Wellness

Wohlige Wärme des Bades

Thinkstock Kollektion

Als Gegengewicht zum hektischen Alltagsleben braucht der Mensch Erholungspausen. Etwa ein warmes Bad – zuhause oder in einer Therme.

von Susanne Wagner und Walter Aeschimann

Sie hetzen von Termin zu Termin und haben ihren Tagesablauf bis zur letzten Minute verplant. Der Satz «Ich bin gestresst» kommt ihnen schnell über die Lippen. Wer täglich so gefordert ist, läuft Gefahr, krank zu werden. Sorgt man nicht rechtzeitig für den nötigen Ausgleich, sind irgendwann die «Batterien leer».

Um die Balance zwischen Spannung und Entspannung zu halten, sollte man sich im Alltag regelmässig Zeit für Momente der Ruhe und des Genusses schenken - etwa mit einem Bad, zuhause oder in der Terme.

Anzeige

Ein warmes Bad: So tauchen Sie im Heim-Spa ab

Es muss nicht immer ein Besuch in einem Wellnesstempel sein – auch in den eigenen vier Wänden kann man sich bestens entspannen. Alles, was Sie dazu brauchen, ist eine ­Badewanne, Ruhe – und viel Zeit. Tauchen Sie für ein paar Stunden richtig ab und lassen Sie die Seele baumeln. Ein ­Vollbad und danach ein paar Mussestunden in einem stimmungsvollen Ambiente sprechen alle Sinne an.

  • Licht: Schalten Sie das oft grelle (Neon-)Licht des Badezimmers aus und ­erhellen Sie den Raum mit Teelichtern.

  • Musik: Lassen Sie Entspannungsmusik ­leise im Hintergrund laufen – oder ­geniessen Sie die totale Stille.

  • Düfte: Aromen beeinflussen unser Empfinden unmittelbar, denn unser Geruchssinn ist direkt mit dem limbischen System verbunden – dem Hirnareal, das Gefühle und Empfindungen steuert.

  • Öle: Entspannend wirken natürliche Öle als Badezusatz. Rosmarinöl hat eine ­anregende und durchblutungsfördernde Wirkung. Sandelholz-, Melissen- und ­Lavendelöle beruhigen und entspannen.

  • Wärme: Warmes Wasser steigert das ­körperliche und seelische Wohlbefinden. Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 36 und 38 Grad. ­Höhere Temperaturen können der Haut und dem Kreislauf schaden. Bleiben Sie nicht länger als 20 Minuten in der Wanne, da sonst die Haut austrocknet. Personen mit Kreislaufproblemen sollten die Arme nicht eintauchen, sondern auf den Wannenrand legen.

  • Pflege: Badezusätze mit Milch oder Honig lassen die Haut samtig zart werden. Die Massage mit einer weichen Bürste wirkt wie ein Peeling, regt den Kreislauf an und entfernt abgestorbene Hautschüppchen.

  • Gesichtsmaske: Eine erfrischende ­Feuchtigkeitsmaske kann man selbst ­zubereiten: zwei Esslöffel Quark mit einem Tee­löffel Zitronensaft vermischen, dünn auf das Gesicht auftragen, 15 Minuten ­wirken lassen und mit Wasser abspülen.



Nach dem Bad sollten Sie sich mindestens ­eine halbe Stunde Ruhe gönnen. Cremen Sie den ganzen Körper ein und machen Sie es sich mit einer Wolldecke auf dem Sofa gemütlich. Wenn Sie danach Erfrischung brauchen: Geben Sie ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf die Fingerspitzen und massieren Sie mit leicht kreisenden Bewegungen Schläfen und Nacken.

Jetzt ist auch Zeit für einen Vitaminschub: Ein Teller Apfel- oder Orangenschnitze stillt nach einem schweisstreibenden Bad den Durst. Für Ausgleich und Energie sorgt auch ein warmer Kräuter- oder Ingwertee.

Thermalbäder in allen Variationen

Wer die Welt des Thermalbadens kennen­lernen möchte, dem kann als Einstieg das irisch-römische Dampfbad empfohlen werden. Um den Besuch dieses Bads geniessen zu ­können, ­sollten Sie zwei bis drei Stunden ein­planen. Wer sich lautstark vergnügen möchte, der ist im irisch-­römischen Bad allerdings am falschen Ort.

Viele Thermen und Thermalbäder verfügen nicht nur über Wasserbecken, sondern auch über Saunalandschaften und Dampfbäder. Personen, die sich bei hohen Temperaturen nicht wohl fühlen, können auf sanftere Varianten ausweichen:

  • Kaldarium: Im römischen Dampfbad ­herrschen Temperaturen zwischen 40 und 45 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist mittel bis hoch. Oft werden dem Dampf ätherische Öle zugesetzt, die beispielsweise eine schleim­lösende, erfrischende oder entzündungshemmende Wirkung haben sollen.

  • Tepidarium: Mit einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent und Temperaturen zwischen 37 und 39 Grad ist das Tepidarium noch etwas sanfter.


Eine sehr beliebte Form des Thermalbadens ist das Bad im Whirlpool oder im Jacuzzi. Die ­Wassertemperatur bewegt sich in den Sprudelbecken meist um die 35 Grad. Eine andere ­beliebte und sehr entspannende Wellness­anwendung ist die Kombination von Thermal­baden mit einer Klang- und Farbtherapie. Der ­Badegast lässt sich, auf dem Rücken liegend, auf dem ­Thermalwasser treiben und hört dabei sanfte, angenehme Klänge unter Wasser. Gleichzeitig werden beruhigende Farbkombinationen auf die Wände und die Decke projiziert.

Entspannung hat höchste Priorität

Beim Thermalbaden geht es nicht um Sport und Fitness, sondern in erster Linie um Entspannung. Daher sollte der Badegast den Aufenthalt geniessen, abschalten, entspannen und sich buchstäblich treiben lassen. Auf das Thermal­baden sollte eine Ruhephase folgen.

Vergessen Sie dabei nicht: Trinken Sie genug, auch wenn Sie sich längere Zeit im Wasser und in seiner Nähe aufhalten.

Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen sollten auf ein Ganzkörperbad im Thermalwasser allerdings verzichten, denn das Thermalbaden könnte den Kreislauf zu sehr belasten. Gleiches gilt für Personen, die an akuten Rheumaschüben, an Asthma und an bestimmten Stoffwechsel­erkrankungen leiden. Wer sich unsicher fühlt bezüglich seiner Gesundheit, sollte den Besuch im Bad ­unbedingt mit einer Fachperson besprechen.

Veröffentlicht am October 01, 2015