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UPC und IntrumLauter falsche Rechnungen

Ein Schwerkranker erhält fälschlicherweise Rechnungen für seinen Anschluss. UPC gesteht den Fehler ein, das Inkassobüro Intrum treibt das Geld trotzdem ein.

Mit UPC und Intrum in den Hauptrollen: Hier lief einiges schief.
von aktualisiert am 26. April 2018

Tobias Breu* litt an der Nervenkrankheit ALS. 2014 zog er in eine behindertengerechte Wohnung, den Kabelnetzbetreiber UPC hat er fristgerecht informiert. Obwohl dieser den Transfer des Anschlusses bestätigte, erhielt Breu Rechnungen für beide Wohnorte. Auf seine Beschwerde hin stornierte UPC die Rechnung für die alte Wohnung, worauf Breu die erste Mahnung ignorierte. Bei der zweiten griff er zum Telefon. Bei UPC war man ratlos. Die Rechnung sei storniert, Breu könne die Mahnungen vergessen, hiess es.

Bald darauf forderte das Inkassobüro Intrum 375 Franken fürs Internet – plus Zinsen und 160 Franken Verzugsschaden Mahnung Muss ich fürs Inkasso zahlen? . Als Breu nicht reagierte, erhielt er die nächste Mahnung. Zudem kam Post vom Betreibungsamt.

Der 37-Jährige sass zu der Zeit bereits im Rollstuhl. Er konnte nur noch den linken Zeigefinger bewegen. Am Telefon erklärte die Betreibungsbeamtin, Breu solle die Rechnung ruhig bezahlen. Er erhalte das Geld zurück, wenn UPC den Fehler eingestehe. Breu zahlte, UPC gestand den Fehler ein, das Geld kam nicht. Remo Gross*, der kurz darauf Breus Beistand wurde, bedauert: «Wenn ich früher involviert gewesen wäre, hätten wir die Betreibung noch mit Rechtsvorschlag Betreibungen Wie Sie das Schlimmste verhindern stoppen können.»

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Keiner schuld?

Gemäss Intrum liegt der Fehler bei UPC, sie hätte den Zahlungsbefehl schriftlich zurückziehen müssen. Bei UPC heisst es, der Rückzugsbefehl sei wegen eines technischen Fehlers nicht weitergeleitet worden. Intrum behielt das Geld trotzdem.

Als Tobias Breu im Oktober 2017 ins Heim eintrat, kündigte Beistand Gross den Internetanschluss auf Ende Jahr. Trotzdem kam im Januar eine Rechnung. Gross reklamierte per Einschreiben – und erhielt die Februarrechnung. Es handle sich um einen bedauerlichen Einzelfall, der «in keiner Weise den eigenen Ansprüchen oder den üblichen Standards von UPC entspricht», schreibt UPC jetzt.

Tobias Breu ist vergangenen Dezember verstorben. Nach Intervention des Beobachters hat UPC bei Intrum das Geld zurückgeholt, an Breus Familie zurückerstattet und der Schweizerischen ALS-Stiftung 500 Franken gespendet.

* Name geändert

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4 Kommentare

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emi
Eine solche Entschuldigung von UPC, ist wirklich miserabel, abgesehen davon kann der Computer keinerlei Schuld tragen. Hat man den wirklich vergessen, von Wem das System gesteuert wird; oder wird der Öffentlichkeit, doch nur willentlich angepriesen, gut dazustehen? Das ist wirklich unter aller Sau, beschämend.
irma.uri
Auch ich hatte da meine Probleme mit upc. Letzten Herbst habe ich mein Abo gekündigt, was nur telefonisch machbar ist. Eine volle Stunde habe ich da in der Warteschlaufe gehangen. Danach bekam ich zwar eine schriftlich Bestätigung per Post. Trotzdem wurde dann im Januar 18 wieder eine Rechnung für den Januar zugestellt. Das habe ich dann kurz mit einem Telefon gelöst. Trotzdem beschleicht mich das Gefühl, da könnte Absicht dahinter stehen.
infoschuhe
Eine Bande von Halsabschneidern
georg stamm
Intrum Justitia ist schon oft aufgefallen mit unberechtigten Forderungen, die trotz Richtigstellung durch die scheinbaren "Schuldner" hartnäckig weiterverfolgt werden. Das Institut würde sich besser Irrtum Justitia nennen.