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KreditkartengebührenDie Swiss auf einem Ego-Trip

Die Swiss hebt sich von allen anderen ab – indem sie weiterhin Kreditkartengebühren verlangt. Bild: Getty Images

Eigentlich dürfen Händler im Internet keinen Kreditkartenzuschlag mehr verlangen. Einzig die Swiss will sich nicht daran halten. Dagegen kann man sich wehren.

von Elio Bucheraktualisiert am 2017 M08 25

Bis zu 30 Franken Gebühren verlangt die Swiss, wenn ein Kunde online per Kreditkarte zahlt – und befördert sich damit langsam aber sicher ins Abseits. Denn dieser Zuschlag ist seit Anfang August nicht mehr gerechtfertigt.

Auf diesen Zeitpunkt hin hat die Wettbewerbskommission (Weko) die Verrechnungsgebühr ein weiteres Mal von zuletzt 0,7 auf neu 0,44 Prozent gesenkt. Wegen der Höhe dieser Gebühr waren Kreditkartentransaktionen für den Handel bis anhin teurer als jene mit Bargeld, für dessen Transport, Bereitstellung und laufende Echtheitsüberprüfung bei Händlern ebenfalls Kosten entstehen. Seit der Senkung ist das nun aber nicht mehr der Fall: Bargeld- oder Kreditkartenzahlung kommen Händler nun etwa gleich teuer.

Ein wichtiger Schritt für die Kreditkartenbranche. Diese hatte sich lange dafür eingesetzt. Die meisten Schweizer Online-Händler – wie Digitec, Brack oder Media Markt – haben ihre Zuschläge denn auch mittlerweile abgeschafft.

Nicht so Airlines wie die Swiss (1,5 %) oder Easyjet (1 %). Sie verlangen im Internet weiterhin Gebühren, wenn ein Kunde mit der Kreditkarte zahlt. Ihre Beharrlichkeit begründet die Swiss damit, dass sich Airlines in der Schweiz mit höheren Transaktionskosten als andere Händler konfrontiert sähen.

Auch die EU hat reagiert – keine Gebühren bei Easyjet ab 2018

Die Airlines verstossen mit ihren Zuschlägen zwar nicht gegen Schweizer Gesetze, aber gegen die Verträge mit Visa und Mastercard. Diese haben dies bis zur jüngsten Weko-Anpassung geduldet. Gegenüber der SonntagsZeitung kündigte Mastercard nun jedoch an, diesen Herbst Bussen gegen fehlbare Lizenznehmer auszusprechen und zudem härtere Sanktionsmöglichkeiten zu prüfen.

Und auch die EU ergreift Massnahmen: Anfang 2018 wird – zunächst in Deutschland, später in weiteren EU-Ländern – eine neue EU-Richtlinie umgesetzt, die Zuschläge für Zahlungen mit Kreditkarte von Privaten in EU-Ländern untersagt. Wer von einem Schweizer Flughafen Richtung Deutschland abfliegt, wird allerdings gleichwohl Gebühren zahlen müssen. Sie werde diese erst anpassen, wenn die Schweiz es auch per Gesetz verbiete, wird eine Swiss-Sprecherin in der SonntagsZeitung zitiert. Anders Easyjet: Gegenüber dem Beobachter bestätigt die Billigfluglinie, dass sie ab 2018 nicht nur der EU-Regelung folgen, sondern auch in der Schweiz auf die Kreditkartengebühren verzichten wird.

Es geht auch bei der Swiss ohne Zuschlag

Wer die ungerechtfertigten Gebühren der Swiss nicht akzeptieren möchte, dem stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Die Kreditkartenfirmen bieten Rückforderungsformulare an, mit denen sich Kunden bequem den Zuschlag zurückerstatten lassen können.

Oder man zahlt bei der Buchung eines Swiss-Fluges über das E-Finance der Postfinance. Dafür verlangt die Airline nämlich keine Gebühren – weil sie laut der Preisbekanntgabeverordnung online mindestens eine kostenfreie Bezahloption anbieten muss.

So holen Sie die Gebühr zurück

Konsumenten, die sich die ungerechtfertigten Gebühren sparen möchten, können sie von ihrer Bank oder dem Kreditkartenanbieter zurückfordern – per Online-Formular oder Anruf.

Wichtig: Den Formularen ist eine Rechnungskopie, eine Buchungs- oder eine Bestellbestätigung beizulegen, auf welcher der Zuschlag ausgewiesen wird.

 

  • Viseca-Karten
    unter Beanstandungsformulare > Beanstandung eines Kreditkartenzuschlags (Surcharge)
     
  • UBS
    unter «Beanstandung eines Kreditkartenzuschlags (Surcharge)»
     
  • Bonuscard
    unter «Beanstandung eines Kreditkartenzuschlags (Surcharge)»
     
  • Migros-Cumulus-Kreditkarten
    unter «Beanstandungsformular»
     
  • Swisscard
     
  • Cornèrcard
    Wenden Sie sich telefonisch an das Kundencenter (091 800 41 41)
     
  • Postfinance
    Wenden Sie sich telefonisch an das Kundencenter (0848 888 710)

 

Quelle: Stiftung für Konsumentenschutz