Post kassierte zu viel – und spielte unschuldig
Zahlreiche Kunden erhielten Rechnungen, weil sie für ihre My-Post-24-Päckchen angeblich zu wenig gezahlt hatten. Dahinter steckte ein technischer Fehler, wie die Post auf Nachfrage des Beobachters einräumt.

Veröffentlicht am 24. Juni 2026 - 17:06 Uhr

My Post 24: Grundsätzlich bestimmt die Fachgrösse den Preis, bestätigt die Post.
Eine Beobachter-Leserin gab bei einem My-Post-24-Automaten sechs Pakete auf. Sie waren zwar schwer, passten aber perfekt ins jeweilige Automatenfach. Doch ein paar Wochen später erhielt sie Nachforderungen inklusive Gebühren. Die Post behauptete, sie habe die Pakete unterfrankiert. Für den Tarif gelte das Gewicht, nicht die Grösse des Pakets. Als die Leserin nachfragte, stellte sich auch der Kundendienst quer und bestätigte die Richtigkeit der Nachforderungen wegen des höheren Gewichts.
Erst als sich der Beobachter einschaltet, ist alles plötzlich ein grosses Missverständnis.
Post will Kompensation zahlen
Man sei dem Fall nachgegangen und habe «ein technisches Problem in der Paketsortierung» festgestellt, schreibt die Post auf Anfrage. «Dies hat leider dazu geführt, dass fälschlicherweise Nachverrechnungen ausgelöst wurden.» Mittlerweile sei das Problem aber behoben. Grundsätzlich entspreche die Fachgrösse dem Preis, bestätigt die Post. Das heisst: Wenn ein Paket ins Fach passt, gilt der für dieses Fach angegebene Preis.
Die Beobachter-Leserin war zudem kein Einzelfall, wie die Post einräumt. Eine genaue Zahl könne man aber nicht nennen. Man «bedauere den Vorfall» und werde mit allen Kundinnen und Kunden Kontakt aufnehmen, die die Nachforderung bereits beglichen hätten, um ihren Anspruch auf Kompensation zu klären. Wer als Betroffener nichts hören sollte, könne sich direkt beim Kundendienst melden.
Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals am 22. Juni 2026 veröffentlicht.




