Amine Diare Conde weiss, wie Hunger sich anfühlt. Der 22-jährige abgewiesene Flüchtling aus Guinea floh mit 16 allein durch die Sahara und über das Mittelmeer nach Europa. In der Schweiz schlug er sich am Existenzminimum durch. Dennoch zögerte er nach Ausbruch der Corona-Krise keine Sekunde, sich für Menschen einzusetzen, die noch weniger haben.

Als der Bundesrat am 16. März den Notstand ausrief, dachte Conde an jene, die keinen Notvorrat anlegen konnten. Vor allem Sans-Papiers brach die Existenzgrundlage weg. Viele arbeiten schwarz. Wegen geschlossener Gassenküchen hatten viele nichts zu essen. Conde trieb Lebensmittel auf, sammelte Spenden, baute ein Logistiknetzwerk auf, organisierte Freiwillige und Transporter.

Wochenlang verteilten er und seine Helfer Lebensmittelpakete, unentgeltlich. Zusätzlich brachten sie Essen in alle Notunterkünfte im Kanton Zürich und in anderen Kantonen. Nicht nur Sans-Papiers holten jeden Samstag Lebensmittel ab. Auch Menschen, die keine Sozialhilfe beantragen wollen, und Randständige mit Schweizer Pass.

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Conde kennt viele von ihnen. Neben seinem Engagement in der Autonomen Schule Zürich ist er in Theater- und Musikgruppen engagiert, setzt sich für Sans-Papiers ein, gibt Sprachmaterial heraus.

Inzwischen hat das Sozialwerk Pfarrer Sieber die Aktion «Essen für alle» übernommen. Die Essensabgabe findet nun im von der SBB betriebenen Betriebsrestaurant «Chez SBB» auf dem Areal Werkstadt statt. Für Conde ein Erfolg: «Jetzt steht die Aktion auf sicheren Beinen.»

Prix Courage 2020 – Die Nominierten im Porträt

 

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Die Stimmen der Beobachter-Lesenden und jene der Prix-Courage-Jury werden zu je 50 Prozent gewichtet. Bis Sonntag, 18. Oktober 2020, können Sie über das untenstehende Formular für Ihre Favoritin oder Ihren Favoriten abstimmen.

Der oder die Gewinnerin des Prix Courage 2020 wird am Freitag, 30. Oktober bekanntgegeben.

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