Distribution Model»), um den internationalen Ticketkauf transparenter zu machen und solche Preisunterschiede zu reduzieren.
Keine Rückerstattung
Wer bereits das teurere Ticket gekauft hat, hat allerdings das Nachsehen: Internationale Sparangebote sind an feste Konditionen gebunden und können nach dem Kauf grundsätzlich weder umgetauscht noch erstattet werden – auch dann nicht, wenn die Reise erst in der Zukunft liegt, so Schellenberg. Wer ein GA hat, sollte also vor der Buchung vergleichen, ob die Strecke ab dem Grenzbahnhof günstiger ist.
Damit steht fest: Ich komme für 12 Franken weniger als mein Bruder nach Innsbruck. Dafür geht das erste Bier auf mich. Und für unsere Reise im nächsten Jahr weiss er nun Bescheid.
- Korrespondenz mit SBB-Mediensprecherin Sabrina Schellenberg




